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Ein Vielfraß im Zoo Duisburg

Zwar ist der Vielfraß als größter Vertreter der Marderartigen ein Tier mit einem jederzeit guten Appetit, ihm jedoch eine dauernde Fresssucht zu unterstellen, wie der Name ‚Vielfraß' suggerieren könnte, würde dem Tier nicht gerecht werden. Der Name des Vielfraß bezieht sich keineswegs auf die Ernährungsgewohnheiten des Tieres, sondern leitet sich vielmehr vom skandinavischen Namen Fjellfräs ab, was ins Deutsche übersetzt Gebirgs- oder Felsenkatze bedeutet. Aus dem nordischen Fjellfräs ist so über die Jahre der heute im Deutschen gebräuchliche Name Vielfraß entstanden.

Der Vielfraß erreicht eine Körperlänge von nahezu 1 m bei einem Maximalgewicht von etwa 20 kg. Mit seinem dichten braunen Fell ist er hervorragend gegen die Kälte in seinem natürlichen Lebensraum in den nördlichen Wäldern und der Taiga geschützt. Die extrem breiten Füße verhindern zudem ein Einsinken in den Schnee.

Vielfraße durchstreifen tagsüber und in der Dämmerung ihr Revier nach allerlei Fressbarem. Neben kleineren Säugetieren, Aas und Früchten scheut sich der Vielfraß auch nicht, selbst junge Rentiere und sogar neugeborene Elche zu erbeuten. Auch Vögel sind vor dem Vielfraß nicht sicher, vermag er doch hervorragend zu klettern. Vornehmlich hält er sich jedoch auf dem Boden auf, wo er in selbst gegrabenen Erdgruben oder -höhlen ruht und ausreichend Schutz vor widrigen Witterungsbedingungen findet. In diesen Erdhöhlen werden auch die bis zu 4 Jungtiere geboren und aufgezogen.

Mit der Ankunft des neuen Vielfraß-Männchens VANÜTSCHKA aus dem Zoo Moskau hofft der Zoo Duisburg auf Nachwuchs bei diesen seltenen, nur in wenigen Zoologischen Gärten gezeigten Raubtieren. Am vergangenen Wochenende traf das lange ersehnte Männchen aus dem russischen Hauptstadtzoo ein, um mit dem zuchterprobten Duisburger Weibchen RONJA für hoffentlich viele kleine Vielfraße zu sorgen.

Die beiden Vielfraße VANÜTSCHKA und RONJA können jederzeit

in ihrem Gehege gegenüber den Rentieren und Wölfen beobachtet werden. Allerdings mag auch etwas Geduld nötig sein,

da Vielfraße aufgrund ihres braunen Fellkleides bestens getarnt sind

und nicht immer auf Anhieb im natürlich gestalteten Gehege auszumachen sind.

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