Tag des offenen Denkmals in der „Neuen Hütte“ von Schmalkalden – ein Reisebericht

Bei allerbestem Wetter entschlossen wir uns, ein verlängertes Wochenende bis zum 11. September 2016 – dem Tag des offenen Denkmals – in der Thüringer Fachwerkstatt Schmalkalden zu verbringen. Wenn ich hier in der Wir-Form schreibe, dann deshalb, weil ich diese Städtereise gemeinsam mit meiner Frau unternahm. Bei uns handelt es sich um zwei Mittvierziger aus Leipzig, die als Chemielehrer tätig sind.

Nicht unbedingt aufgrund unserer Arbeit – obwohl sehr passend – sondern aus reiner Neugier und blankem Interesse entschlossen wir uns, in Schmalkalden das Technische Denkmal „Neue Hütte“ zu besichtigen.

Kurzentschlossen buchten wir übers Internet eine günstige Unterkunft in Schmalkalden und fanden bei unserer weiterführenden Recherche sogar gleich auf der Seite des Ferienwohnung-Anbieters heraus, dass es hier einen hervorragenden Radweg gibt, der sogar direkt bis vor die Tür dieses einzigartigen Museums führt. Wir können nur jedem künftigen Besucher dieser Südthüringer Stadt empfehlen, die Fahrräder, Inliner oder die Nordic-Walking-Stöcker mitzunehmen (letztere natürlich für Wald- und Feldwege, also nicht für den Bitumen-Radweg).

Während unseres ganzen Aufenthaltes mussten wir immer wieder schmunzeln, wie in dieser Region das Wort „neu“ gebraucht wird, denn der Begriff „Neue Hütte“ steht für eine Hochofenanlage, welche im Jahre 1835 gebaut wurde. Unser Quartier auf dem Rötberg in der Walther-Rathenau-Straße befand sich in der Nähe des „Neuen Teichs“, der übrigens auch schon über 100 Jahre alt ist :-) Also Vorsicht, wenn die Schmalkalder Einwohner mal das Wort “neu“ benutzen :-)

museum-neue-huette Tag des offenen Denkmals in der „Neuen Hütte“ von Schmalkalden - ein Reisebericht

Beim Betreten dieses technischen Museums bereuten wir, dass wir unsere Schulklassen nicht dabei hatten, weil man hier vor Ort außerordentlich anschaulich nachvollziehen kann, wie Roheisen hergestellt wurde. Dafür haben wir jede Menge Fotos gemacht, natürlich mit Blitzlicht.

Die Ausstellung zum regionalen Bergbau zeigt sehr gut den Weg vom Abbau des Eisenerzes bis hin zur Roheisengewinnung und Weiterverarbeitung in der Schmalkalder-Umgegend. Wir wussten, dass zu DDR-Zeiten hier ein Werkzeugkombinat stand, wo allerlei begehrte Werkzeuge wie Zangen, Bohrer usw. hergestellt wurden. Wer da Beziehungen hatte, war gut dran. Heute findet man hier viele kleinere Betriebe der Metallverarbeitung. Uns fielen zahlreiche Firmenschilder von Automatendrehereien auf.

Interessant für uns war auch der Fakt, dass die Eisenerze in der neuen Hütte noch bis 1924 verhüttet wurden. Der strahlenden Sonne im Außenbereich war zu verdanken, dass wir hier drin im Museum ungefähr nachvollziehen und nachfühlen konnten, wie warm es gewesen sein muss, als der Hochofen noch in Betrieb war – sicherlich noch um einige Grad mehr, als uns bei diesen Temperaturen schon die Schweißperlen auf die Stirn trieben.

Auch der Außenbereich mit dem Wasserrad und dem Bachzulauf ist echt sehenswert, da kürzlich erst restauriert. Wir entschieden uns für ein anschließendes Picknick und genossen dieses idyllische Fleckchen Erde von einer überdachten Sitzgelegenheit in Nähe des Mommelstein-Radweges aus.

Die Verhüttung des Eisenerzes erfolgte übrigens mit Holzkohle. Ganz in diesem Sinne haben wir abends dann auch noch einen Eindruck von diesem Hilfsstoff bekommen, denn unser netter Vermieter hat Thüringer Rostbratwürste auf seinem Grill zubereitet, welche wir bei dem herrlichen Ausblick von seiner Dachterrasse mit Blick über die Dächer der Stadt und auf Schloss Wilhelmsburg genossen und eine innere Genugtuung verspürten, das richtige Reiseziel für einen Wochenendausflug gewählt zu haben. Jederzeit gerne wieder!

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