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Die Arbeiten für das neue Science-Center sind bereits in vollem Gange. Das Dynamikum entsteht derzeit auf zwei Ebenen mit einer Fläche von rund 4.000 Quadratmetern im Rheinberger. Der für die Region identitätsstiftende industrielle Gebäudekomplex einer ehemaligen Pirmasenser Schuhfabrik wird zum modernen Dienstleistungszentrum umgestaltet.
Die drei Phasen des Galopps
Wann immer es schnell gehen soll, bewegt sich das Pferd im Galopp; die eher gemächlichen Gangarten heißen Schritt und Trab. Man spricht beim Galopp von einer Dreitaktgangart, weil er aus drei Phasen besteht: Das Pferd setzt im Rechtsgalopp zunächst gleichzeitig die Beine rechts hinten und rechts vorne auf, danach wechselt es auf links hinten und links vorne (im Linksgalopp geschieht das entsprechend spiegelbildlich umgekehrt), woraufhin eine ausgeprägte Schwebephase folgt.
In Schritt und Trab übrigens zeigt das Pferd das gleiche Bewegungsmuster wie der Mensch - wenn auch übertragen auf vier Beine: Es hebt die diagonal liegenden Beine gleichzeitig vom Boden ab und setzt sie wieder auf (Kreuzgang). Die meisten Säugetiere laufen auf diese Art, also neben Pferden beispielsweise Katzen und Hunde, außerdem auch Seebären und Meerschweinchen. Der Laufstil der Tiere variiert natürlich je nachdem, wie die Beine am Körper befestigt sind und welche Länge sie haben - Hasen hüpfen eher, Rennmäuse rennen und Seebären watscheln.
Das Gegenteil des Kreuzgangs bildet der sogenannte Passgang, der vor allem bei Kamelen gut zu beobachten ist: Sie bewegen abwechselnd jeweils das rechte oder das linke Beinpaar. Durch die herabgesetzte Querstabilität, die sich im Kreuzgang automatisch ergibt, kommt die charakteristische Schaukelbewegung zustande, die den Tieren ihren Spitznamen „Wüstenschiff" eingebracht hat; auch Okapis, Giraffen und Dromedare laufen auf diese Art.
Die Pferde galoppieren lassen
Eadweard Muybridge (1830-1904) hat im Zuge einer Wette 1878 ein Verfahren erdacht und umgesetzt, bei dem ein galoppierendes Pferd von zwölf nebeneinander aufgestellten Kameras abgelichtet wurde. Über den Zeitraum von weniger als einer halben Sekunde hinweg entstand so eine Reihenphotographie eines galoppierenden Pferdes. Bei dem „Pferde-Zoetrop" im Dynamikum handelt es sich um eine zylindrische Apparatur, mit der man durch eine ausgeführte Drehbewegung solche aufeinander folgenden Bildsequenzen und 3-D-Figuren in Bewegung versetzen kann, woraufhin sich beim Betrachter der Anschein von sich vor einer Kamera bewegenden Tieren einstellt.
Der Begriff Zoetrop ist aus dem Griechischen abgeleitet und bedeutet so viel wie Lebensrad. Das optische Gerät wurde von dem britischen Mathematiker William George Horner (1786-1837) erfunden und gilt als markantes Vorläuferverfahren der Kinematographie.
Der Dynamikum-Themenbereich „Schnelle Natur"
Das Exponat „Pferde-Zoetrop" gehört im Dynamikum zum Ausstellungsbereich „Schnelle Natur", einem von acht seiner Art, die den Besuchern beim erlebten Nachvollziehen naturwissenschaftlicher Phänomene eine inhaltliche Struktur bieten. Die Natur hat das Gehen erfunden und bei Weitem mehr an Bewegungsformen. Ob im Wasser, zu Lande oder auch in der Luft: Vieles von dem, was die Natur hervorbringt, ist (teils ungewöhnlich anmutend) in Bewegung und regt zum Nachmachen und Ausprobieren an. Im direkten Kräftemessen zeigt sich im Dynamikum beispielsweise auch, wie es die Besucher in der Fortbewegung mit der Natur aufnehmen können.
Ergänzend zum Dynamikum
Das im Aufbau befindliche Dynamikum Pirmasens ist das erste und bislang einzige Science-Center in Rheinland-Pfalz. Als Mitmachmuseum lädt es seine Besucher aus allen Altersstufen dazu ein, die verschiedensten Phänomene aus Natur und Technik durch die aktive Beschäftigung mit Exponaten selbst zu erforschen und an interaktiven Experimentierstationen im wahrsten Sinne des Wortes zu be-greifen. Gegenüber vergleichbaren Einrichtungen grenzt sich das Dynamikum durch den durchgängig thematisierten Leitgedanken der Bewegung ab, der sich durch die acht Bereiche Antritt, bewegte Masse, Dreh, Bewegungsmaschinen, schnelle Natur, Menschenkräfte, Denken in Bewegung und Tanz der Welt zieht. Das Angebot richtet sich insbesondere an Kinder und Jugendliche, die auf diese Weise in idealer Ergänzung des Schulunterrichts einen neuen, spektakulären Zugang zur Welt der Naturwissenschaften erhalten, darüber hinaus an alle interessierten Bürger aus Pirmasens und dem Umland sowie Touristen. Der etwa 4.000 Quadratmeter umfassende Ausstellungsort befindet sich im traditionsreichen Gebäudekomplex der ehemaligen Schuhfabrik Rheinberger im südwestdeutschen Pirmasens, der zu einem modernen Servicecenter umfunktioniert wurde. Weitere Informationen sind unter www.dynamikum.de abrufbar.
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