Angst vor Terror oder Krieg bewegt Gesellschaften
Neben den privaten Ängsten brodeln in den Menschen auch Sorgen zu unse-
rer globalen Gesellschaft. Hier fürchtet ein Drittel Terror oder Krieg, wobei
die Angst vor Terror in den meisten Ländern überwiegt. In Westeuropa zeigt
sich die spanische und französische Bevölkerung besonders sorgengeplagt:
47 Prozent beziehungsweise 38 Prozent haben Angst vor Terroranschlägen
oder Krieg. In Zentral- und Osteuropa beschäftigt dieses Thema vor allem
die russische (41 Prozent) und polnische Bevölkerung (37 Prozent). Auch ein
gutes Drittel der Inder und Türken fürchtet sich vor diesen Bedrohungen. Für die US-Bürger hat das Thema einen geringeren Stellenwert auf der Agenda:
Ein Viertel äußert Ängste zu diesem Thema, davon haben 14 Prozent haben
Angst vor Terror und 11 Prozent vor Krieg. Ähnliche Werte gelten für Groß-
britannien, wobei die Furcht vor Terror deutlich überwiegt.
Das Thema „globale Erwärmung" und andere Umweltprobleme beschäftigt
14 Prozent der Menschen in den untersuchten Ländern. Allerdings gibt es
innerhalb einzelner Regionen starke Unterschiede. In Westeuropa sind be-
sonders die Schweden und Griechen mit jeweils 34 Prozent um die Umwelt
besorgt. Kaum Ängste vor Umweltschäden haben hingegen mit 8 Prozent die
Deutschen. Ähnlich niedrige Werte sind nur in Russland und in der Tschechi-
schen Republik zu finden (jeweils 5 Prozent). In den Vereinigten Staaten sind
die Menschen noch vergleichsweise wenig für Umweltthemen sensibilisiert -
lediglich 14 Prozent fürchten sich vor der Klimaerwärmung und anderen
Problemen.
Gedanken über den moralischen Verfall der Gesellschaft machen sich insge-
samt 13 Prozent, gefolgt von Wirtschaftskrisen mit 10 Prozent. Ebenso viele
Menschen fürchten sich vor Naturkatastrophen, wie Tsunamis, Erdbeben
oder Überschwemmungen. In Zentral- und Osteuropa - und hier besonders
die Rumänen - fürchtet sich sogar jeder fünfte vor den Naturgewalten. An
letzter Stelle rangiert mit 4 Prozent die Angst vor Epidemien. Keine Sorgen
um die globale Gesellschaft machen sich immerhin 12 Prozent.
Familie und Freunde helfen beim Umgang mit den Ängsten
Um mit all den persönlichen Sorgen umzugehen, sprechen knapp zwei Fünf-
tel der Menschen mit Freunden oder Familienmitgliedern, in Zentral- und
Osteuropa ist es die Hälfte. Manche Menschen machen das Thema mit sich
selbst aus oder suchen Beistand in religiösen Gemeinschaften. Während
insgesamt 11 Prozent angeben, dass ihnen die Religion beim Umgang mit
ihren Ängsten hilft, sind es in den USA 24 Prozent. Ähnlich hohe Werte fin-
det man lediglich in Indien und Rumänien mit jeweils einem Fünftel. Hoff-
nung für die Zukunft schöpfen viele aus ihrer Familie und Kindern. Aber auch
die Kirche und wissenschaftlicher Fortschritt werden von knapp einem Fünf-
tel als Hoffnungsträger genannt.
Vielfältiges Engagement für eine bessere Welt
In der Studie wurde auch danach gefragt, was die Menschen tun, um die
Welt zu verbessern. Darauf antwortet rund ein Drittel der Befragten, dass sie
sich moralisch korrekt verhalten und als guter Mensch leben. 15 Prozent
sagen, dass sie für wohltätige Zwecke spenden oder arbeiten. Andere enga-
gieren für sich für die Umwelt (10 Prozent) und ebenso viele treten einer
Kirche bei. Allerdings geben auch 19 Prozent der Menschen zu, sich gar nicht
für eine bessere Welt einzusetzen.
Insgesamt ist die Stimmung eher pessimistisch. Nur ein Fünftel glaubt, dass
die Welt in Zukunft besser wird. Auch hier sind unterschiedliche Ansichten
zwischen den Ländern auszumachen. Während drei Viertel der Griechen und
Türken die Zukunft pessimistisch sehen, glauben mehr als die Hälfte der
Inder an eine Verbesserung.
Zur Studie
Für die Studie „Fears", die die GfK Custom Research im Auftrag von The
Wall Street Journal Europe und mit finanzieller Unterstützung des GfK-
Nürnberg e.V. durchgeführt hat, wurden im September und Oktober 2007
insgesamt 21.000 Personen über 15 Jahren in 20 Ländern zu ihren persönli-
chen und gesellschaftlichen Ängsten befragt. Weitere Themen waren, wie
sie mit diesen Ängsten umgehen, was sie selbst tun, um die Welt zu verbes-
sern, wie sich die globale Gesellschaft entwickeln wird und wer ihnen die
größte Hoffnung für die Zukunft gibt.
Weitere Informationen: Mark Hofmans, GfK Custom Research
Development & Training Center, Tel. +32 2 475-2800,
mark.hofmans@gfk.com
Zur GfK Gruppe
Die GfK Gruppe, weltweit die Nummer 5 der Marktforschungsunternehmen,
ist in den fünf Geschäftsfeldern Custom Research, Retail and Technology,
Consumer Tracking, Media und HealthCare aktiv. Insgesamt gehören der
GfK Gruppe 115 operative Unternehmen an, die über 90 Länder abdecken.
Von den knapp 8.760 Beschäftigten (Stand 30. September 2007) arbeiten
80 Prozent außerhalb Deutschlands. Weitere Informationen erhalten Sie
unter
www.gfk.com.
The Wall Street Journal Europe (www.wsj.com)
Das Wall Street Journal Europe wurde im Jahr 1983 gegründet und hat
seinen Sitz in Brüssel. Es ist ein Unternehmen des weltweit führenden Wirt-
schaftsnachrichtenkonzerns Dow Jones & Company, zu dem auch das Wall
Street Journal, das Wall Street Journal Asia und Wall Street Journal Online,
die weltweit größte Nachrichtenwebsite auf Abonnentenbasis, gehören.
Zusammen haben diese Publikationen eine verkaufte Auflage von 2,7 Millio-
nen. Sie versorgen Wirtschaftsführer in der ganzen Welt mit global relevan-
ten Wirtschaftsnachrichten und -Informationen aus einer regionalen Per-
spektive. Die Publikationen von Dow Jones wurden mit 31 Pulitzer Preisen
für hervorragende journalistische Leistungen ausgezeichnet.
Das Wall Street Journal Europe greift auf ein globales Netzwerk von nahezu
1.900 Journalisten zurück. Es ist das weltweit größte Netzwerk von Finanz-
und Wirtschaftsjournalisten. 350 davon arbeiten in Europa und im Mittleren
Osten von 42 Büros aus und bedienen 33 Metropolen in dieser Region.
Persönlich plagt
die Menschen vor allem die Angst vor Krankheit, Tod oder Verlet-
zung. Gesellschaftlich schüren vor allem Terror und Krieg die Ängs-
te weltweit. Viele bewältigen ihre Sorgen durch Gespräche mit
Freunden oder der Familie und manche engagieren sich aktiv, um
die Welt zu verbessern. Das sind Ergebnisse aus der Studie „Fears",
welche die GfK Custom Research im Auftrag des Wall Street Journal
Europe im Herbst diesen Jahres in 20 Ländern Europas, in Indien
und in den USA durchgeführt hat.
Die Menschen sorgen sich häufig um Dinge, die in der Zukunft passieren
könnten - persönlich und in unserer Gesellschaft. Auf die Frage, vor welcher
Situation die Menschen persönlich die größte Angst haben, nannte ein Drittel
aller Befragten Tod, Krankheit oder Verletzung innerhalb der eigenen Fami-
lie. In Schweden und Bulgarien machen sich darüber sogar über die Hälfte
aller Menschen Gedanken. Allerdings sorgen sich die Amerikaner mit 16 Pro-
zent deutlich weniger um dieses Thema. Und naturgemäß sind es eher die
älteren Menschen, die Ängste zum Thema Tod und Krankheit mit sich he-
rumtragen.
Über ein Fünftel der Bürger lebt sorgenfrei
Neben den Sorgen um die Gesundheit plagt jeden Zehnten der Gedanke
einer persönlichen Finanzkrise durch Jobverlust oder ein anderes finanzielles
Desaster. 7 Prozent haben generell ein ungutes Gefühl zu ihrem weiteren
Lebensverlauf, 6 Prozent fürchten Probleme mit Kindern oder Eltern, 5 Pro-
zent haben Angst, Opfer eines Verbrechens zu werden, ebenso viele ängsti-
gen Probleme am Arbeitsplatz und 4 Prozent bereitet der Gedanke an eine
Trennung vom Lebenspartner oder Ehegatten Sorgen. Insgesamt überra-
schend ist das Ergebnis, dass 23 Prozent der Befragten angeben, keinerlei
Ängste zu haben. In Westeuropa äußert diese Ansicht ein Fünftel, in Indien
sind es 23 Prozent, in Zentral- und Osteuropa 15 Prozent, in den USA 37
Prozent und in Großbritannien sogar 43 Prozent.