Die Beschaffung und die Verarbeitung von digitalen Daten ist für Versicherungsunternehmen heute kein Problem mehr. Doch es fehlt an stimmigen Konzepten, um daraus eine Unternehmensstrategie für die Zukunft abzuleiten. Das wurde auf dem Munich Insurance Symposium erneut deutlich. Vor der Branche liegt auf dem Weg zum Ziel „Big Data“ also noch ein erheblicher Handlungsbedarf, wie Versicherungsexperten schon länger vermuten.
Versicherer mit Zugriff auf viele Daten
Grundsätzlich haben Versicherer schon durch ihr Kerngeschäft seit jeher Zugriff auf unglaublich viele Daten. Darüber sind sich die Vorstände der großen Gesellschaften durchaus im Klaren, wie sich auf dem Symposium in München einmal mehr zeigte. Daher sei die Beschaffung der Daten nicht das große Problem, urteilt die Assekuranz. Trotzdem sind viele Fragestellungen rund um Big Data noch nicht gelöst, wie die Spezialisten des Instituts für Wirtschaftsinformatik während der Veranstaltung in München mehrfach feststellten. Gleichzeitig fällt auch auf, dass noch nicht überall überzeugende Arbeit geleistet wurde. Zwar scheinen sich immer mehr Vorstände von Versicherungsgesellschaften zu Besuchen im Silicon Valley einzufinden und von dort eine Reihe von Denkanstößen mitzunehmen. Doch nach Faktenlage nutzen rund 33 Prozent der Versicherer in Deutschland Big Data im Augenblick noch gar nicht. Unzählige andere Gesellschaften greifen nur selektiv und beispielsweise bei der Betrugserkennung auf den reichen Fundus an Daten zurück. Trotzdem fühlen sich viele Versicherer recht unwohl bei dem Gedanken, dass manche Wettbewerber in Sachen Big Data schon deutlich weiter sein könnten. Doch gleichzeitig gibt es eben auch noch eine Reihe von ungeklärten Fragen, die beispielsweise das Thema Datenschutz abdecken müssen. Wie es sich zum Beispiel mit dem Recht auf Einsicht in die Patientenakte verhält, erfährt man auf https://www.transparent-beraten.de/2016/03/30/9624/patientenakte-recht-auf-einsicht/
Vielversprechende Lösungen sind da
Technische Lösungen sind derzeit schon vorhanden. IBM Deutschland beispielsweise hat das Programm „Watson“ auf den Markt gebracht, der derzeit wegweisend ist und nicht nur in der Versicherungsbranche genutzt wird. Trotzdem gehen gerade große Versicherer wie die Allianz davon aus, dass die Daten noch nicht gewinnbringend für ganz konkrete Unternehmensstrategien verwendet werden können. Hier sehen Experten noch einen erheblichen Handlungsbedarf, deshalb müssten die Versicherer in Zukunft verstärkt die Kompetenz von IT-Spezialisten verwenden und um Mathematiker ergänzen, wenn sie die vorhandenen Daten gezielt nutzen wollen. Die Branche setzt im Augenblick zum Beispiel große Hoffnungen auf die innovativen Trends der Fintechs oder Insurtechs, die unter anderem von einigen Versicherern als Anlass genommen wurden, sich in die von der Bayerischen Staatsregierung ausgerufenen Digitalisierungsoffensive einzubringen.
Versicherer sehen Handlungsbedarf
Um die Offensive der Staatsregierung zu nutzen, möchten die Versicherer zum Beispiel ein spezielles Gründerzentrum für Startup-Unternehmen aufbauen, die in der Finanzdienstleistungsbranche Fuß fassen wollen. Diese Entwicklung steckt allerdings noch in den Kinderschuhen, so dass hier in Zukunft noch ein erhebliches Potenzial für Neuentwicklungen besteht. Obwohl also schon sehr viel in der Versicherungsbranche passiert ist und obwohl Bewegungen zu verzeichnen sind, haben die Gesellschaften selbst noch einen erheblichen Handlungsbedarf. Auch für Neueinsteiger und findige Gründer dürfte der Markt eine Reihe von interessanten Optionen offen halten. Doch es wird deutlich, dass die deutschen Versicherer hier noch in erheblichem Maße an sich arbeiten müssen, wenn sie die Chancen von Big Data nutzen wollen, um sich zukunftssicher am Markt zu präsentieren.
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