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Eine Gesellschaft, die das Eigeninteresse bis zum Exzess kultiviere, zehre die Ressourcen auf, auf die das gemeinsame Leben angewiesen bleibt. Wolfgang Huber nannte als vorrangige Beispiele dafür die Familie, die Kultur und den Glauben. Aber auch wirtschaftliches Handeln selbst komme ohne Rücksichtnahme und Kooperationsbereitschaft nicht aus. „Kein Unternehmen in der Welt hat eine gute Zukunft, wenn es alle schlechten Charaktereigenschaften der Menschen in sich selbst freisetzt oder gar noch kultiviert," so der Ratsvorsitzende in Mannheim. Er sei überzeugt, dass kein Unternehmen nur auf der Grundlage des Eigeninteresses der Beteiligten überleben könnte.
Im Blick auf Debatten der letzten Wochen wies der Ratsvorsitzende in Mannheim darauf hin, dass Steuerhinterziehung durch Steuermillionäre die Vertrauenskrise gegenüber der Wirtschaftselite verstärke. Bei Steuerhinterziehung handle es sich nicht um ein „Kavaliersdelikt", sondern um Rechtsbruch, um Diebstahl an der Gemeinschaft. Vorgänge dieser Art zeigen zudem, so der Ratsvorsitzende, dass die Wirtschaft nicht nur auf Geld angewiesen ist, sondern auch auf Vertrauen. Die Erosion dieses Vertrauens ist aus Sicht der evangelischen Kirche beunruhigend - nicht nur für die Gesellschaft im Ganzen, sondern auch für die Wirtschaft selbst. Huber kritisierte aber auch die öffentliche Erregung. Auch wenn die Dimensionen sich unterscheiden, sei Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit längst zu einer Massenerscheinung geworden. Aber auch die als Kavaliersdelikte empfundenen Unterstützungen und Aufträge am Finanzamt vorbei seien Diebstahl an der Gemeinschaft.
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