Energie aus Abfall auf der IFAT ENTSORGA 2012: Kilowattstunden, im Müll gefunden

– Mangelnder Deponieraum, Klima- und Umweltschutzaspekte sowie Energiehunger machen Abfälle zu anerkannten Energieträgern
– IFAT ENTSORGA 2012 zeigt vielfältige Technologien und Konzepte zur Gewinnung von Energie aus Abfall

In den urbanen Zentren der Welt werden Deponieflächen knapp. Gleichzeitig erkennen immer mehr Regierungen die gravierenden Auswirkungen der Abfallentsorgung auf Umwelt und Klima. Der Handlungsdruck für wirtschaftliche sowie sozial- und klimaverträgliche Lösungen steigt. Eine Option mit großem Zukunftspotenzial ist die thermische Verwertung. Derzeit werden jährlich geschätzte 5,6 Milliarden Euro in Bau, Ausbau, Modernisierung und Instandhaltung von Müllverbrennungsanlagen und Ersatzbrennstoff-Kraftwerken investiert. Bis zum Jahr 2015 ist damit zu rechnen, dass dieser Wert auf 7,8 Milliarden Euro ansteigt. Damit verbunden werden die weltweiten Anlagenkapazitäten von derzeit 210 Millionen Jahrestonnen auf 270 Millionen Tonnen wachsen. Diese Zahlen nennt eine Studie, die das auf Umwelt- und Technologiethemen spezialisierte Beratungsunternehmen ecoprog zusammen mit dem Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik im Mai dieses Jahres veröffentlicht hat.

Als weltweiten Boom-Markt identifizierten die Analysten die Volksrepublik China. So seien im letzten Jahr rund die Hälfte aller weltweit neu installierten Kapazitäten im Reich der Mitte errichtet worden. Derzeit befänden sich in China 61 weitere Müllverbrennungsanlagen im Bau, die zukünftig 18,6 Millionen Tonnen Siedlungsabfall pro Jahr verbrennen sollen.

Nach den durch die Wirtschaftskrise verursachten, zum Teil dramatischen, Überkapazitäten gibt es auch auf dem europäischen Markt laut ecoprog-Studie seit Kurzem wieder Bewegung. Als Motoren der Entwicklung sehen die Autoren dabei vor allem Länder, die erst jetzt ernsthaft die EU-Vorgaben umsetzen. Dazu gehört neben skandinavischen Staaten und einigen osteuropäischen Ländern zum Beispiel auch Großbritannien. Laut der britischen Unternehmensberatung Tolvik Consulting sind im Vereinigten Königreich aktuell Anlagen zur Energiegewinnung aus Abfällen und nachwachsenden Rohstoffen mit einer Jahreskapazität von 19,4 Millionen Tonnen in der Pipeline. Erst Ende August meldete der Industriegashersteller Air Products, dass er für einen nordenglischen Abfallentsorger eine Energy-from-Waste-Anlage mit einer Kapazität von rund 300.000 Tonnen privater und gewerblicher Abfälle bauen wird. Mit Plasma-Technologie soll unter extrem hohen Temperaturen aus dem Müll ein energiereiches Gas entstehen, das eine Turbine in Strom für bis zu 50.000 Haushalte umwandeln wird.

Auch aus deponierten Abfällen mit Organikanteil entsteht – durch mikrobiellen und chemischen Abbau – ein brennbares Gasgemisch aus Methan und Kohlendioxid. Dieses energetisch zu nutzen bringt einen doppelten Klimavorteil: Zum einen werden fossile Brennstoffe ersetzt und zum anderen wird die Schädigung der Ozonschicht durch Methan verringert. Pro Tonne Hausmüll kann im Lauf der Jahre mit 150 bis 250 Kubikmeter Deponiegas gerechnet werden. Und an „Ausgangsmaterial“ wird es auf absehbare Zeit auch nicht mangeln. Schließlich landeten von den durchschnittlich 513 Kilogramm an kommunalen Abfällen, die ein EU-Bürger im Jahr 2009 erzeugt hat, 38 Prozent auf Deponien. Eine energetische Deponiegas-Verwertung setzt viele unterschiedliche Verfahrensschritten und Technologien voraus – vom Gassammelsystem über die Gasaufbereitung bis hin zur Strom- und Wärmeerzeugung in Blockheizkraftwerken.
Nach Einschätzung des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) nehmen deutsche Anbieter hier derzeit eine weltweit führende Rolle ein. Noch, denn der VDMA sieht diese Vorreiterposition durch eine unzureichende Vergütung des aus Deponiegas erzeugten Stroms durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefährdet. Der Verband wird die Problematik in der Veranstaltung „Blue Competence: Mehr Ressourceneffizienz durch Stand der Technik“ am 9. Mai 2012 auf der IFAT ENTSORGA aufgreifen. Blue Competence ist eine VDMA-Initiative, die sich gezielt dem Thema Nachhaltigkeit im Maschinen- und Anlagenbau widmet.

Weitere Informationen unter www.ifat.de

Über die IFAT ENTSORGA
Die IFAT ENTSORGA, Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft, findet von 7. bis 11. Mai 2012 auf dem Gelände der Neuen Messe München statt. Die letzte Veranstaltung der weltweit wichtigsten Fachmesse für Innovationen und Dienstleistungen in den Bereichen Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft zählte 2.730 Aussteller aus 49 Ländern und 109.589 Besucher aus 186 Ländern. Die Zahlen werden durch die unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young AG im Auftrag der FKM, Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen, geprüft.

Ansprechpartner für die Presse:
Sabine Wagner
Projekt-PR-Referentin, Zentralbereich MarCom
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E-Mail: sabine.wagner@messe-muenchen.de

08/d/ZBMarCom/zi/sw

Über die Messe München International (MMI)
Die Messe München International ist mit rund 40 Fachmessen für Investitionsgüter, Konsumgüter und Neue Technologien allein am Standort München einer der weltweit führenden Messeveranstalter. Über 30.000 Aussteller und mehr als zwei Millionen Besucher nehmen jährlich an den Veranstaltungen auf dem Messegelände, im ICM – Internationales Congress Center München und im M,O,C, Veranstaltungs- und Ordercenter teil. Darüber hinaus veranstaltet die Messe München International Fachmessen in Asien, in Russland, im Mittleren Osten und in Südamerika. Mit sechs Tochtergesellschaften in Europa und Asien sowie über 60 Auslandsvertretungen, die mehr als 90 Länder betreuen, verfügt die Messe München International über ein weltweites Netzwerk. Auch beim Thema Nachhaltigkeit übernimmt sie eine Vorreiterrolle: Als erste Messeeinrichtung wurde sie mit dem Zertifikat „Energieeffizientes Unternehmen“ vom TÜV SÜD ausgezeichnet.

Kontakt:
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