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/Wir, rund 40 Hörerinnen und Hörer von radiomultikulti, haben uns am 18. Juni 2008 zusammengefunden, um den Freundeskreis radiomultikulti ins Leben zu rufen. Als Freundeskreis radiomultikulti werden wir das Wort und die Initiative ergreifen, um die Schließung des Senders zu verhindern. Wir nehmen unsere Arbeit auf der Basis folgender Erklärung auf./
// Die angekündigte Schließung von radiomultikulti ist eine falsche Entscheidung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). Der RBB verweigert damit seine zentrale Aufgabe, alle Bewohner seines Sendegebietes über Politik und Gesellschaft in der Region zu informieren. Rund 25% aller Berlinerinnen und Berliner haben einen Migrationshintergrund. radiomultikulti ist das einzige öffentlich-rechtliche Programm, das sich an diese Hörerschaft wendet. In 21 Sprachen ausgestrahlt, schlägt das Programm eine Brücke zwischen der deutschen Mehrheitskultur und den Migranten- und Minderheitskulturen im Großraum der Bundeshauptstadt. Mit sehr begrenzten Mitteln hat die engagierte Redaktion multikulturelle Metropolenkultur sichtbar gemacht und transportiert. Längst ist radiomultikulti zum Vorbild zahlreicher Sender rund um den Erdball geworden.
* Radiomultikulti ist ein Beitrag für eine Kultur des Miteinanders und gegen das wachsende Entstehen von Parallelgesellschaften. Die Einstellung von radiomultikulti wäre deshalb ein Rückschlag für diese Integrationsbemühungen.*
Wir sagen: Der RBB vernachlässigt seinen gesellschaftlichen Auftrag und konzentriert sich stattdessen darauf, mit austauschbaren Programmen kommerziellen Sendern Konkurrenz zu machen. Damit macht sich öffentlich-rechtlicher Rundfunk überflüssig. Die Einstellung von radiomultikulti widerspricht den Bemühungen der Bundesregierung und der Bundesbeauftragten Maria Böhmer, die Interessen und Themen von Migrantinnen und Migranten thematisch und personell stärker in den Medien zu berücksichtigen - eine Aufgabe, für die laut Arbeitsbericht der Arbeitsgruppe Migration und Medien sogar zusätzliche Anstrengungen notwendig sind. Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung des RBB ein Skandal! Die Aussage von Intendantin Dagmar Reim, Migranten würden künftig im gesamten Programm des RBB stärker berücksichtigt, ist eine reine Schutzbehauptung. Die Übernahme des Programms von Funkhaus Europa ist aufgrund des fehlenden regionalen Bezugs keine Alternative. Wir vermissen jegliches Konzept, das den genannten Forderungen gerecht wird. Nichts zeigt den fatalen Irrweg der Intendantin deutlicher als der hörbare Beifall rechtsradikaler Kreise für ihre Entscheidung. Seit Wochen feiern diese das geplante Aus von radiomultikulti. Auch beim Webmaster der Kampagnenwebsite des Freundeskreises radiomultikulti, www.multikulti.eu, treffen vermehrt eindeutig rechtsradikale Beiträge ein, die mit dem Argument „Deutschland den Deutschen" die Entscheidung begrüßen. Auch aus diesem Grunde fordern wir RBB-Leitung und den Rundfunkrat auf, ihre Entscheidung zu korrigieren.
Der Freundeskreis radiomultikulti wird ab sofort mit phantasievollen Aktivitäten die Öffentlichkeit informieren und wach rütteln. Weiterhin sollen über den Sommer mindestens 20.000 Unterschriften für den Erhalt von radiomultikulti gesammelt und der RBB-Intendantin öffentlichkeitswirksam übergeben werden. Der Freundeskreis wird sich wöchentlich treffen, um Aktionen zu planen. Wir freuen uns auf weitere Mitstreiter; auch Spenden sind willkommen.
/ Der Freundeskreis radiomultikulti trifft sich bis zum Beginn der Sommerpause (23.7.) wöchentlich jeweils Mittwoch, 19.00 Uhr in der Werkstatt der Kulturen. Wir freuen uns auf weitere Mitstreiter und Spenden. Weitere Informationen unter: www.multikulti.eu./
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