Erst vor wenigen Monaten, im November 2009, wurde das Malaysia-Europe-Forum (MEF) als Austauschplattform für deutsche und malaysische Geschäftspartner gegründet. Nun fand am 2. März mit großem Erfolg die erste Frühjahrskonferenz in München statt.

PD-GBP International
Mehr als 200 Teilnehmer sind dem Aufruf der Veranstalter gefolgt und haben sich in München über die Entwicklungstendenzen auf dem Markt für erneuerbare Energien in Malaysia informieren lassen. Zu den Ausrichtern gehörte auch das Consultingunternehmen GBP International, das sich auf die Beratung von europäischen Unternehmen, die den Markteintritt nach Asien suchen, spezialisiert hat. Volker Friedrich, der Gründer und der einzige Deutsche im Vorstand des MEF zog eine rundum positive Bilanz der Veranstaltung: „Wir selbst waren angenehm überrascht, wie hoch das Interesse an der Tagung war“, so Friedrich, „die hohe Teilnehmerzahl zeigt, dass wir einen Nerv bei Experten aus Politik und Wirtschaft getroffen haben. An dieser Stelle werden wir ansetzen, denn es gibt noch eine Menge an nützlichen Hintergrundinformationen über Malaysia, die in München nur gestreift werden konnten.“ Der Standort Malaysia wird oft unterschätzt, bietet aber insbesondere Chancen als Sprungbrett nach Indien und China speziell für den Mittelstand, der die Risiken des Direkteinstiegs in z. B. China meiden möchte. Hier wird das MEF mit regelmäßigen Veranstaltungen in der Europäischen Union die Bemühungen der malaysischen Behörden unterstützen.
Die Themenpalette der Konferenz war bewusst breit angelegt. So hat der erste asiatische Minister mit einem Green Tech Portfolio, Peter Chin, über die bevorstehende Einführung eines Feed In Tariffs gesprochen, der der Struktur des deutschen EEG´s ähnlich sein wird. Der Minister zeigte sich beeindruckt von den deutschen Technologien und Konzepten der Umsetzung. Ein Besuch in Freiburg führte ihn ins Zentrum der Deutschen Erneuerbaren Energien. „We want to have many Freiburgs in Malaysia“ – so sein Fazit verbunden mit der Hoffnung auf verstärktes deutsches Engagement.
In den einzelnen Vorträgen wurde ein Eindruck davon vermittelt, welche Perspektiven, Chancen und Herausforderungen die „grüne Wirtschaft“ in Malaysia bietet. Dabei wurde auf eine praxisorientierte Darstellung Wert gelegt, sodass den Teilnehmern konkrete Anregungen und Hilfestellungen für Geschäftsprojekte in Malaysia geboten wurden. Der Hintergrund für die dabei identifizierten Geschäftschancen ist darin zu sehen, dass Malaysia sich mittelfristig von einer aufstrebenden Industriegesellschaft zu einer modernen Dienstleistungsgesellschaft weiterentwickeln will.
Der Energiewirtschaft – und hier vor allen den regenerativen Energien – kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, weshalb diese systematisch von staatlicher Seite gefördert werden. Deutsche Unternehmen, die sich frühzeitig auf diesem Zukunftsmarkt engagieren, dürften nicht zuletzt aufgrund ihres Technologievorsprungs ein reichhaltiges Betätigungsfeld vorfinden. Für Friedrich liegt das Potenzial des malaysischen Marktes auf der Hand: „Die malaysische Volkswirtschaft wird in 2010 voraussichtlich um 3,5 bis 4,5 Prozent wachsen. Für den Energiemarkt wird sogar von einem Wachstum der Nachfrage von ca. 5 Prozent ausgegangen. Der Fokus der staatlichen Förderungen soll dabei vor allem auf Biomasse, Sonne und Wasserkraft liegen. Eine Messe für erneuerbare Energien im Oktober bietet eine gute Chance, sich vor Ort zu informieren.“
Die nächste Veranstaltung des Malaysia-Europe Forum ist im Oktober in London geplant und wird sich dem Thema „Urban Mobility“ widmen.