Die Angezählten – Wenn wir von unserer Arbeit nicht mehr leben können
Das Prekariat beginnt heute in der Mittelschicht. Selbst gut Qualifizierte fühlen sich abgehängt, die Gesellschaft gerät unter Druck. Was ist, wenn wir von unserer Arbeit nicht mehr leben können? Dieser Frage mussten sich lange Zeit nur die unteren Schichten der Gesellschaft stellen. Heute trifft das gesellschaftliche Diktum, Arbeitskraft müsse möglichst billig zu haben sein, auch viele andere. Die Mittelschicht ist angezählt. Höchste Zeit, über den Stellenwert von Arbeit zu reden, findet Anette Dowideit. Das gesamte Wertesystem der Arbeit ist bedenklich abgesackt und wir müssen viel tun, um es wieder aufzurichten, ist die Autorin überzeugt. Dowideit leuchtet in verschiedene Branchen und Berufe hinein, spricht mit fest oder befristet Angestellten, Projektarbeitern, Freiberuflern und Multijobbern über ihre Arbeitsbedingungen und befragt Experten. Dabei macht sie haarsträubende Entdeckungen. Dass Lieferdienste und Billigfluggesellschaften unfaire Jobs anbieten, ist seit einiger Zeit bekannt, aber dass auch Lehrer, Polizisten, Krankenschwestern und sogar Ärzte in unsicheren und schlecht bezahlten Arbeitsverhältnissen ...
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Ein „ehrliches Produkt“, was ist das eigentlich?
Wie jeder von uns als Verbraucher über sein Kaufverhalten die Marktsituation verändern kann. Ehrliche Produkte. Eine mutige Aktion, die Heiko Wenner ins Leben gerufen hat. Auf seiner neuen Webseite www.ehrpro.de beschreibt er, wie jeder von uns als Verbraucher über sein Kaufverhalten die Marktsituation verändern kann. Hier ein kleiner Auszug: „ehrpro“ steht für die Abkürzung „ehrliches Produkt“ Ein „ehrliches Produkt“, was ist das eigentlich? Der Auslöser für mich, sind die dramatischen Arbeitsplatzverhältnisse in den Billiglohnländern, die hunderte von Menschen das Leben kosten. Dies ist nur die Spitze des Eisberges, denn wir wissen nur wenig darüber, wie die Verhältnisse tatsächlich sind. Die Bilder der Verwüstung eines Fabrikgebäudes in Bangladesch haben mich sehr berührt, und ich begann darüber nachzudenken. Ich lebte früher auch nach dem Motto „Je billiger um so besser“ und merkte nicht, dass dies nur auf Kosten anderer gelingen kann. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass es im Ermessen eines ...
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Agenda News: 700 Milliarden Schulden in 7 Jahren
Lehrte, 28.11.2012 Nüchtern gesehen entsteht Staatsverschuldung, wenn ein Staat mehr Geld ausgibt als er eingenommen hat. Um diese zusätzlichen Ausgaben zu decken, muss der Staat Kredite aufnehmen. Diese zusätzlichen Kredite werden als Nettokreditaufnahme oder Nettoneuverschuldung bezeichnet. Kredite werden üblicherweise für eine bestimmte Laufzeit aufgenommen. Nach Ende der Laufzeit muss der Kredit zurückgezahlt werden und dazu nimmt der Staat häufig neue Kredite auf. Die Summe der Anschlusskredite, die zur Tilgung auslaufender Kredite aufgenommen werden, und die Neukredite zur Finanzierung des laufenden Haushaltsdefizits, nennt man Bruttokreditaufnahme bzw. Bruttoneuverschuldung. Die Schulden Deutschlands sind seit 1970 von 64 Mrd. DM bis 2011 auf 2.071 Mrd. Euro gestiegen. 2002 lagen sie bei 61 % des Bruttoinlandsproduktes. Im Zentrum des Vertrages zur Währungs- und Wirtschaftsunion wurden die Maastricht-Kriterien zur Haushaltsstabilität gestellt (Defizitquote unter 3 % des BIP und Schuldenlastquote unter 60Prozent des BIP) und als dauerhaftes Kriterium festgelegt. Gemessen am Referenzwert von 60 % ist Deutschland ...

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