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Gutsituierte Senioren im Norden – wohlhabende Junge im Süden

Der Hauptanteil der Kaufkraft in Deutschland liegt in den Händen der Menschen zwischen 30 und 60 Jahren. Die 40- bis 49-Jährigen sind mit durchschnittlich 26.798 Euro pro Einwohner und Jahr die kaufkräftigste Alters- gruppe Deutschlands. Personen, die über 60 oder jünger als 30 Jahre sind, verfügen über eine zum Teil erheblich geringere Durch- schnittskaufkraft, wie die Studie GfK Kaufkraft nach Altersklassen zeigt. So unterschiedlich sich die Kaufkraft über das Bundesgebiet verteilt, so stark variiert sie auch innerhalb der Altersgruppen. Bei Betrachtung der Gesamtvolumina haben mit 368 Milliarden Euro die 40- bis 49-Jährigen die Nase vorn, gefolgt von den Senioren über 65 Jahren mit 339 Milliarden Euro. Ein verfügbares Einkommen von insgesamt 289 Milliarden Euro steht den 30- bis 39-Jährigen zur Verfügung, gefolgt von 272 Milliarden Euro bei den 50- bis 59-Jährigen. GfK Kaufkraft nach Altersklassen Deutschland 2008 Je Einwohner und Jahr in Euro Altersgruppe 15 - 19 Jahre 3.806 Altersgruppe 20 - 29 Jahre 15.175 Altersgruppe 30 - 39 Jahre 25.823 Altersgruppe 40 - 49 Jahre 26.798 Altersgruppe 50 - 59 Jahre 25.167 Altersgruppe 60 - 64 Jahre 24.903 Altersgruppe 65 Jahre und älter 20.819 West-Ost-Gefälle Ein Vergleich zwischen West- und Ostdeutschland zeigt, dass der Unter- schied zwischen den verfügbaren Einkommen bei jungen Berufstätigen, den 20- bis 29-Jährigen, am geringsten ist: In Westdeutschland hat diese Alters- gruppe im Durchschnitt 15.910 Euro pro Einwohner und Jahr zur GfK GeoMarketing Verfügung, in Ostdeutschland sind es immerhin 12.573 Euro. Berlin bildet jedoch eine Ausnahme. Dort leben bedingt durch die großen Universitäten, Ministerien und nachgelagerten Bildungseinrichtungen überdurchschnittlich viele Menschen diesen Alters. Die Arbeitskräfte in dieser Altersgruppe haben jedoch meist kein hohes Einkommen; daher liegt die Kaufkraft der „Genera- tion Praktikum" mit 10.675 Euro in Berlin deutlich unter dem Durchschnitt. In der Gruppe der 50- bis 59-Jährigen klafft die Kaufkraftschere zwischen Ost und West am stärksten auseinander. In Westdeutschland liegt das durchschnittliche verfügbare Einkommen in dieser Altersgruppe bei 26.865 Euro pro Einwohner und Jahr, in Ostdeutschland dagegen nur bei 19.121 Euro. Auch hier bildet Berlin wieder eine Ausnahme: Die Kaufkraft der Altersgruppe 50 bis 59 Jahre erreicht dort mit 22.367 Euro ein deutlich höheres Niveau als im Rest der ostdeutschen Bundesländer. Diese Aus- nahmestellung Berlins setzt sich in den Altersklassen ab 60 Jahre sogar noch offensichtlicher durch. Hamburg bei Senioren vorn Bemerkenswert bei Personen, die 60 Jahre und älter sind, ist die klare Spitzenreiterrolle Hamburgs. Auffällig ist aber auch, dass die typische Kaufkrafthochburg um München in dieser Alterskategorie weniger deutlich ausgeprägt ist als bei den Jüngeren. Während Bayern in der Altersgruppe 20 bis 29 Jahre den ersten Platz belegt, rangiert es bei den 60- bis 64- Jährigen auf Platz fünf, bei den Personen über 65 Jahren nur noch auf Rang 8. Das veranschaulicht ein detaillierter Vergleich der großen Städte. So verfügen die rund 200.000 Münchner zwischen 20 und 29 Jahren über 4,3 Milliarden Euro Einkommen. Die rund 250.000 Hamburger gleichen Alters erhalten dagegen rund eine Milliarde Euro weniger Gehalt. Nur in der Altersklasse über 65 Jahren liegt die Kaufkraft der Hamburger deutlich über dem Münchner Niveau: Mit 26.471 Euro je Einwohner und Jahr stehen ihnen im Schnitt rund 2.000 Euro mehr zur Verfügung als den Münchner Rentnern. Kaufkräftiger Süden Die Über-65-Jährigen sind jedoch die einzige Altersklasse, in der die süd- deutschen Kaufkrafthochburgen von Hamburg überholt werden. Denn die bayerischen Kreise Starnberg, München und Ebersberg, aber auch der hes- sische Main-Taunus- sowie Hochtaunuskreis sind in jeder Altersklasse unter den Top 20, Hamburg hingegen nur in der Altersklasse der Über-65- Jährigen. Zur Studie Jedes Jahr wird die GfK Kaufkraft-Studie nicht nur für regionale Ebenen, sondern auch für sieben Altersgruppen berechnet. Die Kaufkraft bezeichnet das verfügbare Einkommen ohne Steuern und Sozialabgaben inklusive Transferleistungen und wird pro Kopf und Jahr in Euro und als Index aus- gewiesen. Basis der Berechnung sind, neben der Lohn- und Einkommens- steuerstatistik, einschlägige Statistiken zur Berechnung der staatlichen Leis- tungen sowie Prognosewerte der Wirtschaftsinstitute. Die GfK Kaufkraft-Studie unterscheidet keine regionalen Preisniveaus. Von der Gesamtsumme der Kaufkraft gehen monatliche Fixkosten für Mieten, private Altersvorsorge und Versicherungen, Geld für den Urlaub sowie sons- tige Ausgaben ab. Unternehmen setzen diese regionalisierten Marktdaten im GeoMarketing ein, um Zielgruppenpotenziale zu lokalisieren, Standorte zu planen und Ver- triebsgebiete zu optimieren.

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