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Vor wenigen Tagen veröffentlichte der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes seine „Schlussbemerkungen" zur deutschen Umsetzung des „Kindersoldaten-Zusatzprotokolls". „Diese Empfehlungen sind eine Ohrfeige für die Bundesregierung. Die Experten der Vereinten Nationen kommen zu dem Schluss, dass die Rechte von Kindern im Asylverfahren in Deutschland massiv verletzt werden - selbst wenn sie als ehemalige Kindersoldaten Schlimmstes erlebt haben", sagt Ralf Willinger vom Kinderhilfswerk terre des hommes, Sprecher des Deutschen Bündnisses Kindersoldaten, einem Bündnis aus 11 Nichtregierungsorganisationen. Es sei skandalös, dass auch unbegleitete Kinder und Jugendliche in Deutschland immer wieder wochen- und monatelang in Abschiebehaft genommen würden. „Wir appellieren an Kanzlerin Angela Merkel, diese beschämende Praxis zu beenden und die Rechte schwer traumatisierter ehemaliger Kindersoldaten in Deutschland nicht länger mit Füßen zu treten", fordert Willinger.
In zwölf Ländern weltweit werden rund 250.000 Kindersoldaten eingesetzt, darunter in Kolumbien, Kongo und Sri Lanka. Dort hat sich die Situation nach Beendigung des Waffenstillstandes im Januar erneut zugespitzt und es ist mit einer verstärkten Rekrutierungspraxis aller beteiligten Kriegsparteien zu rechnen. „In diesem Bürgerkrieg werden Kinder seit Jahren als Soldaten missbraucht, und zwar sowohl von den Rebellen als auch von der singhalesischen Regierung selbst, so Barbara Dünnweller, Kinderrechtsexpertin der Kindernothilfe und Sprecherin im Bündnis Kindersoldaten. Nach einem Bericht des UN-Sicherheitsrates liegt das Durchschnittsalter dieser Kinder in Sri Lanka bei 15 Jahren. „Die Bundesregierung und ihre EU-Partner sollen sich in Gesprächen mit der singhalesischen Regierung dafür einsetzen, dass Kindersoldaten sofort freigelassen werden und die Verantwortlichen für diese Kinderrechtsverletzungen zur Rechenschaft gezogen werden", so Dünnweller.
Heute startet die Aktion Rote Hand, die bis zum 12. Februar 2009 weltweit eine Million rote Hände mit Unterschriften gegen den Einsatz von Kindersoldaten sammeln und an die Vereinten Nationen übergeben möchte. Die von Deutschland ausgehende Initiative unterstützen hierzulande terre des hommes, Aktion Weißes Friedensband, die Kindernothilfe, Netzwerk Afrika Deutschland, Plan International Deutschland, World Vision Deutschland sowie amnesty international. Der „Red Hand Day" am 12. Februar erinnert an die Unterzeichnung des „Zusatzprotokolls Kindersoldaten" zur UN-Kinderrechtskonvention am 12. Februar 2002. Das katholische Hilfswerk Missio, ein Mitglied des Deutschen Bündnisses Kindersoldaten, wird am Nachmittag 30.000 Unterschriften gegen den Einsatz von Kindersoldaten an das Kanzleramt übergeben.
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