Wir brauchen „Brückenmenschen“ – Symposium Armut – Bildung – Gesundheit

Ulm. Statistisch betrachtet sterben Menschen, die arm, weniger gebildet und beruflich schlechter gestellt sind im Bundesdurchschnitt zehn Jahre früher. Ist das wirklich so? Macht soziale Ungleichheit krank? Diesem bedeutenden Themenkomplex haben sich vor Kurzen namhafte Experten angenommen. Sie waren Teil des Symposiums „Armut – Bildung – Gesundheit“, dass in Ulm von der Fröhlich Management GmbH mit Bedacht veranstaltet wurde: „In verschiedenen beruflichen Aufgaben wurde mir immer wieder bewusst, dass zwischen Krankheitsrisiken, mangelnder Bildung und Armut sehr enge Zusammenhänge bestehen“, resümierte Edmund Fröhlich.

„Langzeitarbeitslose Menschen sind oft kränker und kümmern sich weniger um Prävention“, so Fröhlich. Es sei aber auch unstrittig, dass Menschen durch Krankheiten, insbesondere chronische Erkrankungen, oft erst in die Armutsfalle geraten. „Ohne eine breitere wissenschaftliche und öffentliche Diskussion über die Ursachen gesundheitlicher Ungleichheit, über die Möglichkeiten der gesundheitsfördernden Veränderungen des Verhaltens sowie den Verhältnissen in unteren sozialen Schichten wird der gesamtgesellschaftlichen Herausforderung nur schwer zu begegnen sein“, so sein Fazit.
Im Rahmen des Symposiums gab es weitere, ganz unterschiedliche aber auch ähnliche Lösungsansätze. Soziale Ungleichheit beginne schon mit einem Hürdenlauf in der Kindheit „durch das häufige Scheitern der falsch angelegten schulischen Förderbemühungen“, berichtete beispielsweise die Politologin und Sonderpädagogin Magda von Garrel. Die Autorin Undine Zimmer sprach über die Wichtigkeit von kultureller Teilhabe und dass das viele Kompromisse fordere. Außerdem gab sie Einblicke in ihr autobiografisches Buch „Nicht von schlechten Eltern – Meine Hartz-IV-Familie“. Iris Grimm, Leiterin der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit in Bayern, stellte Netzwerke und Aktivitäten aus ihrem Arbeitsalltag vor, wie den bundeweiten Kooperationsverbund.

Manuela Dabitsch, Regionalleiterin bei der Neuen Arbeit Ulm, zeigte Praxisbeispiele zur Gesundheitsförderung für Langzeitarbeitslose, aber informierte auch über die Schwierigkeit, dass bei einem niedrigen Sozialstatus eine geringe Inanspruchnahme dieser Angebote vorherrsche. In diesem Zusammenhang beleuchtete der bekannte Gesundheitsforscher Prof. Dr. Rolf Rosenbrock die Altersstrukturen und Verhaltensweisen und sagte beispielsweise, dass Krankheiten biologisch nicht notwendig seien, sich aber verschieben bzw. verhindern ließen.
Ebenfalls stellte Prof. Dr. med. Frank Mader als Moderator einen Punkt der Diskussionsrunde heraus: Jedes Kind brauche einen „Brückenmensch“. Dies könne ein Elternteil oder Verwandter sein, mit dem es seinen Weg in die Zukunft positiv beschreite.
Die Vorträge und Diskussionen von Experten, Besuchern sowie Betroffenen analysierten den brisanten Zusammenhang zwischen Armut, Bildung und Gesundheit, hierzu gab es Denkanstöße und Tendenzen wurden sichtbar.

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Referierten über Armut, Bildung und Gesundheit: (v.li.) Prof. Dr. med. Frank Mader, Undine Zimmer, Iris Grimm, Magda von Garrel, Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Manuela Dabitsch und Edmund Fröhlich. Foto: Sartor

„Ganz gleich, um welchen Lebensbereich es sich handelt, das Rezept für eine Verringerung sozialer Ungleichheit ist Bildung. Aber dies alleine reicht eben nicht aus“, bilanzierte Edmund Fröhlich. „Präventive Gesundheitspolitik muss darin bestehen, die sozioökonomische Lage der Benachteiligten und deren Bildungschancen konsequent zu verbessern. Mit dem Symposium haben wir auf jeden Fall diesen wichtigen Themenkomplex erneut in den Fokus gerückt.“

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