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Prof. Dirk Althaus zur aktuellen Energiespardebatte in Deutschland

„Statt bis zur Gesundheitsgefährdung fossile Energie zu sparen, wäre es besser, ganzheitliche Hauskonzepte zu entwickeln, die Energie und Wasser sammeln und speichern." Ziel müsse es sein, einzeln, im Verbund oder als Stadt weitgehend selbstständig zu sein. Je früher damit begonnen werde, „umso gelassener ist der Kampf um die letzten fossilen Ressourcen zu beobachten". Prof. Dr. Dirk Althaus, emeritierter Architekturprofessor und Autor des Klassikers „Ökologisches Bauen" (1982) sowie des aktuellen Titels „Zeitenwende: Die postfossile Epoche", warnte davor, dass „viele der gegenwärtig propagierten Dämmorgien das Asbest der Zukunft" sein könnten.

Die derzeitige Klimadebatte sei - so Althaus - „viel zu kurzsichtig und ziemlich kleinkariert". Ob die fossilen Ressourcen noch hundert oder zweihundert Jahre ausreichten, sei global betrachtet wenig klimawirksam. „Das Meiste ist schon in der Luft, der Rest wird ungehemmt verbrannt, wenn nicht von uns, dann von allen anderen. Diese Moralpredigt zum Geldverdienen ist scheinheilig und zählt nicht." Der Querdenker Althaus nannte den Handel mit CO2 als „unkreativ für die Zukunft" und „im Grunde sogar unmoralisch".

Nach Althaus sei es eine ökonomische und ökologische Selbstverständlichkeit, jede Art von Energie möglichst effizient zu nutzen. Er vermisse jedoch auf allen politischen Ebenen eine ernsthafte und zukunftweisende Auseinandersetzung mit einer Tatsache, die den kommenden Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Wirtschaftsstrukturen weit in den Schatten stellen werde: das Ende der fossilen Energien. Das Ende dieser Vorräte sei seit langem absehbar - mit tiefgreifenden Veränderungen für die gesamte Menschheit.

Not-wendig im eigentlichen Wortsinn sei allein die intelligente Nutzung der Energie, die der Menschheit auch in Jahrmillionen noch unverändert zur Verfügung stehen werde: die Sonnenenergie. Althaus sieht deren Nutzung als einen der entscheidenden Evolutionssprünge der Menschheit, gleichwertig mit der Entwicklung der abstrakten Sprache und der Zähmung des Feuers. Unabhängig von Geldgebern, mutig gegenüber dem Unabänderlichen und in großen Bögen denkend zeigt er in seinem Buch „Zeitenwende: Die postfossile Epoche" Ideen und Wege auf, auch in der postfossilen Epoche „ ... dieses Leben so bequem und komfortabel wie möglich weiter zu betreiben." Dabei sei es klug, alle menschlichen Verhaltensmerkmale im Blick zu behalten, um ein „praktikables und liebenswertes Modell zu entwerfen".

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