Einen eher unbekannten Aspekt französischer Geschichte beleuchtet die „Route zum Gedenken an die Abschaffung der Sklaverei“ im Osten Frankreichs:Die Urlaubsstraße informiert in vier Stationen über den Freiheitskampf der schwarzen Bevölkerung in den französischen Kolonien und wendet sich gegen modernen Rassismus. Die Stationen liegen in der Franche-Comté, im Elsass und in Lothringen.
Am Beginn der historischen „Zeitreise“ steht das Schloss von Joux im Juragebirge der Franche-Comté, weithin sichtbar oberhalb eines natürlichen Engpasses am Eingang der Schlucht von Pontarlier. Die Anlage aus dem 12. Jahrhundert diente als Gefängnis von Toussain Louverture. Der im 18. Jahrhundert als Sklave geborene erste schwarze General der französischen Armee war ein Gründungsvater der Republik Haiti und Vorkämpfer für die Abschaffung der Sklaverei. Heute kann die Zelle des Freiheitskämpfers besichtigt werden. Eine Ausstellung berichtet über seine Geschichte sowie sein Leben im Gefängnis, in dem er 1803 verstarb (
www.chateaudejoux.com).
Im Ort Champagney im Norden der Franche-Comté hatten die Einwohner bereits 1798 in einer Beschwerdeschrift die Abschaffung der Sklaverei gefordert. Als zweite Etappe der Themenstraße zeigt heute das „Haus der Négritude“ hier Beispiele afrikanischer Kunst sowie den Kiel eines ehemaligen Sklavenschiffes (
www.maisondelanegritude.org).
Im elsässischen Fessenheim informiert das Geburtshaus von Victor Schoelcher über das Leben des Mannes, der 1848 die endgültige Abschaffung der Sklaverei in Frankreich und seinen Kolonien bewirkte (Informationen auf Deutsch unter www.musees-alsace.org). Den Abschluss der Route bildet das ehemalige Wohnhaus des Wortführers der „Gesellschaft der Freunde der Schwarzen“ Abbé Grégoire im lothringischen Embermenil (Place de l'Abbé Grégoire 54370 Embermenil, Tel.: 0033 3 83 71 20 56).
Auskünfte zu Übernachtungsmöglichkeiten in der Franche-Comté sowie weitere Informationen auf Deutsch sind beim Regionalen Fremdenverkehrsamt unter der kostenfreien Hotline 00800 2006 2010 und im Internet unter
www.franche-comte.org erhältlich.