Palmöl als Multi-Talent unter den Agrarrohstoffen

Internationale Initiative forciert nachhaltigen Anbau

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Foto: stock.adobe.com / elmar gubisch (No. 6134)

sup.- Was haben Kekse, Lippenstift, Eiscreme, Waschmittel und Tütensuppen gemeinsam? Sie enthalten fast immer einen der wichtigsten Rohstoffe, den die Natur zu bieten hat: Palmöl. In rund 50 Prozent aller Supermarktartikel ist dieses Pflanzenfett aus den Früchten der Ölpalme zu finden. Zur begehrten Zutat gerade in Nahrungsmitteln machen es seine besonderen Eigenschaften: Es ist geschmacksneutral, äußerst haltbar und muss nicht chemisch gehärtet werden, weil es bei Zimmertemperatur eine feste Konsistenz hat. In Margarine sorgt es so beispielsweise für gute Streichfähigkeit. Nicht nur in zahlreichen asiatischen Ländern, wo Palmöl zu den unverzichtbaren Grundnahrungsmitteln gehört, sondern auch im Rest der Welt gibt es deshalb einen hohen Bedarf an Palmöl in der Lebensmittelproduktion. Diese globale Nachfrage hat allerdings auch ihre Schattenseiten. Während Palmöl ursprünglich nur in Westafrika beheimatet war, wird es mittlerweile rund um die Erde in nahezu allen Tropenregionen angepflanzt. Im Vergleich zu anderen Agrarrohstoffen hat sich der Palmölanbau in den letzten zehn Jahren am weitesten ausgedehnt, teilweise mit äußerst negativen Konsequenzen: Großflächige Abholzung von Regenwald, klimaschädliche Brandrodungen, die Zerstörung des Lebensraums bedrohter Tier- und Pflanzenarten und nicht zuletzt menschenunwürdige Arbeitsbedingungen auf vielen Plantagen – dies alles hat zu einer kritischen Betrachtung der Nahrungsmittelzutat Palmöl geführt.

Aber „kein Palmöl ist auch keine Lösung“, so die Umweltorganisation World Wide Fund For Nature (WWF): „Ein unkritischer Austausch von Palmöl durch andere Pflanzenöle löst die Probleme nicht, sondern verlagert und verschlimmert sie nur. Denn auch andere Pflanzenöle benötigen Fläche – und zwar mehr als Palmöl.“ Es muss also vorrangig darum gehen, einen kontrollierbaren Anbau zu gewährleisten, der alle Voraussetzungen einer nachhaltigen Umwelt- und Sozialverträglichkeit erfüllt. Das erfordert anerkannte Zertifizierungssysteme, die die Produktionsbedingungen transparent machen und eine genaue Rückverfolgbarkeit der Produkte erlauben. Die internationale Initiative „Roundtable on Sustainable Palm Oil“ (RSPO) erarbeitet deshalb Kriterien für zertifiziertes Palmöl, bei dessen Anbau der Spagat aus guten Ernteerträgen und konsequentem Umweltschutz gelingen kann. In Deutschland hat es sich das „Forum Nachhaltiges Palmöl“ (FONAP) zum Ziel gesetzt, möglichst viele Organisationen und Unternehmen zu vernetzen und auf die Einhaltung der Zertifizierungssysteme zu verpflichten ( www.forumpalmoel.org).

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