In den letzten Jahren gelang die Aufzucht der kleinen Reiher mit den bootförmigen Schnäbeln im Berliner Zoo nur sehr selten. Zumeist erfolgte die Eiablage erst kurz vor der Herbstzeit und die Schlüpflinge fielen im Folgenden dem schlechten Wetter zum Opfer. Aus diesem Grund entschloss sich das Zoo-Team, zwei in diesem September gelegte Eier in waghalsiger Kletteraktion aus dem Baumnest der Altvögel zu entnehmen und künstlich zu erbrüten. Eine Aktion, die durch den Schlupf eines Kückens am 7. Oktober belohnt wurde. Der kleine Nestling mit grau-braunem Dunengefieder entwickelte sich nach kurzer Schwächeperiode bis zum heutigen Tag zu einem gefräßigen Jungvogel. Auf einer Stange in der Futterküche des Reviers hockend bettelt er nach kleinen Sprotten, die ihm von den Tierpflegern gereicht werden.
Kahnschnäbel erinnern hinsichtlich ihrer Schnabelform an die viel größeren Schuhschnäbel, sind aber nicht mit diesen verwandt. Ihre Heimat ist Südamerika, wo sie in den Mangrovensümpfen vorwiegend Fische und wirbellose Wassertiere erbeuten.