Deutsche Augenärztin hofft auf Spenden für Bürgerkriegsflüchtlinge in Kamerun

Frau Dr. Herz, deutsche Augenärztin, macht eine kleine Pause. Es ist fast 21 Uhr. Sie ist seit über zwölf Stunden auf den Beinen, und noch immer warten Patienten auf sie. Seit einigen Wochen will die Schlange der Hilfesuchenden nicht abreißen. Der Bürgerkrieg ganz in der Nähe hat viele Tausend Menschen aus ihren Dörfern vertrieben. Ihre Häuser sind niedergebrannt, sie haben alles verloren.  Einige sind krank und benötigen medizinische Hilfe.

„Ich muss mich selbst zurückstellen, solange ich noch etwas Kraft übrig habe“, sagt Frau Dr. Herz,„in über 30 Jahren hier in Kamerun habe ich solch ein Elend nicht gesehen.“
Die Ärztin hat im Westen Kameruns zwei Augenkliniken aufgebaut. Als die erste erfolgreich installiert war (heute die größte Augenklinik des Landes), gründete sie 2003 in Nkongsamba ihre eigene unabhängige Klinik, vor allem zur Behandlung des Grauen Stars. Neben den medizinischen Aufgaben liegt Frau Dr. Herz auch die soziale Verantwortung am Herzen. Jeder, der kommt, wird behandelt, mit oder auch ohne Bezahlung.

Aktuell gibt es unerwartete, neue Aufgaben zu lösen. Hunderte Flüchtlingsfamilien sind auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg, keine 100km entfernt, in Nkongsamba gestrandet.Viele Angestellte der Klinik haben Flüchtlinge, meist Verwandte, und ihre Kinder aufgenommen, die sonst kein Dach über dem Kopf hätten. Frau Dr. Herz versucht, ihre Angestellten zu unterstützen. Mal gibt es Lebensmittel, mal Schulgeld für die vielen neuen Kinder im Ort.

„Ich bin nicht mehr so fit wie früher, ich bin ja schon etwas älter“, so Frau Dr. Herz, „aber jemand muss doch was machen! Es ist ein großes Glück, dass unsere Klinik nicht im Bürgerkriegsgebiet liegt. Wäre sie in Bamenda oder Kumba, dann würden unsere Patienten und wir sehr leiden. Eine unserer Mitarbeiterinnen schickt elf Kinder in die Schule. Darunter nur drei (!) eigene. Natürlich hilft unsere Klinik beim Bezahlen des Schulgeldes. Doch die Kinder brauchen auch Kleidung, Hefte, Bücher und müssen ernährt werden. Wir hoffen und beten für Frieden.“

Der Meckenheimer Hifsverein Bon Secours Kamerun (www.bon-secours.de) kennt und unterstützt Frau Dr. Herz und ihre Klinik seit vielen Jahren.
Spenden sind dringend nötig und werden dort eingesetzt, wo sie gebraucht werden.

Weitere Infos zur Klinik und Arbeit von Frau Dr. Herz im Internet: https://www.deutschlandfunkkultur.de/augenaerztin-elisabeth-herz-wie-helfen-sie-den-blinden-in.970.de.html?dram:article_id=321332

Infos zu Bon Secours Kamerun e.V. im Internet: www.bon-secours.de

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