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Beim Rennfahrernachwuchs geht die Deutsche Post ab

Profi-Rennsportler müssen heute längst nicht mehr nur geschickt mit Gas und Bremse jonglieren, sondern auch mit den Medien und der Öffentlichkeit. Ein Lächeln im Gesicht und ein flotter Spruch auf den Lippen reichen da als Kompetenz bei weitem nicht aus. Neben Talent ist eine intensive Förderung deshalb das A und O auf dem Weg zum Berufssportler. Eines der intensivsten, aber auch exklusivsten Nachwuchsförderprogramme betreibt seit 2004 die Deutsche Post AG. Der Logistikdienstleister bietet pro Jahr zwar über 2300 reguläre Ausbildungsplätze, jedoch nur sechs handverlesene bei der Deutschen Post Speed Academy. Die Grundvoraussetzungen für eine Aufnahme sind relativ simpel - theoretisch. Die deutschen Kandidaten müssen nur jünger als 25 sein und in einer beliebigen Rennserie als Fahrer aktiv. Doch natürlich sind die raren Plätze heiß begehrt, so dass am Ende Auftreten und vor allem Talent entscheiden. Junge Rennfahrer, die diese Hürde genommen haben, werden sowohl finanziell als auch durch vielfältigste Trainings- und Weiterbildungskurse unterstützt, vom Fahrertraining über den Fitnesskurs bis hin zum „Knigge-Seminar". Das hohe Qualitätsniveau der Ausbildung belegen frühere Absolventen wie Timo Glock und Adrian Sutil, die es bis in die Formel 1 geschafft haben, die Königsdisziplin des Motorsports. Doch auch die aktuellen sechs Förder-Kandidaten haben es faustdick hinter den Ohren. Allen voran Maro Engel, dem 23-jährigen Münchner gelang zur aktuellen Saison als erster Speed-Academy-Teilnehmer der Sprung in die DTM. Einen rasanten Start legte auch der erst 15-jährige Daniel Abt, Sohn von DTM-Teamchef Hans-Jürgen Abt, bei der ADAC Formel Masters hin. Neu und bereits erfolgreich dabei ist Michael Klein, der im deutschen Formel3-Cup vor kurzem sein sensationelles Debüt gab. Nun wagt er wie Mitkandidat Jens Klingmann den Sprung zur Formel 3 Euro Serie. Bereits im zweiten Jahr ist der 18-jährige Marco Wittmann Mitglied des Förderprogramms, er gibt zurzeit in der Formel BMW Europa Gas. Der stärkste Markenpokal Deutschlands ist dagegen die Spielwiese von René Rast: Im Jahr 2007 fuhr der heute 21-Jährige beim Porsche Carrera Cup zweimal aufs Podium. Um möglichst viel Know-how zu vermitteln ist die ebenfalls sechs Köpfe zählende Jury genauso vielseitig wie die Förderkandidaten. Bewertet werden müssen schließlich nicht nur die fahrerischen Leistungen, sondern auch die Performance abseits der Strecke und in den Seminaren, Lehrgängen und Kursen. In der Jury sitzen 2008 deshalb Rennprofis wie Hans-Joachim Stuck, Timo Glock (Formel 1) und Christian Menzel (Porsche Carrera Cup Asia) genauso wie Medienexperten: die Formel-1-Moderatoren Kai Ebel (RTL) und Peter Lauterbach (Premiere) sowie Leopold Wieland, Redaktionsleiter von AUTO BILD Motorsport. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die jungen Rennfahrer, die durch eine harte Schule gehen. Doch der Einsatz lohnt sich: Die von der Jury beurteilte Gesamt-Performance der Kandidaten schlägt sich für diese direkt in der „Portokasse" nieder. Eine Finanzspritze, die alle gut gebrauchen können, schließlich ist kaum ein Sport so teuer wie der auf vier Rädern.

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