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Bundesweites „Bündnis für Straßenkinder in Deutschland“ gegründet

Das Kinderhilfswerk terre des hommes hat gemeinsam mit mehr als 20 weiteren Organisationen das bundesweite „Bündnis für Straßenkinder in Deutschland" ins Leben gerufen. Das Bündnis soll den fachlichen Austausch zwischen allen Initiativen, die in Deutschland Straßenkinder betreuen, fördern und dabei helfen, die Projektarbeit zu verbessern. „Mit einer bundesweiten Vernetzung wollen wir aber auch darauf aufmerksam machen, dass das Problem nach wie vor aktuell ist", so Uwe Britten, terre des hommes-Experte für Straßenkinder. Davon zeuge die unverändert hohe Zahl der Straßenkinder in Deutschland. „Wir gehen von etwa 9.000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus, die in tatsächlicher oder latenter Obdachlosigkeit leben", erklärte Uwe Britten. „Allerdings glauben wir, dass die Dunkelziffer wesentlich höher ist."

Die nach wie vor hohe Zahl der Straßenkinder liege unter anderem daran, dass die Politik die lokalen Projekte zu wenig unterstütze. Doch auch die föderalen Strukturen Deutschlands erschweren eine erfolgreiche Arbeit: Da es in der Zuständigkeit von Ländern und Kommunen liegt, sich um obdachlose Jugendliche zu kümmern und eine Betreuung sicherzustellen, gibt es keine Lösungsansätze auf bundesweiter Ebene. Bei einer sehr mobilen Zielgruppe, die oft innerhalb kurzer Zeit ihren Aufenthaltsort wechsle, sei eine längerfristige Betreuung so nur schwer möglich. Deswegen seien die Koordination der Arbeit und der fachliche Austausch auf Bundesebene dringend notwendig, so Uwe Britten.

Eine vor kurzem durchgeführte Befragung hat weiterhin ergeben, dass etwa ein Drittel der Jugendlichen, die von den zuständigen Einrichtungen betreut werden, noch zu Hause wohnen. „Hier zeigt sich, wie wichtig die Arbeit mit den Eltern ist", sagte Uwe Britten. „Das ist eine echte präventive Aufgabe und kann eine Eskalation der ‚Straßenkarriere' des Kindes verhindern helfen." Eine weitere künftige Herausforderung der Arbeit mit Straßenkindern in Deutschland werde der Ausbau der ambulanten Weiterbegleitung sein, aber auch eine Erweiterung der Notversorgung, um junge Menschen schnell und unbürokratisch in Wohnraum unterzubringen.

Die Gründung des Bündnisses wird unterstützt von der Aktion „Eine Stunde für die Zukunft - Volkswagen-Belegschaft hilft Kindern in Not" des Volkswagen Konzernbetriebsrates. Über die Aktion werden in Argentinien, Brasilien, Mexiko, Südafrika und Deutschland Projekte für Straßenkinder gefördert.

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