Neuerscheinung über Spielsucht: „Alles Verlorene noch einmal in den Händen halten”

Leonard Prandini begleitet den Protagonisten Christoph in seinem Debütwerk „Alles Verlorene noch einmal in den Händen halten” durch den Alltag eines Spielsüchtigen. Wie er den Tag beginnt, gewinnt, verliert und immer wieder entscheidet, jetzt endlich mit dem Glücksspiel aufzuhören.

Jetzt höre ich auf!

Aufhören heißt auch Abschied nehmen von der „Linderung”, die er in der vertrauten Atmosphäre der Spielhalle empfindet. Der Moment, wenn er vor einem Spielautomaten steht, seine Münzen einwirft und der Automat zum Leben erwacht: Bilder von Melonen und Zitronen poppen auf, es blinkt, klingelt, rasselt. Stunden vergehen, der Raum riecht immer noch nach demselben Raumduft, alles bleibt unverändert und der Spielautomat macht immer weiter Hoffnung auf Gewinn.

Ich kann noch hoffen, dass ich es zurückgewinne, dass meine Verluste entschädigt werden. Wenn ich aber aufhöre, dann stürzt dieses Verlorene in einen Abgrund, wo es für immer verschwindet: Dann war alles umsonst. Vergeblich! Was bleibt mir, wenn ich aufhöre?

Christoph wünscht sich nichts mehr als alles Verlorene noch einmal in den Händen zu halten. Um aufzuhören? Das bleibt unklar.

–Vermisst du die Anfangszeit?
–Hmm … Ich denke oft daran, wie es war, damals … vermisse ich es? Ich denke, ja, ich vermisse es.

Für Christoph ist das Leben nur in der Spielhalle ungestört und überschaubar. Nur dort ist er abgeschirmt von den stechenden Fragen seiner Freundin, von der Erinnerung an seine Sorgen. In seiner Geldnot gerät Christoph an die falschen Leute, die ihn zu einer kriminellen Tat verleiten – aber er will nicht ihr Opfer sein.

Fachinformationen über Spielsucht

Parallel zur Handlung bietet Prandini Informationen über die psychologischen Hintergründe der Spielsucht:

Die geringe Chance, Geld zu gewinnen, ist irgendwann mehr wert als das Geld selbst. Diese Chance wird umso wertvoller, je mehr man schon verloren hat.

Ein Buch für Betroffene, Multiplikator_innen, Angehörige und Interessierte

Authentische Beschreibungen der Abläufe in einer Spielhalle helfen Spielsüchtigen, über ihre eigene Situation zu reflektieren. Christoph lässt in seine Gedankenwelt blicken: Die Leser_innen können ihn beobachten, wie er mal wild entschlossen ist, mal völlig verloren, mal motiviert, mal resigniert. Ein außergewöhnlicher Bericht über die Psyche eines Spielsüchtigen.
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Über den Autor

Leonard Prandini studierte Psychologie und Philosophie an der Universität Bonn. Mit dem Thema Glücksspiel kam er früh aus eigenem Interesse in Kontakt. Anfangs angezogen von der medial aufgebauschten und vielversprechenden Illusion des Highlife, bekam er schnell die ernüchternde und abstoßende Realität der Glücksspielindustrie zu Gesicht.
Einige Zeit lang arbeitete er selbst in einer Spielhalle, wobei er Gelegenheit bekam, sich mit Spielern über ihre oft tragischen Lebensschicksale zu unterhalten.

Über den Verlag

Der RETAP Verlag will eine Heimat für Autorinnen und Autoren sein, die sich als partizipative Berichterstatter aus einer zivilcouragierten Perspektive mit gesellschafts- und sozialkritischen Themen beschäftigen.

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Derya Zeyrek
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