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"Wall Street Panik" - Wie Kredithaie die Weltkonjunktur ins Wanken bringen

Nie zuvor waren Hypothekendarlehen in den USA so billig wie in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts. Nie zuvor war es so einfach und unkompliziert, einen Immobilienkredit zu bekommen. Und selten zuvor waren die Aussichten, damit auch noch ein Vermögen zu machen, so günstig. Angesichts wachsender Nachfrage und steigender Immobilienpreise bewiesen die Immobilienfinanzierer eine bemerkenswerte Phantasie bei der Kreation neuer Kreditprodukte. Der Grund für den Erfindungsreichtum der Banken: Mit Finanzierungsinstrumenten, die einem Immobilienkäufer anfangs möglichst geringe Zahlungsverpflichtungen aufbürden, wollten sie neue, zusätzliche Käuferschichten erschließen. Dabei scheinen sie jedoch alle Grundsätze kaufmännischer Vorsicht und des menschlichen Anstands über Bord geworfen zu haben, um kurzfristigen Gewinn aus außerordentlich langfristigen Geschäften zu ziehen, von denen von Anfang an feststand, dass sie auf Dauer nicht gutgehen würden.

Hier begann das Drama, das sich seit Anfang des Jahres 2007 entfaltet hat: Kleinere und bald auch größere Hypothekenbanken gehen wegen einer anschwellenden Flut von Zahlungsausfällen säumiger Kreditschuldner bankrott. Weltweit müssen Banken hohe Milliardenverluste verkraften, einige - darunter die IKB Deutsche Industriebank, die WestLB und die SachsenLB - sind beinahe unter der Last zusammengebrochen. Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio, sprach in diesem Zusammenhang sogar von der größten Krise des deutschen Kreditgewerbes seit 1931.

Akribisch recherchiert und analysiert der Finanzexperte und Wirtschaftsjournalist Wolfgang Köhler in seinem neuen Buch die Hintergründe der US-Immobilienkrise und ihrer Ausweitung zur globalen Wirtschaftskrise. Mit profunden Kenntnissen der Materie und gleichzeitig so spannend wie ein Krimi zeigt er in „Wall Street Panik", wie die Regulierungsmechanismen des internationalen Bankensystems außer Kontrolle geraten sind und welche Konsequenzen ihre ungezähmte Macht selbst auf den Kleinanleger und Normalverbraucher hat. Ein Glossar zu den wichtigsten Begriffen der amerikanischen Großfinanz vervollständigt die packende Lektüre und macht den Titel auch für Leser interessant, die den Wirtschaftsteil ihrer Tageszeitung bisher vernachlässigt haben.

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