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Neue Gründer braucht das Land

Über die Hälfte der deutschen Hochschulabsolventen sieht Selbständigkeit als berufliche AlternativeDüsseldorf/München, 4. November 2009 - Dass sie mobil sind, steht außer Frage. Und auch die Risikobereitschaft deutscher Studenten wird von der Wirtschaftskrise offensichtlich nicht beeinträchtigt: 65 Prozent der High Potentials können sich vorstellen, im Ausland zu arbeiten, fast 27 Prozent der High Potentials bevorzugen sogar eine Anstellung außerhalb Deutschlands. Für fast 40 Prozent der Wirtschaftswissenschaftler ist der Weg ins Ausland am reizvollsten, rund 33 Prozent der Geistes- und Sozialwissenschaftler würden ebenfalls eine Auslandstätigkeit favorisieren. Dagegen sind Mathematiker, Physiker und Informatiker mit 17 Prozent weniger ausreisefreudig. 54 Prozent der Top-Studenten können sich der aktuellen Umfrage des Karrierenetzwerks e-fellows.net und der Unternehmensberatung McKinsey & Company http://www.mckinsey.de mit dem Titel „Most Wanted - die Arbeitgeberstudie“ zudem vorstellen, eine eigene Firma zu führen, rund 12 Prozent von ihnen würden die selbständige Tätigkeit einer Festanstellung sogar vorziehen. Insgesamt wurden dazu mehr als 3.500 junge Stipendiaten aller Fachrichtungen zu ihren Berufswünschen sowie den Kriterien für die Arbeitgeberwahl.

Für die beiden Autoren Holm Friebe und Thomas Ramge war der Weg in die Selbständigkeit nie zuvor so einfach wie im 21. Jahrhundert. „Jeder kann Unternehmer werden. Modulares Gründen eröffnet dem globalisierten Individuum plötzlich die Möglichkeit, als Ein-Personen-Unternehmen bei Preis und Vertrieb mit den Großen mithalten zu können. Und das ohne den schwerfälligen Verwaltungsapparat, der die Dickschiffe so unbeweglich macht und ihre Kosten in die Höhe treibt“, schreiben sie in ihrem Buch „Marke Eigenbau“. Dabei ist die Lust am Entrepreneurchip wohl kaum den vagen Formulierungen des Koalitionsvertrages von Union und FDP geschuldet. „Wir wollen die Rahmenbedingungen für Mittelstand, Handwerk, Handel und Freie Berufe verbessern, Selbständigkeit attraktiver machen und eine neue Gründerdynamik anstoßen“, heißt es dort. Und das klingt dann doch nur bedingt nach Aufbruch und neuem Gründergeist. Eher sind es die in der Arbeitgeber-Studie aufgezeigten Motive, wonach die wichtigsten Kriterien bei der Wahl des Arbeitgebers Spaß an der Arbeit, Begeisterung für Produkte und herausfordernde Aufgaben sind. „Und genau diese Motive gelten ja auch für jeden, der sich selbständig macht. Gut ausgebildete Young Professionals haben als Gründer viel eher die Möglichkeit, selbst Entscheidungen zu treffen, eigenverantwortlich zu handeln und Produkte und Dienstleistungen zu prägen“, analysiert Personalexperte Udo Nadolski. Er ist Geschäftsführer des auf Technical Recruitment und Outsourcing Services spezialisierten Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.de in Düsseldorf.

Gleichwohl berichtet das Statistische Bundesamt http://www.destatis.de für das laufende Jahr nicht von signifikanten Veränderungen an der Gründerfront. Demnach wurden im ersten Halbjahr 2009 rund 78.000 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Das waren 0,4 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2008. Die Zahl der Gründungen von Kleinunternehmen ging im gleichen Zeitraum um 0,7 Prozent zurück. Dagegen stieg die Zahl der Gründungen von Betrieben, die im Nebenerwerb ausgeübt werden, um 2,5 Prozent. Nach Ansicht von Nadolski sollen sich potenzielle Jungunternehmer aber von aktuellen Werten und krisenbedingten Entwicklungen nicht blenden lassen. Neue Produkte, Märkte oder Trends ließen sich nicht am Reißbrett entwerfen. Innovative Entwicklungen fänden stets ihren Markt und brächten jungen Unternehmen Erfolg. Eine Meldung von KLARTEXT ONLINE. Für den Inhalt ist KLARTEXT ONLINE verantwortlich.




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