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Inventur im Zoo – das große Zählen hat ein Ende

Wie alle Jahre wieder begannen die Pfleger im Zoo Duisburg rechtzeitig vor dem Jahreswechsel mit der Tier-Inventur. Dabei unterscheidet sie sich auf den ersten Blick nicht unbedingt von einer Inventur im Supermarkt. Im Geschäft um die Ecke stehen noch 25 Gläser an eingelegten Gurken der Marke X im Regal, im Zoo schreiten 4 Vertreter der Art „Afrikanischer Elefant" über ihre Außenanlage.

So einfach wie bei den Elefanten, bei denen Anzahl der Tiere und deren Geschlechter problemlos erkannt werden können, ist es beileibe nicht immer. Spätestens bei einem voll mit Fischen vieler verschiedener Arten besetzten Korallenriffbecken bedarf es einer gehörigen Portion Konzentration und eines geschulten Auges, um die Zahlen akkurat auf das Papier zu bringen. Manchmal muss aber auch der Pfleger von vorne anfangen...

Auf dem Gurkenglas steht die abgefüllte Menge auf den Milliliter genau, aber wie schwer sind eigentlich die Riesenschildkröten im Zoo? Zuschauer der erfolgreichen Doku-Soap „Ruhrpottschnauzen" wissen die Antwort: eine Waage muss her! Zwei stämmige Pfleger sind bei einigen Vertretern der lebenden Fossilien mindestens vonnöten, um eine Körpermasse von weit über 100 kg hochzuheben und sanft auf der Waage abzusetzen! Kein Aufwand für die Tiere ist zu hoch, denn schließlich wollen die Pfleger genau wissen, ob ihre Schützlinge gut im Futter stehen und an Gewicht zugenommen haben.

Wie kann der Pfleger den Bestand einer Tierart aufnehmen, deren Geschlechter sich äußerlich nicht voneinander unterscheiden? Der einmaligen Geschlechtsbestimmung der Individuen folgt darauf die Implantierung eines kleinen Mikrochips. Dieser trägt eine individuelle Nummer, die mit einem speziellen Gerät abgelesen werden kann. So gesehen laufen viele Tiere bereits mit ihrem eigenen Reisepass umher, den sie bei der Inventur quasi nur noch „herzeigen" müssen.

Das Geheimnis muss an dieser Stelle endlich gelüftet werden, wie viele Tiere in wie vielen Arten zum Stichtag 31.12.2007 im Zoo Duisburg ihr Zuhause hatten; es sind:

2.179 Tier-Individuen in 274 Arten (Unterarten und Rassen eingeschlossen)

Das Jahr 2007 sah etliche kleinere aber auch größere Veränderungen im Tierbestand. Allen voran stehen die Geburten zweier gesunder Delphinjungtiere, womit der Zoo Duisburg erstmals Delphine in 2. Generation hält. Nachzuchten bei den hoch bedrohten madagassischen Fossa, den Koalas und den Orang-Utans konnten ebenfalls im letzten Jahr verzeichnet werden. Nicht weniger als drei Großtransporte bei den Gorillas wurden organisiert mit dem erreichten Endziel, eine vielversprechende Zuchtgruppe am Kaiserberg aufzubauen. Wer weiß, vielleicht blicken die Pfleger bei der kommenden Inventur auf ihre Schützlinge und machen einen weiteren Strich auf das Papier, der gleichbedeutend wäre mit dem ersten Gorilla-Nachwuchs im Zoo Duisburg!

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