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Vielfalt fördern – Menschenrechte durchsetzen

Die Bundesregierung soll beim EU-Lateinamerika-Gipfel in Lima und der 9. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention zur biologischen Vielfalt auf eine energische Umsetzung der Empfehlungen des Internationalen Agrarrates drängen. Diese Forderung erhob die Kinderhilfsorganisation terre des hommes. Um ausreichende landwirtschaftliche Produktion mit dem Schutz von Wasser, Böden, Wäldern und Artenvielfalt zu verbinden, sieht der internationale Agrarrat, ein UN-Gremium von 400 Wissenschaftlern, die Änderung weltwirtschaftlicher Rahmenbedingungen als dringlich an.

„Grüne Revolution und die Missachtung der sozialen und wirtschaftlichen Rechte der Kleinbauern im internationalen Handelsregime haben zur Zerstörung biologischer Vielfalt und der Lebensgrundlagen der kleinbäuerlichen Bevölkerung geführt", kritisiert Bodo von Borries, der das terre des hommes-Programm in Südamerika koordiniert. „Unsere Partner zeigen jedoch seit Jahren, dass mit der Wiedergewinnung der traditionellen Agrarkultur die natürliche Vielfalt bewahrt und die Ernährung gesichert werden kann."

Statt jedoch solche erfolgreichen Initiativen verstärkt zu fördern, würden viele von gegenläufigen Regierungsentscheidungen bedroht, so von Borries. In Peru etwa durch die Bevorzugung von Bergwerksprojekten. Die jedoch vergifteten Luft, Wasser und landwirtschaftliche Produktion. Statt Bauern zu schützen, verfolge die peruanische Justiz ihre Vertreter derzeit als „Terroristen". In Kolumbien würden Bauernfamilien vertrieben, um naturzerstörenden Exportplantagen für Agrospritproduktion Platz zu machen.

Zwar bedauere das jüngste Positionspapier zum Thema des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zum Thema Agrartreibstoffe, dass es bislang nicht gelungen sei, verbindliche soziale Standards in der Welthandelsordnung zu verankern und verweise deshalb „zunächst" auf freiwillige Initiativen. Verschwiegen werde jedoch, dass die EU einer der Hauptbremser bezüglich der Etablierung von Sozialstandards sei, kritisiert von Borries. Verbindlicher Menschenrechts- und Umweltschutz müsse über Konferenzerklärung und politische Nischenregelungen hinaus Eingang in die Welthandelsordnung finden.

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