Gesellschafter und Milchbauern schließen mit Vergangenheit ab und unterstützen die Neuausrichtung der Allgäuland-Käsereien mehrheitlich.

Allgäuland-Käsereien ziehen positive Bilanz.
Die Allgäuland-Käsereien GmbH ziehen nach den sechs Genossenschaftsversammlungen der vergangenen Tage insgesamt positive Bilanz. Das erste Treffen fand am Mittwoch, den 14. Juli statt, gestern war das letzte in der Region Langenau. Gesellschafter und Milchbauern unterstützen mehrheitlich die strategische Neuausrichtung des Traditionsunternehmens. Besonders gewürdigt wurde die Tatsache, dass man seit März 2010 operativ schwarze Zahlen schreibt und dass die Milchpreise bereits erhöht wurden (Juli mind. 30,00 Cent), womit man weiter zum Wettbewerb aufrückt. Hervorzuheben ist die Aufarbeitung des Jahresabschlusses 2009. Vom Jahresfehlbetrag von 23,9 Millionen Euro entfallen 17,9 Millionen Euro auf Altlasten, Restrukturierungsaufwand und Einmalkosten.
Den Restrukturierungsprozess starteten die Allgäuland-Käsereien im Juli 2009. Die eingeleiteten Maßnahmen wie Schließung unrentabler Werke, Erhöhung der Produktionsleistung und Produktivität, Senkung der Fixkosten, Erhöhung des Käseanteils, Neuausrichtung des Exportgeschäftes, Entwicklung und Vermarktung von Neuprodukten zeigen erste Erfolge im Ebit. Die Perspektiven für die Milcherzeuger stellte das neue Management der Allgäuland-Käsereien bei den Generalversammlungen transparent dar. Besondere Effekte erwartet man im Käsebereich, im Export und im Vertrieb, vor allem auch mit der neuen Premiumlinie Bergbauern, produziert aus frischer Heumilch. Die Reaktionen der Mitglieder machten deutlich, dass für viele die Maßnahmen spät kommen. Die Mehrheit signalisierte jedoch, der Neuausrichtung eine Chance geben und die Entscheidungen für die weitere Zukunft von den nächsten Teilergebnissen abhängig machen zu wollen. Diskutiert wurden bei den Versammlungen natürlich auch die kritischen Punkte wie Details der Entschuldungsstrategie bzw. die Anzahl der vorliegenden Kündigungen. Für die Auszahlung der Geschäftsanteile für in diesem Jahr ausscheidende Mitglieder springt der genossenschaftliche Hilfsfond mit einem Darlehen ein. Damit beteiligt sich der Genossenschaftsverband ebenfalls an der erfolgreichen Restrukturierung der Allgäuland-Käsereien. Einen eindeutigen Beitrag zum Neuanfang leisteten die Mitglieder fast aller Genossenschaften durch die Wahl neuer Vorstands- bzw. Aufsichtsgremien. Damit sorgte man auch auf dieser Seite für frischen Wind und positive Aussichten.
Als klare Zielsetzung formulierten die Allgäuland-Käsereien, den Milchpreis zügig auf Wettbewerbsniveau bringen zu wollen. Man setzt alles daran, dass die Mitglieder möglichst viele Kündigungen rückgängig machen und will durch Leistungen, Offenheit, Transparenz und überzeugende Ergebnisse das Vertrauen der Erzeuger sukzessive zurückgewinnen. Dazu folgen die Allgäuland-Käsereien weiter ihrem neuen, zukunftsträchtigen Kurs und realisieren konsequent die definierten Maßnahmen.