Generation X – die vergessene Generation: 50- und 60-jährige zählen nicht

Heute ist der Chef/die Chefin durchschnittlich 51 Jahre alt, das belegen aktuelle Untersuchungen aus 2016. Doch in den Medien wird nur selten über die Vertreter der Generation X (1965-1979) und ihre Erfolge berichtet. Auch ihr Stellenwert bzw. Nutzen in der Unternehmensführung wird kaum noch wahrgenommen, konstatiert der Generationen- und Wissensexperte Ralf Overbeck. „Diese Geringschätzung der heute 50- bis 60-jährigen ist fatal“, so Overbeck, „da sie wesentlich verantwortlich für den Erfolg und die Stabilität von Unternehmen sind.“ „Ohne diese Menschen ist sowohl Wissenstransfer als auch die Integration von neuen Technologien und Kulturen nur schwer möglich“, stellt der Generationenexperte klar. „Sie sind die wahren Brückenbauer zwischen Alt und Jung bzw. Jung und Alt“, so Overbeck.

In der Öffentlichkeit wird seit einigen Jahren intensiv über das Spannungsfeld zwischen der Generation der Baby Boomer (1946-1964) und der Generation Y (1980-2000) berichtet und diskutiert. Auch in Unternehmen beobachtet der Generationenexperte immer wieder diese starke Polarisierung. „Die Generation X ist beim Wissenstransfer zwischen den Generationen der zentrale Erfolgsfaktor“, so Overbeck. Jede Generation hat etwas geleistet, aber ohne die Generation X geht nichts im Unternehmen.

Was macht diese Generation so wertvoll? Sie ist nicht nur Brückenbauer, sondern auch sehr erfahren – im Beruf wie im Leben. „Sie kann analog und digital“, so Overbeck, „und ist für die anderen Generationen Orientierung und Ansporn zu gleich“. Wenn Chefinnen und Chef dieser Generation Menschenführer sind – und eben nicht nur Vorgesetzte – dann sind diese Menschen echte Katalysatoren für Innovationen. Vertreterinnen und Vertreter dieser Generation können aber innerhalb der Unternehmensführung auch zur Lehm- oder Lähmschicht werden. „Eine Tatsache, die laut Overbeck aber menschlich ist, insbesondere dann, wenn die vorgenannten Menschen im Unternehmensalltag nicht wertgeschätzt werden. Menschen jeglichen Alters brauchen Perspektiven, Wertschätzung und sinnvolle Aufgaben.“

„Es ist nicht die Frage, ob eine Generation wertvoller als eine andere ist“, so Overbeck. Insbesondere vor dem Hintergrund der demografischen Entwick­lung brauchen wir alle Generationen im Unternehmen. „Generationenmanage­ment und Veränderungsmanagement“, sagt Overbeck, „werden die Königs­disziplinen in der Unternehmensführung der Zukunft sein.“ Unternehmen, die künftig alle Generationen gleichermaßen wertschätzen, werden auch die größtmöglichen Potenziale realisieren können.

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Generationenexperte Ralf Overbeck

„Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Generationen basiert auf Wertschätzung und gegenseitigem Respekt und kann ohne Brückenbauer nicht realisiert werden“, so Overbeck. Zukunftsfähigkeit, Agilität und Innovation braucht Vorbilder und Vormacher in jeder Generation. „Vernetzung zwischen den Generationen“, stellt Overbeck klar, „geht ohne die Generation X nicht.“

 

 

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