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Citrix Systems übernimmt XenSource
Citrix Systems beabsichtigt, XenSource, Inc. zu übernehmen. Beide Unternehmen gaben gestern eine entsprechende Vereinbarung bekannt. XenSource ist ein privates Unternehmen mit Sitz in Palo Alto, Kalifornien.Die Übernahme wird voraussichtlich im vierten Quartal 2007 abgeschlossen sein und Citrix Systems etwa 500 Millionen US-Dollar kosten. Die Summe setzt sich aus Bargeld und Aktien zusammen. Mit den Produkten von XenSource will Citrix Systems sein Portfolio im Bereich Server- und Desktop-Virtualisierung weiter ausbauen. Außerdem wird durch die Übernahme Citrix' Partnerschaft mit Microsoft weiter gestärkt, denn die Virtualisierungsprodukte von XenSource sind abgestimmt auf den geplanten Microsoft Windows Hypervisor mit dem Code-Namen „Viridian". „Die Kombination von Citrix und XenSource wird mehr Auswahl und Flexibilität in den Markt bringen, vor allem für Citrix' breite Kundenbasis", sagt John Humphreys, Program Vice President of Enterprise Virtualization von IDC.
XenSource entstand an der Universität Cambridge. Das Unternehmen ist ein Anbieter von Virtualisierungs-Lösungen auf Basis des Open Source Xen Hypervisor. Die sogenannte Xen Virtualisierungs-Engine wird in einer aktiven Open Source Community weiterentwickelt. Beteiligt sind Ingenieure und Entwickler aus Unternehmen wie Intel, IBM, HP und AMD. Durch diese ständige Weiterentwicklung bietet die Xen Engine hohe Leistungsfähigkeit und unterstützt die neuesten Hardware-basierten Virtualisierungs-Features von Intel und AMD.
XenSource wird neuer Citrix-Geschäftsbereich
Nach Abschluss der Übernahme wird XenSource mit dem Team und allen Produkten in die neue Citrix-Abteilung Virtualization & Management übergehen. Der bisherige CEO von XenSource Peter Levine wird diesen neuen Citrix-Geschäftsbereich leiten und direkt an den Citrix CEO Mark Templeton berichten. Citrix Systems wird auch die Open Source Community weiter unterstützen. Diese Aktivitäten werden von Ian Pratt geleitet, der XenSource mit gegründet hat. „Der Markt hat jetzt eine starke Alternative, die von einem der erfolgreichsten Software Infrastruktur-Unternehmen in der gesamten Branche unterstützt wird", erklärt Peter Levine. „Wir wollen nicht um die bereits abgedeckten 5 Prozent im Virtualisierungs-Markt kämpfen, sondern uns auf die übrigen 90 Prozent im Server- und Desktop-Bereich konzentrieren, die neue Möglichkeiten bieten."
Meilenstein für Virtualisierungs Open Source Community
XenSource hat erst vor Kurzem eine neue Version von seinem Kernprodukt XenEnterprise herausgebracht. Die High Performance Virtualisierungs-Plattform XenEnterprise v4 bietet mehr Management-Möglichkeiten und ist besser skalierbar. Diese neue Version 4 wurde sehr gut im Markt angenommen – die Kundenbasis vergrößerte sich in den letzten 90 Tagen um mehr als die Hälfte auf über 650 Kunden. „Die Übernahme ist ein Meilenstein für das Xen Projekt", zeigt sich Ian Pratt von XenSource überzeugt. „Citrix fühlt sich unserer Open Source Community und den Prinzipien von Transparenz und Neutralität verpflichtet, so dass wir weiter am Referenz-Standard für Virtualisierung arbeiten können."
Die Übernahme wird auch die Beziehung zu Microsoft stärken. Citrix Systems und XenSource unterhalten beide jeweils langjährige Partnerschaften zu Microsoft. „Obwohl der Markt sich noch in einem sehr frühen Stadium befindet, bietet Virtualisierung viele Vorteile im Hinblick auf Kosten und mögliche Innovationen", sagt Bob Muglia, Senior Vice President von Microsoft Server & Tools Business.
Application Delivery vom Rechenzentrum bis zum Desktop
Citrix Systems ist bereits seit langem einer der führenden Anbieter von Virtualisierungsprodukten. Mit dieser Übernahme baut Citrix die Virtualisierung auf einer anderen Anwendungsebene weiter aus, zum Beispiel für die Server- und Storagevirtualisierung in Rechenzentren. Citrix wird die XenSource Produkte über seinen weltweiten Vertrieb mit mehr als 5.000 Channelpartnern verkaufen. Der Ausbau von strategischen Partnerschaften mit Anbietern aus dem Bereich Server- und Rechenzentrums-Infrastruktur ist geplant, um das OEM-Geschäft anzukurbeln. Im Storage Markt wird Citrix Systems die erfolgreiche Strategie von XenSource im Wesentlichen fortsetzen. Eine kürzlich geschlossene Partnerschaft zwischen XenSource und Symantec stellt sicher, dass Symantecs Veritas Storage Foundation und die Veritas NetBackup Lösungen mit XenEnterprise kompatibel sind. Kunden können so dieselben Lösungen für ihre virtuellen und physischen Speicherumgebungen nutzen.
Auch im Bereich der Desktop-Virtualisierung wird die Kombination von Citrix Systems und XenSource den Markt erweitern. Analysten von IDC schätzen, dass in den nächsten fünf Jahren bis zu 30 Millionen Büromitarbeiter mit virtuellen Desktops arbeiten werden und so ein neuer Milliarden-Dollar-Markt für Desktop-Virtualisierung entsteht. „Unsere gesamte Produktlinie zur Anwendungsbereitstellung wird mit dieser Übernahme flexibler und dynamischer", erklärt Mark Templeton, President und Chief Executive Officer von Citrix Systems.
Details der Übernahme
Citrix Systems wird XenSource für einen Kaufpreis von annähernd 500 Millionen US-Dollar in Bargeld und Aktien übernehmen. Hierin enthalten sind auch ungefähr 107 Millionen US-Dollar in nicht frei verfügbaren Aktienoptionen („unvested stock options").
Diese Übernahme wurde vom Board of Directors von beiden Unternehmen freigegeben und wird wahrscheinlich im vierten Quartal 2007 abgeschlossen sein. Der Abschluss der Übernahme ist Gegenstand verschiedener Bedingungen. Dazu gehören auch eine Prüfung und Freigabe durch die Regulierungsbehörden gemäß des Antitrust Improvements Act von 1976, eine Freigabe durch die Aktionäre von XenSource und andere Vorraussetzungen.
Unter der Voraussetzung, dass die Transaktion wie geplant abgeschlossen wird, trägt die Übernahme wahrscheinlich ein Plus von etwa 1 Million US-Dollar Umsatz bei und führt zu Zusatzkosten von 3 Millionen US-Dollar an direkten Kosten und betrieblichen Aufwendungen im Finanzjahr 2007. Für das Finanzjahr 2008 steigert die Übernahme den Umsatz wahrscheinlich um 50 Millionen US-Dollar und führt zu Mehraufwendungen von 60 bis 70 Millionen US-Dollar an direkten Kosten und betrieblichen Aufwendungen. Die Transaktion wird auch zu annähernd 8 bis 10 Millionen US-Dollar für Abschreibungen in Forschung und Entwicklung in dem Quartal führen, in dem die Übernahme abgeschlossen wird.
Diese angenommenen direkten Kosten und betrieblichen Aufwendungen berücksichtigen nicht Aufwendungen für aktienbasierte Kosten, Aufwendungen aus Abschreibungen und andere Kompensationszahlungen.
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