Leben mit dem Germanischen Bärenhund

Alles fing mit der Suche nach einem „Familienhund“ an. Als Familie mit 3, an Wochenenden 5 Kindern suchten wir einen Hund, der sich dafür eignet. Er sollte auch nicht zu klein sein und auf Haus und Garten aufpassen können. Dazu sollte er auch meine Frau ins Büro begleiten. Ein ziemlich unmöglicher „Aufgabenkatalog“. Der „Flatcoated Retrivier“ gefiel uns gut, die Züchterin riet uns aber ab.
Beim Surfen im Internet stießen wir auf den „Germanischen Bärenhund“. Die Größe war genau, was wir wollten, die Rassemerkmale stimmten genau. Allerdings gab es im Internet auch einen Bericht, in dem die Rasse und ihr Züchter extrem niedergemacht wurden (Die Unterscheidung zwischen objektiver Kritik und dem notorischen “Schlecht machen” ist allerdings am Tonfall der Artikel schnell erkannt).
Wir entschieden uns, uns vor Ort selbst ein Bild zu machen. Da wir zu einer Veranstaltung in Berlin waren, vereinbarten wir einen Termin mit dem Züchter, Herrn Kieback, in Perleberg. Mit Tagesmutter und drei Kindern schlugen wir also beim Züchter auf. Wir wurden durch Familie Kieback freundlich empfangen und sachkundig informiert. Auf dem Gelände befanden sich viele Hunde, teilweise freilaufend. Beeindruckenderweise gab es kein Gebell. Kein Hund sprang uns an. Auch die Kinder konnten sich zwischen den Hunden auf dem Gelände frei bewegen. Die Tiere waren völlig entspannt. Scheinbar leben die Hunde hier harmonisch mit dem Züchter zusammen. Insgesamt zeigte sich ein liebenswertes „Chaos“.
Da wir uns im Vorfeld schon telefonisch mit Herrn Kieback abgesprochen hatten, konnten wir den Welpen, in den wir uns verliebt hatten, gleich mitnehmen.
Inzwischen ist „Odin“ 4 Jahre alt. Die Rassebeschreibung trifft zu 100% zu. Er kommt mit den Kindern super klar, auch wenn ihn unsere inzwischen 7 jährige Tochter mal wieder zu fest anfasst; er bleibt grundsätzlich gelassen. Er ist sehr schnell lernfähig und kann sich gut unterordnen. Allerdings ist Odin auch ziemlich stur und reagiert auf Kommandos immer zeitverzögert, so als überlege er, ob das Sinn macht, was man von ihm will. Aufpassen aufs Haus kann er auch. Im Büro hat er inzwischen gelernt, dass man nicht jeden Besucher anbellen muss.
Odin (www.baerenhund-witten.de) geht alle 2 Tage mit uns joggen, was trotz seiner Größe gut funktioniert. Intensiveren Sport kann ich allerdings nicht empfehlen. Er findet garantiert jede Wasserstelle, auch die schlammigsten. Nachts macht er immer einen Rundgang durchs Haus, zu jedem Bett und guckt, ob alles in Ordnung ist. Bekommt er dann kurz den Kopf getätschelt legt er sich wieder schlafen. Apropos schlafen, sein Lieblingsplatz ist im Winter im tiefsten Schnee. Wie alle Germanischen Bärenhunde hat auch Odin seinen Schutztrieb entwickelt. Wenn man das weiß, kann man sich gut darauf einstellen.
Auch an Ausstellungen haben wir Spaß gefunden und an einigen teilgenommen. Die des DRC e.V. sind immer top organisiert.
Der Germanische Bärenhund ist zwar nicht von der FCI anerkannt, aber bereits seit 1994 von einem der größten deutschen Hundevereine neben den VDH, dem DRC e.V. Auch in Österreich ist er vom Salzburger Rassehunde Verband anerkannt und in den Niederlanden vom Europäischen Rassehunde Club (zwei kleineren Vereinen).
Bei Facebook gibt es inzwischen mehrere Bärenhunde- Gruppen, bei denen sich weitere Informationen finden.
Zu dem Erstzüchterverein Germanischer Bärenhunde e.V. wurde ein weiterer Verein gegründet; Freunde Der Germanischen Bärenhunde e.V. Ein Verein zur Rasseanerkennung Germanischer Bärenhunde befindet sich noch in der Gründungsphase.