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Arbeitslosigkeit und Inflation führen Sorgenliste an

Die Entspannung der Lage auf dem Ar- beitsmarkt zeigt Wirkung: Die Sorge der Deutschen um die Ar- beitslosigkeit geht zum zweiten Mal in Folge deutlich zurück. Auf die Frage, welches die größten Herausforderungen im Lande sind, nannten im April 2008 insgesamt 53 Prozent der Befragten die Arbeitslosigkeit. Vor nur zwei Jahren hatte dieser Anteil noch bei 80 Prozent gelegen. An Brisanz gewonnen haben dagegen insbe- sondere die Sorge um die Preis- und Kaufkraftentwicklung, sowie um Renten, Altersversorgung und die Bildungspolitik. Zwar sorgen sich die deutschen Bürger zunehmend weniger um die Arbeits- losigkeit, doch sie bleibt weiterhin das Hauptanliegen. Zum zweiten Mal in Folge erfährt diese Thematik einen deutlichen Rückgang, im Jahr 2008 um 14 Prozentpunkte auf 53 Prozent (2006: 80 Prozent). Tatsächlich sank im vergangenen Jahr die Arbeitslosenquote auf 8,4 Prozent und im ersten Quartal 2008 sogar auf 7,4 Prozent. Damit wird das niedrige Niveau aus den Jahren 2000 und 2001 erreicht. Auslöser für diese erfreuliche Entwicklung sind neben der guten Konjunkturlage ein milder Winter sowie der „demo- grafische Faktor". Durch die Alterung der Gesellschaft nimmt das Angebot an Arbeitskräften - auch die Zahl der Auszubildenden - kontinuierlich ab. Parallel dazu werden mehr Ausbildungsplätze angeboten. Entsprechend gehen auch die Sorgen die Jugendarbeitslosigkeit betreffend leicht von 11 Prozent (2007) auf jetzt 9 Prozent zurück. Preis- und Kaufkraftentwicklung beunruhigen zunehmend Nahezu explodiert ist die Sorge über die Entwicklung von Preisen und Kauf- kraft. Im letzten Jahr schob sich dieses Thema mit 18 Prozent bereits auf Rang 2 der wichtigsten Herausforderungen und erfährt nun mit einer Ver- doppelung auf 37 Prozent einen immensen Bedeutungsschub. Im Mittel- punkt stehen die hohen Energie- und Benzinpreise sowie die Preisentwick- lung insgesamt, aber auch Forderungen nach einer gerechteren Einkom- mensverteilung werden laut. Ebenfalls an Bedeutung gewonnen hat der in Deutschland traditionell wich- tige Themenkomplex der Renten und Altersversorgung. Dieser liegt aktuell mit 23 Prozent auf Platz 3 der wichtigsten Aufgaben. Auch die Bildungspoli- tik hat einen deutlichen Anstieg auf 17 Prozent zu verzeichnen und rangiert damit erstmalig auf einem der vorderen Ränge der Sorgenliste.

Umweltschutz weiterhin ein wichtiges Anliegen Eine bedeutende Rolle nimmt auch der Umweltschutz in der Wahrnehmung der Bürger ein. Zwar sind die Bedenken von 16 Prozent im vergangenen Jahr auf aktuell 12 Prozent zurückgegangen, doch das Niveau ist nach wie vor sehr hoch. Im letzten Jahr hatte sich die Sorge durch die Veröffentli- chung des Weltklimaberichts und die öffentliche Diskussion verdreifacht. Auch ein Jahr später sind der Klimawandel, seine Folgen und mögliche Maßnahmen in aller Munde. So wurde von der Bundesregierung Ende 2007 der erste Teil eines „Klimaschutzpakets" verabschiedet, der zweite Teil soll demnächst auf den Weg gebracht werden. Doch die Reduktion von CO 2 bedarf der internationalen Zusammenarbeit. Beim Klimagipfel in Bali wurden jedoch keine verbindlichen Regelungen erzielt - in der öffentlichen Meinung wird das Treffen daher eher kritisch bewertet. Sicher auch aus diesem Grund nennen 3 Prozent der Deutschen explizit den Aspekt „Klima" als ein dringliches Themengebiet. Soziale Sicherung und Armut zunehmend im Fokus In diesem Jahr zeigen sich 13 Prozent der Deutschen besorgt darüber, dass das soziale Netz grobmaschiger geworden ist. Mit einem Zuwachs um 5 Prozentpunkte belegt dieses Thema Platz 5 der Liste. In diesem Zusam- menhang ist auch die rasante Entwicklung bei der Sorge um die Armut zu interpretieren. Vor 2005 noch nicht präsent auf der deutschen Sorgenliste, schnellt dieses Thema mit aktuell 10 Prozent auf Rang 10 - die Zahl der beunruhigten Bürger hat sich seit vergangenem Jahr verdreifacht. Im Osten größere Beunruhigung über Arbeitslosigkeit In beiden Teilen Deutschlands nimmt die Arbeitslosigkeit als größtes Prob- lem eine zentrale Stellung ein. Dabei sind die Menschen in den neuen Bun- desländern mit 63 Prozent stärker beunruhigt als in den alten mit 51 Pro- zent. Dies kann durch die dauerhaft höhere Arbeitslosenquote in den neuen Bundesländern erklärt werden. Die merkliche Entspannung bei der Sorge um den Arbeitsmarkt wird jedoch von beiden Regionen gleichermaßen ge- tragen. Bei der Sorge um Preise und Kaufkraft zeigt sich eine Annäherung von Ost und West - im negativen Sinn. Das Thema hat in beiden Gebieten einen starken Anstieg erfahren und erreicht jetzt 39 Prozent im Osten und 37 Prozent im Westen. Preise, Kaufkraft und Arbeitsmarkt gehen alle an Getrennt nach Lebenswelten zeigen sich zwar naturgemäß bedeutende Unterschiede bei der Wahrnehmung der Themen, doch bei manchen Prob- lemen sind sich die Deutschen über alle Lebenswelten hinweg einig. So beschäftigt die Situation auf dem Arbeitsmarkt die Befragten aller Le- benswelten sehr stark. Die Bürger in der einfachen Lebenslage sind am stärksten beunruhigt. Jedoch sind diejenigen, die von der schwierigen Ar- beitsmarktlage nicht mehr beziehungsweise noch nicht direkt betroffen sind, etwas weniger besorgt, beispielsweise Rentner und Auszubildende. Letztere betrachten dagegen die Jugendarbeitslosigkeit sehr viel kritischer. Große Einigkeit zeigt sich auch bei der Preis- und Kaufkraftentwicklung, die die Bürger über alle Lebenswelten hinweg alarmiert. Einzig Auszubildende und Studenten zeigen sich weniger beunruhigt. Für die Jüngeren birgt dagegen das Thema Bildungspolitik deutlich größere Relevanz. Über den Bildungsstand im Lande machen sich aber auch die gehobenen sozialen Schichten leicht überdurchschnittlich Gedanken. Obwohl selbst nicht davon betroffen, beschäftigen Themen wie soziale Si- cherung und Armut besser gestellte Bürger überproportional stark. Aber auch Personen mit mittleren und niedrigeren Einkommen sowie Rentner äußern hier verstärkt ihren Unmut. Gerade Ruheständler kritisieren die Si- cherheit von Renten und der Altersversorgung wesentlich intensiver als andere Gruppen. Die Bürger in einfacher Lebenslage sowie die Auszubilden- den sehen dies hingegen etwas gelassener. Zur Studie Die deutschen Ergebnisse sind ein Auszug aus der GfK-Studie „Challenges of Europe" und basieren auf rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auf- trag des GfK-Nürnberg e.V. im April 2008 durchgeführt wurden. Die aus- führlichen europäischen Ergebnisse dieser Studie werden Ende Juli in Form einer Pressemitteilung von der GfK veröffentlicht. Grundlage der Untersuchung ist folgende offene Frage, die jedes Jahr un- verändert gestellt wird: „Welches sind Ihrer Meinung nach die dringendsten Aufgaben, die heute in Deutschland zu lösen sind?" Die Befragten erhalten keinerlei beschränkende Vorgaben für ihre Antwortmöglichkeiten, Mehr- fachnennungen sind möglich. Weitere Informationen: Birgit Müller, Tel: +49 911 395-3029, Fax +49 911 395-4084, birgit.mueller@gfk.com Zum GfK-Nürnberg e.V. Der GfK-Nürnberg e.V. ist ein 1934 gegründeter Verein zur Förderung der Marktforschung, der sich aus rund 500 Firmen und Einzelpersonen zusam- mensetzt. Zweck des Vereins ist es, Grundlagenforschung durchzuführen, die Aus- und Weiterbildung von Marktforschern zu fördern und regelmäßig Studien zu erstellen, die den Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden. Mit einem Anteil von 56,7 Prozent der Aktien ist der Verein Hauptanteilseigner der GfK Aktiengesellschaft. Zur GfK Gruppe Die GfK Gruppe, weltweit die Nummer 4 der Marktforschungsunternehmen, ist in den drei Sektoren Custom Research, Retail and Technology und Media aktiv. Insgesamt gehören der GfK Gruppe 115 operative Unternehmen an, die über 100 Länder abdecken. Von den 9.297 Beschäftigten (Stand 31. März 2008) arbeiten 81,1 Prozent außerhalb Deutschlands. Weitere Informa- tionen erhalten Sie unter www.gfk.com.

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