Delligsen, 06.05.2026. Digitale Souveränität entwickelt sich zunehmend zu einer strategischen Herausforderung für den industriellen Mittelstand. Gemeinsam mit Mitgliedern des Digitalrats Niedersachsen diskutierte die Bornemann Gewindetechnik GmbH & Co. KG am Unternehmensstandort in Delligsen darüber, wie Unternehmen digitale Abhängigkeiten erkennen, bewerten und langfristig reduzieren können.
Bornemann Gewindetechnik steht exemplarisch für einen hochspezialisierten industriellen Mittelständler, der klassische Fertigungskompetenz mit moderner Digitalisierung verbindet. Das Unternehmen fertigt kundenspezifische Gewindespindeln, Trapezgewinde und Sondergewinde für anspruchsvolle technische Anwendungen – unter anderem in Offshore-Technik, Maschinenbau, Medizintechnik, Nukleartechnik, Schiffbau und weiteren sicherheitskritischen Industrien. Gerade bei solchen Anwendungen sind Präzision, Prozesssicherheit und lückenlose Qualitätskontrolle entscheidend.
Digitale Systeme spielen dabei längst eine zentrale Rolle. Produktionsplanung, Fertigungssteuerung, Qualitätskontrolle, Dokumentation, Kundenkommunikation und administrative Prozesse werden zunehmend digital abgebildet. Bornemann investiert kontinuierlich in Automatisierung, digitale Prozesssteuerung und datenbasierte Qualitätsverbesserung. Damit wächst zugleich die Abhängigkeit von Softwareplattformen, Cloud-Diensten, IT-Schnittstellen und externen Systemanbietern.
Digitale Souveränität zwischen Anspruch und Realität
An dem Austausch nahmen unter anderem Dr. Alexander Georgiadis, Peter Leppelt sowie weitere Mitglieder des Digitalrats Niedersachsen teil. Im Mittelpunkt standen die praktischen Herausforderungen digitaler Souveränität in industriellen Strukturen. Dabei wurde deutlich, dass die Realität vieler Unternehmen komplexer ist als die häufig vereinfachte öffentliche Debatte über digitale Unabhängigkeit.
Gerade in produzierenden Unternehmen greifen heute zahlreiche digitale Systeme ineinander: ERP- und Planungssysteme, Maschinenanbindungen, Dokumentenmanagement, Kommunikationsplattformen, Cloud-Dienste, IT-Sicherheitslösungen und Anwendungen zur Prozessautomatisierung. Je stärker ein Unternehmen seine Prozesse digitalisiert, desto wichtiger werden Verfügbarkeit, Datenzugriff, Schnittstellenstabilität und langfristige Wechselmöglichkeiten.
Für Bornemann ist digitale Souveränität daher kein abstraktes politisches Schlagwort, sondern eine unternehmerische Frage. Wer Gewindespindeln, Trapezgewinde und Sonderbauteile für internationale Industriekunden fertigt, muss nicht nur technologisch leistungsfähig, sondern auch digital handlungsfähig bleiben. Produktionsdaten, Qualitätsdokumentationen und technische Informationen müssen sicher, nachvollziehbar und langfristig verfügbar sein.
Gleichzeitig wurde in der Diskussion deutlich, dass vollständige digitale Unabhängigkeit für viele Unternehmen kurzfristig kaum realistisch ist. Viele industrielle Prozesse sind heute eng mit internationalen Plattformen und Cloud-Anbietern wie Microsoft oder AWS verbunden. Entscheidend ist deshalb ein pragmatischer Umgang mit bestehenden Abhängigkeiten.
Der pragmatische Weg zur digitalen Handlungsfähigkeit
Im Fokus der Diskussion standen konkrete Strategien, mit denen Unternehmen ihre digitale Handlungsfähigkeit schrittweise stärken können. Dazu gehören transparente Bestandsaufnahmen bestehender Systeme, portable Datenstrukturen, klare Zuständigkeiten, dokumentierte Schnittstellen sowie langfristige Exitstrategien für kritische digitale Infrastrukturen.
Für Bornemann ist diese Frage eng mit der eigenen Digitalisierungsstrategie verbunden. Das Unternehmen nutzt digitale Werkzeuge nicht als Selbstzweck, sondern um industrielle Prozesse robuster, effizienter und präziser zu machen. In der Fertigung hochpräziser Gewindekomponenten zählen wiederholgenaue Prozesse, verlässliche Planungsdaten, saubere Rückmeldungen aus der Produktion und eine stabile digitale Infrastruktur zu den zentralen Voraussetzungen für Qualität und Lieferfähigkeit.
Im Rahmen einer Werksführung gewährte Bornemann Einblicke in eigene Digitalisierungs- und Automatisierungsprojekte. Präsentiert wurden unter anderem Lösungen aus den Bereichen automatisierte Qualitätskontrolle, digitale Prozesssteuerung sowie Automatisierung in Produktion und Verwaltung.
Dabei wurde deutlich, dass digitale Innovation bei Bornemann unmittelbar mit industrieller Anwendung verbunden ist. Die Fertigung von Gewindespindeln, Trapezgewinden und Sondergewinden erfordert technische Präzision, materialkundliches Know-how und eine enge Verzahnung von Konstruktion, Fertigung und Qualitätssicherung. Digitale Systeme helfen dabei, Prozesse stabiler zu machen, Informationen schneller verfügbar zu halten und technische Anforderungen zuverlässig in die Fertigung zu übertragen.
Digitalisierung braucht Akzeptanz
Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche war die Rolle der Mitarbeitenden im digitalen Wandel. Erfolgreiche Digitalisierung ist nicht ausschließlich eine technologische Frage. Nachhaltige Veränderungen erfordern Akzeptanz innerhalb der Belegschaft sowie die frühzeitige Einbindung von Mitarbeitenden in Veränderungsprozesse.
Digitale Werkzeuge können Prozesse verbessern, ersetzen aber nicht das Erfahrungswissen der Menschen in Fertigung, Arbeitsvorbereitung, Qualitätssicherung und Kundenkontakt. Bornemann sieht Digitalisierung daher als Zusammenspiel aus Technologie, Prozessverständnis und Verantwortung. Neue Systeme müssen im industriellen Alltag funktionieren, von den Mitarbeitenden verstanden werden und einen konkreten Beitrag zur Verbesserung der Arbeit leisten.
Digitale Souveränität wird zum Wettbewerbsfaktor
Die Gespräche mit dem Digitalrat Niedersachsen machten deutlich, dass digitale Souveränität in den kommenden Jahren erheblich an Bedeutung gewinnen wird. Für mittelständische Industrieunternehmen geht es dabei nicht um technologische Abschottung, sondern um die Fähigkeit, Abhängigkeiten bewusst zu steuern, Risiken zu minimieren und langfristig handlungsfähig zu bleiben.
Für Bornemann Gewindetechnik ist diese Handlungsfähigkeit eng mit der eigenen Positionierung als innovativer Spezialist für Gewindetechnik verbunden. Das Unternehmen fertigt hochpräzise Gewindespindeln, Trapezgewinde und Sondergewinde für Kunden weltweit und investiert zugleich in digitale Prozesse, Automatisierung und technologische Weiterentwicklung.
Digitale Souveränität wird damit zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor. Wer seine Daten, Prozesse und digitalen Abhängigkeiten versteht, kann technologische Entwicklungen aktiver gestalten und bleibt auch in einem zunehmend unsicheren internationalen Umfeld handlungsfähig.
Über Bornemann Gewindetechnik
Die Bornemann Gewindetechnik GmbH & Co. KG ist ein international tätiges, inhabergeführtes Familienunternehmen mit Sitz in Delligsen. Das Unternehmen fertigt hochpräzise, kundenspezifische Gewindespindeln, Trapezgewinde und Sondergewinde aus anspruchsvollen Materialien. Kunden aus Offshore-Technik, Oil & Gas, Windkraft, Nuklearenergie, Medizintechnik, Bahntechnik, Schiffbau und dem allgemeinen Maschinenbau vertrauen auf Bornemann, wenn es um hohe Sicherheits-, Präzisions- und Qualitätsanforderungen geht.
Mit moderner Fertigungstechnologie, intensiver Forschungsarbeit, digitaler Prozesssteuerung und ausgeprägter Kundenorientierung zählt Bornemann zu den spezialisierten Anbietern im Bereich der Gewindetechnik – Made in Germany.
