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Seltener Mandschurenkranich wechselt von der Wolga an den Rhein

„Bestes Blut" würde man in Tiergärtner-Kreisen sagen und so ist auch nachvollziehbar, wieso sich die Zoologen im Zoo Duisburg gerade um diesen weiblichen Mandschurenkranich bemüht haben, der bis vor kurzem noch in Moskau stand. Der Vater aus Novosibirsk, die Mutter aus Nordkorea: mit diesem Gen-Cocktail überzeugt die vierjährige Henne nicht nur auf molekularer Ebene, sondern steht auch als rund 130 cm großer Vertreter einer durch den Verlust an Feuchtgebieten äußerst bedrohten Kranichart in voller Pracht vor dem Besucher.

Der Mandschurenkranich ist grundsätzlich weiß mit schwarzen Schwungfedern und grauschwarzen Hals- und Kopfpartien. Stirn und Schädeldecke sind nicht befiedert, dabei aber leuchtend rot gefärbt. Die Geschlechter sind kaum zu unterscheiden, obschon die grauschwarzen Wangen- und Halsfedern bei den weiblichen Vögeln etwas heller wirken als bei den Männchen.

Diesen Unterschied können die Besucher nunmehr selbst versuchen auszumachen, denn seit ein paar Tagen befindet sich der seit mehr als 20 Jahren in Duisburg lebende und dabei immer noch im besten Alter befindliche männliche Mandschurenkranich mit seiner neuen Partnerin gemeinsam auf der Außenanlage. Zum Zwecke einer möglichst sanften Aneinandergewöhnung wurde ein kaum sichtbarer Trennzaun eingezogen, der einen nahen aber nicht direkten Kontakt ermöglicht. Denn Kraniche brauchen viel Zeit, den neuen Partner zu akzeptieren und reagieren anfangs durchaus aggressiv.

Gespannt sind die Pfleger, wann die ersten und für Kraniche berühmten Tänze stattfinden, denn diese stehen mitnichten nicht nur im Dienste der Verpaarung, sondern zeigen sich auch außerhalb der Fortpflanzungsperiode und helfen den Vögeln, ihre Paarbindung aufrechtzuerhalten. Mit halb ausgebreiteten Flügeln springen sie wild in die Luft, laufen in skurrilsten Verrenkungen um den Partner, um dann erneut hochzufliegen. Während dieses Rituals sind trompetenartige Rufe zu hören, wobei die Partner regelrecht duettieren.

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