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Nach 91 Jahren wieder im Zoo Berlin: Schaufütterung eines Fingertieres!

Bisher vom Medienrummel verschont wurde das neben Knut derzeit wohl spektakulärste Zootier, das Aye Aye. Seit Ende Juni lebte das erste nach 91 Jahren wieder in Berlin beheimatete Fingertier fast unbeachtet im neu gestalteten Nachttierhaus; und das, obwohl es wissenschaftlich sehr viel wertvoller ist als sein bäriger Zoomitbewohner! Bereits im April war der koboldähnliche „Halbaffe" als Staatsgeschenk der Republik Madagaskar im Zoo eingetroffen. Hier hatte ihn der madagassische Premierminister an den deutschen Bundespräsidenten übergeben. Anschließend zog der am 26.2.2001 in Antananarivo geborene Neuankömmling zunächst in die Quarantänestation. Dort ließ sich das streng nachaktive Männchen nur ungern sehen und versteckte sich selbst vor seinen Betreuern in der Schlafkiste. In neuer Umgebung aber hat sich das anfangs scheue Tier mittlerweile zu einem Aktivposten entwickelt. In mondhellem Dämmerlicht klettert und springt es im Geäst seiner Behausung derart wild umher, dass man fast geneigt ist, Angst um seine dünnen Finger zu haben, denen das Tier seinen Namen verdankt. Bei den Fütterungen sieht der Zoobesucher wie der gespensterähnliche Affenverwandte seinen verlängerten, knöchrigen Mittelfinger zum Speisen einsetzt. Aus mit Leckerbissen präparierten Bambusröhrchen, Kokosnüssen und dergleichen stochert er geschickt das Fressbare hervor. Seit einiger Zeit hört das pfiffige Lebewesen auf den Namen „Mario", den auch seine Hauptbezugsperson, Reviertierpfleger Mario Grüßer, trägt. Die im Freiland äußerst bedrohte Tierart ist auch in Zoologischen Gärten nur sehr selten zu sehen: innerhalb Europas nur noch im Frankfurter Zoo und in wenigen Einrichtungen Großbritanniens.

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