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Bundesregierung muss im Adoptionsrecht nachbessern

Das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk terre des hommes hat die Bundesregierung aufgefordert, das deutsche Adoptionsrecht im Sinne des Haager Übereinkommens nachzubessern. Die Haager Konvention ist nach Auffassung von terre des hommes ein entscheidendes Instrument bei der Bekämpfung des Kinderhandels. Die Bundesrepublik hat das Vertragswerk im Jahre 2001 ratifiziert. In einer kritischen Zwischenbilanz zum 15. Jahrestag des „Haager Übereinkommens über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption" wies terre des hommes aber auch auf Mängel hin. Unklarheiten gäbe es zum Beispiel in der Zusammenarbeit zwischen Mitglieds- und Nichtmitgliedsländern. In diesem Zusammenhang verwies terre des hommes auf einen geplanten Staatsvertrag zwischen Deutschland und Vietnam, der in krassem Widerspruch zur Haager Konvention stehe. Auch bei sogenannten Selbstbeschaffungsadoptionen sieht terre des hommes dringenden Handlungsbedarf. „Auslandsadoptionen ohne jede Beteiligung anerkannter inländischer Fachstellen verstoßen gegen die Konvention und gegen das deutsche Adoptionsgesetz", sagte Bernd Wacker, Adoptionsexperte von terre des hommes. „Dennoch wird eine große Zahl von Adoptionen auf diesem Wege durchgeführt."

Im Mittelpunkt einer Adoption müsse das Wohl des Kindes stehen. Auslandsadoptionen seien dann eine Lösung, wenn es keine anderen Formen der Hilfe und Unterbringung eines Kindes im Geburtsland gebe. terre des hommes kritisierte, dass eine solche Prüfung nicht in allen Herkunftsländern gewährleistet sei. Es sei höchste Zeit, Auslandsadoptionen ohne fachliche Vorbereitung und Begleitung endgültig einen gesetzlichen Riegel vorzuschieben.

terre des hommes hat zwischen 1967 und 1998 mehr als 2.800 Waisen und verlassene Kinder an Adoptivbewerber in Deutschland vermittelt und an den Vorarbeiten zur Verabschiedung des Haager Übereinkommens mitgewirkt.

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