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TUI Deutschland stellt strategische Weichen für die Zukunft

Die TUI Deutschland, die Nummer eins im deutschen Reisemarkt, will ihre Profitabilität deutlich erhöhen und ihre Marktführerschaft weiter ausbauen.Im Rahmen einer Investorenkonferenz des Mutterkonzerns TUI Travel PLC in London hat Dr. Volker Böttcher, Deutschland-Chef und im Vorstand für Europa Mitte verantwortlich, am Dienstag vor Analysten der Londoner Börse die Strategie vorgestellt. Ausgehend von der langjährigen Spitzenstellung, der hohen Bekanntheit der Marke TUI, der im Vergleich zum Wettbewerb höheren Durchschnittserlöse pro Kunde und stabiler Wachstumsraten über alle Marken und Segmente, sieht Böttcher TUI Deutschland in einer guten Ausgangsposition, um die Gewinne zu steigern. "Unsere mittelfristige Strategie", so Böttcher, "besteht darin, werthaltiges Wachstum zu erzielen, die Margen weiter zu verbessern und so die Erwartungen der Aktionäre zu erfüllen".

Die Neuausrichtung erfolgt vor dem Hintergrund sich verändernder Rahmenbedingungen in der Tourismusbranche. Der Markt für klassische Badepauschalreisen rund ums Mittelmeer stagniert auf hohem Niveau, lediglich die Badepauschaltouristik auf der Fernstrecke wächst. Zwar konnte TUI sich von dieser Marktentwicklung zuletzt positiv absetzen, doch sind die Wachstumschancen in diesem Segment langfristig auch für den Marktführer eher gering. Außerdem ist es schwieriger geworden, für den Kunden erlebbare Unterscheidungen zu gestalten, dadurch erscheinen die Produkte austauschbarer und im Abverkauf entscheidet häufig der Preis über Erfolg oder Misserfolg. In derart preisgetriebenen Märkten ist werthaltiges Geschäft nur unter bestimmten Voraussetzungen zu erzielen: Eine gute Produktqualität und Alleinstellungsmerkmale sind wesentliche Erfolgskriterien.

Der Markt der Billigflieger hingegen wächst, ebenso wie die Nutzung von Online-Portalen, was die Nachfrage nach Reisebausteinen verstärkt. Ein weiterer, wichtiger Markttrend: Die Bedürfnisse der Urlauber werden immer individueller, wodurch die Nachfrage nach Spezial- und Nischenangeboten steigt.

Die strategischen Ziele der TUI - verbesserte Margen und werthaltiges Wachstum - werden im Wesentlichen durch vier Maßnahmenbündel erreicht:

1. Verbesserung der Effizienz des Geschäftsmodells: Die eigenen Flugkapazitäten werden so angepasst, dass sie den Bedürfnissen des Reiseveranstalters entsprechen. Der Zeitpunkt dafür ist günstig, da sich der deutsche Flugmarkt derzeit in hohem Tempo konsolidiert und Überkapazitäten abgebaut werden. Dadurch verringert sich die Notwendigkeit, Sonderangebote in den Markt zu geben. Analog dazu wird das Hotelportfolio optimiert, indem solche Häuser aus dem Programm genommen werden, die lediglich dazu dienten, Flugsitze zu füllen. Diese mussten in den letzten Jahren oft kurzfristig und zu wenig attraktiven Konditionen eingekauft werden. Die Zahl hochprofitabler Hotels im Portfolio wird also steigen, die Zahl unprofitabler Hotels sinken. Damit verbunden erzielt TUI eine bessere Position beim Hoteleinkauf.

2. Verbesserung der Margen durch unverwechselbare Produkte: TUI schafft für den Kunden einzigartige Urlaubserlebnisse. TUI wird die Zahl der gebrandeten und selbst betriebenen Hotels sowie der Hotelexklusivitäten erhöhen. Erfolgreiche First-Choice-Produkte werden auf dem deutschen Markt angeboten. Der Bereich Spezialgeschäft (unter anderem Premium- und Bausteinprodukte) wird ausgebaut.

3. Ausbau des Eigenvertriebs: Der Anteil der konzerneigenen Reisebüros (inklusive Franchise) sowie der eigenen Online-Portale am gesamten touristischen Umsatz in Deutschland soll von derzeit 24 Prozent auf 38 Prozent im Jahr 2011 erhöht werden. Auch im Fremdvertrieb soll der Anteil strategisch engagierter Partner durch eine stark leistungsorientierte Vergütung ausgebaut werden.

4. Prozessexzellenz: Durch eine neue Produktionsplattform, die in den nächsten Jahren unter dem Projektnamen "Neues Produktionsmodell (NPM)" Zug um Zug implementiert werden wird, verstärkt TUI die Flexibilität und senkt die IT-Kosten. Bereits im Geschäftsjahr 2004/2005 (Kostensenkungsprogramm "Fit for Future" durch Personalreduzierungen und Outsourcing bei TUI Deutschland) und 2005/2006 (Neuorganisation mit Einführung der "One Company" Struktur) unternahm TUI große Anstrengungen zur Steigerung von Effizienz und Kosteneinsparung. Jetzt geht es darum, durch gesteigerte Effizienz der Prozesse Kräfte freizusetzen, die für weiteres Wachstum notwendig sind.

"Kurzfristig", so Volker Böttcher zusammenfassend, "ist flexible Kapazitätsanpassung der Schlüssel zum Erfolg. Langfristig jedoch geht es um Produktdifferenzierung und Kundenorientierung". Unter dem Strich ergibt das einen Paradigmenwechsel im Verkauf: Statt Produkte in den Markt zu drücken, kreiert TUI Produkte, die der Markt fordert: pull statt push.

Volker Böttcher: "Wir starten von einer sehr guten Position und sind auf dem richtigen Weg. Ich bin überzeugt davon, dass wir so unsere Ziele erreichen werden - gemeinsam mit unseren hoch motivierten Mitarbeitern."

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