Compliance gegen Wirtschaftskriminalität

Interview mit Eckhard Neumann, Geschäftsführer der Signum Consulting GmbH

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Eckhard Neumann, Geschäftsführer der Signum Consulting GmbH

Frage: Herr Neumann, Compliance in deutschen Unternehmen wird immer professioneller, so lautet die Kernaussage einer Compliance Konferenz im Mai 2012 in Berlin, an der Sie teilgenommen haben. Noch ein Jahr zuvor zog das „manager magazin“ aus einer aktuellen Compliance Studie das Fazit: Trotz prominenter Korruptionsfälle wie Siemens, Ferrostaal oder Daimler gehen deutsche Unternehmen mit dem Thema Compliance noch zu leichtfertig um. Welche Aussage stimmt aus Ihrer Sicht.

Antwort: Aus meiner Sicht stimmen beide Aussagen. Wir haben in Deutschland folgende Situation. Große Unternehmen, insbesondere DAX 30 Unternehmen, haben große Compliance Abteilungen, während der Mittelstand dort noch hinterherhingt. Der Mittelstand insbesondere ist es, der mit den großen Unternehmen kooperiert und auch im Ausland tätig werden muss und als Zulieferer tätig ist und einen riesigen Nachholbedarf auf dem Gebiet Compliance hat.

Frage: Was ist konkret unter dem Begriff Compliance zu verstehen?

Antwort: Compliance umfasst die Einhaltung und Kontrolle der gesetzlichen Richtlinien und der Richtlinien die das Unternehmen hat, um alle vertraglichen Dinge ordnungsgemäß abzuwickeln. Compliance Themen wurden ins Leben gerufen, weil in einigen Unternehmen Fehlverhalten und entsprechende Korruptionsfälle aufgedeckt wurden.

Frage: Die Studie des „manager magazin“ sagt auch, dass die großen Unternehmen zwar Compliance Abteilung aufgebaut hätten, diese aber nicht weiter entwickeln wollten oder konnten. Wie sind Ihre Erfahrungen?

Antwort: Meine Erfahrungen sind die, dass große DAX 30 Unternehmen strukturell sehr gute Compliance Abteilungen haben. Die kooperieren unter anderem auch mit den Rechtsanwaltsbüros bzw. auch mit den Revisionen und mit anderen Abteilungen, während man in mittelständischen Unternehmen oftmals Compliance Abteilung antrifft, die als Alibifunktion herhalten. Das heißt, dort wurde Compliance der Rechtsanwaltsabteilung zugeordnet und die Rechtsabteilung beschäftigt sich mit anderen Verfahren, aber auch zum Teil mit Datenschutz.

Frage: Herr Neumann aus Ihrer Erfahrung, bei welchen Compliance Themen sind die Unternehmen schon ganz weit vorn und wo gibt es noch Nachholbedarf?

Antwort: Die großen Unternehmen und die Compliance Abteilungen stützen sich vorrangig darauf, äußere und interne Prozesse bei der Vertragsgestaltung und -abwicklung zu überprüfen. Das geht auch so weit, dass Vertragspartner überprüft werden. Leider in vielen Fällen nur mit einer Selbstauskunft. Was unserer Meinung nach völlig unzureichend angewendet wird, ist die präventive Überprüfung zukünftiger Mitarbeiter. Hier unternehmen die Firmen zu wenig, um Compliance Richtlinien vorzubereiten.

Frage: Die Signum Consulting GmbH hat sich auf Compliance Themen spezialisiert. Was können Sie denn den Unternehmen konkret anbieten?

Antwort: Wir sind darauf spezialisiert, präventive Konzepte zu implementieren – unter anderem Pre-Employment Screening, Pre-Business Screening, aber auch gesamtheitliche Konzepte beim Eintritt in sogenannte Emergency Markets. Aber auch wenn Compliance Themen aufgerufen werden wie Aufdeckung von Straftaten, vor allem internen Straftaten und Verfehlungen, sind wir bereit und in der Lage, Überprüfungen durchzuführen.

Frage: Aus der Sicht der Signum Consulting GmbH, was sind die aktuellen Compliance Tendenzen, aber vor allem worauf sollte man sich in einer immer globaleren Welt konzentrieren?

Antwort: Große Unternehmen, aber insbesondere auch die nachziehenden mittelständischen Unternehmen bewegen sich immer mehr in einer globaleren Welt und hier gibt es mitunter andere Spielregeln, die überprüft und deren Einhaltung kontrolliert werden muss. Auf der anderen Seite haben wir einen veränderten Recruiting-Trend. Wir haben immer mehr internationale Mitarbeiter in Deutschland, die wir rekrutieren. Deutschland ist ein Exportland. Deutschland ist abhängig von internationalem Know-how. Und hier gilt es zukünftig noch mehr sowohl Firmen, mit denen man kooperiert im In- und Ausland als auch Mitarbeiter, die man in der ganzen Welt rekrutiert, vorher zu überprüfen, um die entsprechenden präventiven Konzepte umzusetzen.
Welchen Schaden ein Unternehmen haben kann, wenn es die falschen Entscheidungen trifft oder keine sorgfältige Überprüfung macht, sehen wir an dem Fall Yahoo. Der Yahoo Chef weltweit wurde unter Vorspiegelung falscher Tatsachen eingestellt. Das führte nicht nur zur Entlassung des Mitarbeiters, sondern zu einem riesen Reputationsschaden. Also ich will damit sagen, sowohl interne Überprüfung der Geschäftspartner und Prozesse als auch die vorherige Überprüfung von Mitarbeitern sind wesentliche Bestandteile von Compliance.

Frage: Hinderlich für die bessere Durchsetzung von Compliance in deutschen Unternehmen sind immer wieder die hohen Kosten und natürlich die Messbarkeit. Wie reagieren Sie auf solche Argumente?

Antwort: Firmen, die Compliance Abteilungen installiert haben, sprechen nicht von hohen Kosten, sondern eher von der Nachhaltigkeit. Viele erinnern sich noch, dass in den 90iger Jahren sehr viel Geld ausgegeben wurde, um Aufträge -in welcher Art auch immer- zu akquirieren. Schmiergelder konnten damals noch von der Steuer abgesetzt werden. Rechnet man diese Kosten dagegen, kann man dazu sagen, dass die Kosten für Compliance wesentlich weniger sind als die damals gezahlten Schmiergelder.

Frage: Die Studie des „manager magazin“ zeigt auch, dass deutsche Unternehmen immer erst dann aufwachen, wenn sie große Compliance-Fälle und empfindliche Strafzahlungen hinter sich haben. Wie sind Ihre Erfahrungen, wenn Sie große Unternehmen beraten?

Antwort: Natürlich waren spektakuläre Fälle Anlass dafür, dass Unternehmen Compliance Abteilungen aufgebaut haben, sei es Siemens, sei es Daimler, seien es andere Firmen. Aber gerade diese Firmen sind es, die mit ihren Compliance Abteilungen, nach dem sie deren Ausbau in den letzten Jahren weiter vorangetrieben haben, die besten Ergebnisse erzielen konnten. Und hier müssen auf jeden Fall die mittelständischen Unternehmen von den Großen lernen. Die Firmen, die Compliance Abteilungen eingeführt haben, haben davon bisher nur profitiert und ihre Umsätze gesteigert.

Herr Neumann, vielen Dank für das Interview.

Das Interview als Audio Datei finden Sie hier:
http://LutzDeckwerth.podspot.de/

Eckhard Neumann ist geschäftsführender Alleingesellschafter der SIGNUM Consulting GmbH, Berlin. Das Unternehmen, inzwischen 14 Jahre im Markt, sieht sich in Deutschland als führend im Bereich Pre-Employment Screening, für den es datenschutzgeprüft und seit Januar auch nach ISO 9001:2008 zertifiziert ist. Weitere Dienstleistungen des Unternehmens sind internationale Sicherheitsberatung, Pre-Business Screening, Due Diligence und die Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität. Für Aufträge mit internationalem Background verfügt das Unternehmen in rund 50 Ländern über vertraglich gebundene und persönlich bekannte Partner.

Kontakt:
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