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Zwergdommeln – äußerst seltene und scheue Neuankömmlinge im Zoo Berlin

Seit Anfang des Monats können aufmerksame Zoobesucher im Berliner Zoo wieder einen der seltensten Vögel Deutschlands entdecken. Über einen privaten Züchter erhielt die Fasanerie am 5. November ein Paar Zwergdommeln. Diese kleinsten mitteleuropäischen Reiher wurden in Berlin letztmals 1968 brütend festgestellt. Bis in die heutige Zeit werden Bruterfolge des scheuen Stelzvogels innerhalb Berlins Jahr für Jahr höchstens vermutet.

In den 50iger Jahren wurde der Brutbestand der Zwergdommel an der gesamten Havel noch auf ca. 40 Brutpaare geschätzt. Die Vernichtung der Schilfbestände führte letztendlich zum Verschwinden dieses extrem vom Aussterben bedrohten Reihers. In gesamt Deutschland werden jährlich weniger als 500 Brutpaare registriert, und zu sehen bekommt diesen Vogel fast kein Mensch. So erklärt sich der besondere Stolz der Tierpfleger um den Revierchef Thomas Lenzner, zwei Rohrdommeln in seinem Bestand pflegen zu können.

Die beiden Vögel müssen während der Wintermonate, die sie normalerweise unabhängig voneinander in Afrika verbringen würden, getrennt untergebracht werden - in zwei benachbarten Volieren. Bei Gefahr erstarren die nur etwa eichelhähergroßen Reiher in sogenannter „Pfahlstellung". Doch die erfahrenen Tierpfleger der Fasanerie werden es ermöglichen, dass am morgigen Tag die Pressevertreter sicher einen Blick auf die Tiere werfen können. Fotos könnten in nicht allzu ferner Zukunft in freier Wildbahn schon nicht mehr möglich sein.

Zwergdommeln sind dämmerungs- und nachtaktive Lauerjäger, die vornehmlich im Wasser ihre Beute suchen. Wie ihre großen Verwandten fliegen sie mit s-förmig gekrümmtem Hals. Im Berliner Zoo hofft man nun, dass im nächsten Frühjahr der an ein entferntes Hundegebell erinnernde Balzruf zu vernehmen sein wird und dass der Zoo in der Lage sein wird, einen Beitrag zum Erhalt dieser heimischen Art zu leisten.

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