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"Dieser aggressive Pilz befällt Weizenfelder weltweit und verbreitet sich dabei schneller als von Agrarforschern erwartet", erläutert Dr. Frank Göhlich, Produktmanager Fungizide bei Bayer CropScience. "In den nächsten Jahren drohen verheerende Ernteverluste in wichtigen Anbauländern, sollte es nicht gelingen, seine weitere Ausbreitung zu stoppen."
Geburtsstunde in Ost-Afrika
Afrikanische Forscher machten 1999 in Uganda eine folgenschwere Entdeckung. Viele Weizenbestände waren von einem parasitischen Pilz befallen. Er schwächte die Pflanzen nachhaltig, was zu einem Totalausfall der Ernte führte. Bei diesem Erreger handelte es sich um Schwarzrost (Puccinia graminis) in einer neuen, ausgesprochen aggressiven Variante. Forscher benannten diese neue Variante des Schwarzrostes nach seinem Fundort und dem Jahr des Auftretens: "Ug99". "Zu erkennen ist er an dunkelorangen bis dunkelbraunen länglichen Pusteln auf den Halmen und Blattscheiden der Pflanzen", erklärt Dr. Stefan Dutzmann, Entwicklungsmanager Getreidefungizide bei Bayer CropScience, die Krankheitssymptome.
Seither breitet sich der Erreger weiter aus. Er tauchte in Kenia, Äthiopien, dem Jemen und kürzlich auch im Iran auf. Ein Ende der Verbreitung ist nicht abzusehen. Der Verdacht, dass die Pilzsporen bereits Pakistan erreicht haben, hat sich bislang noch nicht bestätigt. Von hier ist es nicht mehr weit bis zu den Anbaugebieten Indiens, dem nach Europa und China größten Weizenproduzenten der Welt. Die Folge wäre eine zunehmende Verknappung bzw. weitere Verteuerung dieses wichtigen Grundnahrungsmittels. Experten schätzen die potentiellen jährlichen Verluste auf mehr als 2,2 Milliarden Euro.
Langfristig wären auch wärmere Regionen wie Mexiko und Nordamerika gefährdet, sollten Pilzsporen zum Beispiel von Reisenden eingeschleppt werden. Beim letzten großflächigen Ausbruch des Schwarzrostes im Jahr 1954 vernichtete dieser Schadpilz etwa 40 Prozent der US-Weizenernte. Erst Jahre später gelang es, resistente Weizensorten zu züchten, denen der Schwarzrost nicht mehr gefährlich werden kann.
Nahrungsversorgung von Schwellenländern bedroht
Derzeit gibt es keine Weizensorte, die gegen eine Infektion mit Ug99 resistent ist. Und bis neue, resistente Sorten gezüchtet sind und ausreichend Saatgut zur Verfügung steht, können noch einige Jahre vergehen. Moderne Pflanzenschutzmittel sind leider für viele Farmer in Schwellenländern wie Pakistan oder Indien unerschwinglich. "Mit Folicur® können wir eine preiswerte Lösung zur effektiven Bekämpfung von Schwarzrost anbieten", sagt Dr. Göhlich.
Die Nahrungsversorgung in den Schwellenländern ist stark vom Weizenanbau abhängig. Daher ist Ug99 besonders für sie eine Bedrohung. 2005 wurde die "Globale Rost Initiative" (GRI) gegründet, der sich auch die Welternährungsorganisation FAO angeschlossen hat. Gemeinsam wird versucht, die Ausbreitung von Ug-99 einzudämmen und so eine weitere Verbreitung zu verhindern. Neben der flächendeckenden Überwachung und dem gezielten Einsatz von Fungiziden ist es vor allem die fieberhafte Suche nach Sorten, die gegen Ug99 resistent sind. Die aktuellen Ergebnisse sind allerdings nicht sehr ermutigend: 80 Prozent der bisher getesteten Sorten sind höchst anfällig.
Geringe Gefahr für die europäische Landwirtschaft
Obwohl die moderne, intensive Landwirtschaft anfälliger für eine Reihe von Pilzerregern geworden ist, besteht nur geringe Gefahr für europäische Getreidefelder. "Der Schwarzrost tritt in wärmeren Klimazonen ganzjährig auf und baut dort ein permanent hohes Infektionspotential auf. Im kühl-gemäßigten Europa ist dies nicht möglich - der Schwarzrost verträgt keinen Frost", beruhigt Dr. Dutzmann. Zudem wirken die Pyrenäen und die Alpen als natürliche Barrieren für die Pilzsporen, die durch den Wind weiter getragen werden.
Die Bayer AG ist ein weltweit tätiges, forschungsbasiertes und wachstumsorientiertes Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Die Bayer CropScience AG zählt als Teilkonzern der Bayer AG mit einem Umsatz von 5,8 Milliarden Euro in 2007 zu den weltweit führenden, innovativen CropScience-Unternehmen mit den Tätigkeitsbereichen Pflanzenschutz, Schädlingsbekämpfung außerhalb der Landwirtschaft sowie Saatgut und Pflanzen-Biotechnologie. Mit einer herausragenden Produktpalette bietet das Unternehmen umfassenden Kundenservice für die moderne nachhaltige Landwirtschaft sowie in nicht-landwirtschaftlichen Anwendungen. Bayer CropScience beschäftigt rund 17.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist in mehr als 120 Ländern vertreten. Weitere Nachrichten zum Unternehmen unter: www.newsroom.bayercropscience.com.
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