Manager sind skeptisch, dass Bundesregierung an beschlossenem Atomausstieg festhält

Deutsche Wirtschaft noch nicht wirklich bereit für die Energiewende – 83 Prozent der Energie- und Chemie-Manager halten Atomausstieg bis 2020 für unrealistisch.

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Claus-Peter Barfeld

Mülheim, 07. Oktober 2011*****Der Atomausstieg und die Energiewende werden in der Energie-, Chemie- und Mineralölindustrie sehr kontrovers gesehen. Nur 55 Prozent der 6.000 Fach- und Führungskräfte aus der Energie-, Chemie- und Mineralölbranche, die die Internationale Managementberatung Barfeld & Partner auch in diesem Jahr wieder befragt hat, stehen hinter der Entscheidung der Bundesregierung zum Ende der Kernenergie. Gleichzeitig herrscht eine große Unsicherheit hinsichtlich der Nachhaltigkeit dieser Entscheidung. Die Möglichkeit, dass es zu einem politischen Kurswechsel kommt, hängt wie ein Damoklesschwert über anstehende Investitionsentscheidungen der Unternehmen. Viele Manager sind zudem der Ansicht, dass weder die deutsche Wirtschaft insgesamt, noch das eigene Unternehmen wirklich gut auf die Energiewende vorbereitet sind.

Genauso uneins wie bei der Entscheidung der Bundesregierung zum Atomausstieg sind sich die Befragten hinsichtlich der Nachhaltigkeit dieser Entscheidung. Beinahe jeder Zweite ist der Ansicht, dass die Bundesregierung nicht an dem beschlossenen Ausstieg festhalten wird, sondern dass es zu einer erneuten Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke kommen wird. “Ein alarmierendes Ergebnis, wenn es um Fragen der unternehmerischen Planungssicherheit für anstehende Investitionen oder die langfristige Ausrichtung des Unternehmens geht”, findet Claus-Peter Barfeld, Geschäftsführer der Barfeld & Partner GmbH. Im Branchenvergleich glauben die Manager der Chemie- (56 Prozent) und Mineralölwirtschaft (62 Prozent) deutlich eher an einen Kurswechsel der Regierung als ihre Kollegen aus der Energiewirtschaft (32 Prozent).

Relativ einig ist man sich aber hinsichtlich des Ausstiegszeitpunkts. Szenarien, in denen das letzte deutsche Atomkraftwerk bis 2020 vom Netz geht, werden von nur 17 Prozent der Befragten als realistisch eingestuft. Die Mehrheit glaubt an einen, deutlich, späteren Exit. “Auffallend ist, dass es die Energiemanager sind, die ihrer Branche ein tendenziell früheres Datum zutrauen. Inwieweit das mit dem erwarteten strikten Durchsetzen des politischen Willens oder mit dem Vertrauen in die technische Machbarkeit eines schnellen Ausstiegs zu tun hat, muss jedoch offen bleiben”, erklärt Claus-Peter Barfeld.

Mit Blick auf die internationale Ebene wird deutlich, dass Deutschland aber trotz seiner Vorreiterrolle in der Energiepolitik in Europa eben nur ein Land unter vielen ist. Nur 29 Prozent der Befragten glauben, dass das Engagement Deutschlands zu einer gesamteuropäischen Energiewende führen wird. Einen signifikanten Unterschied zwischen der Energie-, Chemie- und Mineralölbranche gibt es dabei nicht.

Zudem glauben 61 Prozent der Befragten nicht, dass die deutsche Wirtschaft insgesamt schon wirklich bereit für die Energiewende ist. Dem eigenen Unternehmen traut man da schon mehr zu. Insgesamt halten 51 Prozent ihr eigenes Unternehmen für gut bis sehr gut auf die Energiewende vorbereitet. Nur 12 Prozent berichten von einer schlechten Vorbereitung.

Hinsichtlich der mittelbaren und unmittelbaren Kosten des Atomausstiegs und der Energiewende sind sich die Befragten weitgehend einig. Jeder einzelne Bürger wird letztlich dafür aufkommen müssen, glauben 89 Prozent der Manager. Weder Bund, noch Länder oder gar die Energiekonzerne werden als diejenigen gesehen, die den Großteil der Kosten abfangen werden. Für den Otto-Normalverbraucher bedeutet das zum Beispiel, dass sich der Strompreis in den nächsten Jahren deutlich erhöhen wird. Eine Einschätzung, die 96 Prozent der Befragten teilen. Auf die nächsten zehn Jahre gesehen, wird sich der Wohlstand in Deutschland durch die Energiewende jedoch nicht verändern, so die knappe Mehrheit (53 Prozent) der Energie-, Chemie- und Öl-Manager. Immerhin 39 Prozent sehen ihn aber als Folge der durch die Energiewende verursachten Kosten sinken.

Zu der Möglichkeit befragt, ob es in deutschen Atomkraftwerken zu einer ähnlichen Katastrophe wie in Fukushima kommen kann, hält immerhin ein Drittel der Befragten ein solches Szenario für durchaus möglich. Während sich das in der Energiebranche nur jeder Vierte vorstellen kann, ist es in der Chemie- und Ölbranche beinahe jeder Zweite. Beruhigend ist jedoch, dass die absolute Mehrheit der Befragten, nämlich 94 Prozent, die deutschen Atomkraftwerke für generell sicher hält. Nur 6 Prozent sehen größere Mängel, die die Sicherheit nachhaltig gefährden.

Seit ihrer Gründung 1981 konzentriert die in Mülheim ansässige Unternehmens- und Managementberatung Barfeld & Partner GmbH ihre Beratungstätigkeit auf die Rekrutierung von Führungskräften der ersten und zweiten Ebene. Hinzu kommt die Unterstützung der Unternehmen bei der Besetzung von Aufsichtsrats- und Beiratsfunktionen. Im Rahmen der Mergers & Acquisitions-Aktivitäten vermittelt Barfeld & Partner mittelständische Unternehmen und Konzernbeteiligungen. Seit mehr als 30 Jahren berät Barfeld & Partner Unternehmen aus der Chemie- und Energie-Branche

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