UnternehmerTALK: Künstliche Intelligenz im Mittelstand

Nürnberg – der UnternehmerTALK von Unternehmer ORANGE verbindet Top-Speaker und Unternehmer aus allen Bereichen und bringt sie auf einer persönlichen Ebene zusammen. So auch zum Thema „Künstliche Intelligenz im Mittelstand“. Julian Knorr, Gründer und CEO der ONESTOPTRANSFORMATION AG und Markus Zwingel, Geschäftsführer und CDO der FÜRST Gruppe, sprechen mit Sabine Michel, Gründerin von Unternehmer ORANGE über das digitale Mindset sowie über Chancen, Herausforderungen und Zukunftsvisionen für Unternehmer.

 

Die Rolle der KI im Mittelstand

In einer Welt, die sich immer schneller dreht und in der die Digitalisierung unaufhaltsam voranschreitet, ist die künstliche Intelligenz längst kein Science-Fiction-Konzept mehr, sondern eine Realität, die unseren Alltag und unsere Arbeitswelt maßgeblich prägt. Besonders für den Mittelstand eröffnen sich neue Ideen, faszinierende Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen, die es zu meistern gilt.

Das bestätigten auch die beiden Experten Julian Knorr und Markus Zwingel, die beide den Standpunkt vertreten, dass KI nicht nur eine Technologie für Großunternehmen ist. Gerade im Mittelstand kann sie dazu beitragen, Prozesse effizienter zu gestalten und neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen. Dabei geht es nicht nur um Automatisierung, sondern auch um die Möglichkeit, bessere Entscheidungen auf der Grundlage von Daten zu treffen.

„Nicht nur mit dem Gedanken spielen, sondern einfach mal machen und ausprobieren und sich wirklich darauf einlassen“ lautet die klare Empfehlung von Julian Knorr, der Unternehmen bei der Analyse und Entwicklung ihres digitalen Mindsets unterstützt. Er weiß: „Ein Verschließen gegenüber den Chancen, die die KI bietet, ist überhaupt keine Option. Denn man hält diesen Trend ja überhaupt nicht mehr auf“.

 

Herausforderungen und Chancen: Ein Balanceakt

Ein zentrales Thema im Talk war die Herausforderung des Fachkräftemangels und Arbeitskräftemangels. Hier sehen die Experten eine große Chance für KI: Sie kann dazu beitragen, die Lücken zu schließen. Zum einen, indem sie bessere Strukturen und Prozesse implementiert, zum anderen indem sie Routineaufgaben automatisiert und den Menschen ermöglicht, sich auf kreative und strategische Aufgaben zu konzentrieren.

„Hire for Mindset und Train for Heart Skills“, so die klare Aussage von Julian Knorr. Doch was meint er damit? „Wir haben jedes Jahr ein Delta von minus 400.000 Jobs alleine in Deutschland, die wir irgendwie kompensieren müssen. Das heißt, die Digitalisierung ist allgegenwärtig und KI keine Bedrohung, sondern ein ganz wichtiges Tool und eine wichtige Unterstützung, um überhaupt langfristig noch erfolgsfähig zu sein“, erklärt Julian Knorr. Am Ende gehe es darum, Mitarbeiter mit der richtigen Einstellung und Mentalität zu finden, die sich kontinuierlich weiterentwickeln und damit bestens gewappnet für die zukünftigen technologischen Trends sind.

Auch im Bereich IT-Sicherheit bietet KI enormes Potential. „KI ist in Sachen IT-Sicherheit und in anderen Security-Bereichen gar nicht mehr wegzudenken. Außerdem bietet sie für Mittelständler und kleinere Unternehmen eine gute Möglichkeit, mit geringem Budgeteinsatz an ein sehr gutes Sicherheitslevel zu kommen“, weiß Markus Zwingel.

Als eine der größten Herausforderungen sehen die beiden die Gefahr der Überregulierung in Europa. Hier muss ein ausgewogener Ansatz gefunden werden, der Innovation fördert, ohne die Privatsphäre und Sicherheit zu gefährden. „Im globalen Wettbewerb wird niemand darauf schauen, aber auf uns wird ein riesiger bürokratischer Akt mit vielen Regularien zukommen“, befürchtet Zwingel.

 

Zukunftsvisionen: Die Grenzen verschieben

Die Experten sind sich einig, dass KI das Potenzial hat, die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten, grundlegend zu verändern. Eine Vision ist, mit Hilfe von KI vorauszusagen, welche Kompetenzen in der Zukunft benötigt werden, sodass Unternehmen sich proaktiv darauf vorbereiten können.

„In den nächsten 5 Jahren, bis 2028, werden sich 44 % der Kernkompetenzen bestehender Jobs verändern. Unser großes Problem ist aber, dass wir gar nicht wissen, was die zukünftigen Kernkompetenzen sein werden“, gibt Knorr zu bedenken und beschreibt mögliche Zukunftsszenarien. Mit einer KI könne man beispielsweise prognostizieren, welche Kompetenzen bis dahin gebraucht werden und sie sich vorausschauend aneignen, noch bevor sie benötigt werden.

Markus Zwingel bringt weitere Zukunftsvisionen ins Gespräch, wie beispielsweise Predictive Maintenance, also die vorausschauende Wartung von Maschinen, die helfen würde, sein bestehendes Geschäftsmodell effizienter und besser zu gestalten. Aber auch die Nutzung von KI im Vertrieb oder in der Medizintechnik sowie mögliche Einsatzbereiche in den Bereichen Nachhaltigkeit und Umweltschutz zeigen das enorme Potential der KI.

 

Empfehlungen für den Einstieg in die KI

Die Experten raten Unternehmern, mutig und neugierig zu sein und einfach mit KI zu experimentieren. Mit einer Vielzahl von verfügbaren Tools, darunter auch viele kostenlose Optionen, ist der Einstieg in die KI-Welt zugänglicher denn je.