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Legasthenie, Dyskalkulie und ADHS im Doppel- oder Trippelpack?

Viele Eltern und Lehrer sind verzweifelt, weil bei einigen Schülerinnen und Schülern die schulischen Leistungen durchweg schlecht sind, obwohl das Kind sonst über eine gute Begabung verfügt. Einige Kinder zeigen massive Schwierigkeiten im Lesen, Rechtschreiben und Rechnen. Zusätzlich scheinen sie Probleme mit der Aufmerksamkeit zu haben. „Die Ursachen für diese Komorbiditäten verstehen wir bisher nur ansatzweise und die Forschung hat hier noch Einiges zu tun. Es hat sich aber in mehreren Studien gezeigt, dass Kinder mit einer Legasthenie und Dyskalkulie zusätzlich noch ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom haben können", so Frau Prof. Karin Landerl, Entwicklungspsychologin an der Universität Tübingen. „Es ist dann eine mehrdimensionale Diagnostik notwendig, um die Ursachen genau abzuklären und ein individuelles Therapie- und Förderkonzept für das Kind zu erstellen. Eine durch Intervention erzielte Verbesserung der Lese- und Rechtschreibleistung mag auch auf die Leistungen im Mathematikunterricht gewisse positive Einflüsse haben, z. B. bessere Bewältigung von Textaufgaben, eine generelle Verbesserung der Rechenleistungen kann allerdings nicht erwartet werden", erklärt Prof. Landerl.

Im Bereich der Dyskalkulieforschung erlangen mathematische Vorläuferfertigkeiten zunehmend an Bedeutung. Wie in der bereits weiter fortgeschrittenen Legasthenieforschung gilt es spezifische Basisfertigkeiten zu bestimmen, die sich als relevante Vorläufer schulischer Mathematikleistungen erweisen. „Aktuelle Befunde machen deutlich, dass Kinder mit Dyskalkulie tatsächlich bereits im Kindergarten Auffälligkeiten im Umgang mit Zahlen zeigen. Die Befunde sind höchst vielversprechend in Bezug auf die Früherkennung von Risikokindern für Dyskalkulie. Eltern, Erzieher und Lehrer müssen über die Risikofaktoren der verschiedenen Teilleistungsstörungen aufgeklärt sein, damit sie rechtzeitig die notwendigen Fördermaßnahmen einleiten können", fordert Landerl.

Auf dem 16. Bundeskongress des BVL, Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V., vom 2. bis 5. Oktober 2008 in Berlin, werden aktuelle Forschungsergebnisse zur Legasthenie und Dyskalkulie vorgestellt. In einer Vielzahl von Symposien und Workshops wird über Früherkennung und Förderung bei Legasthenie, Dyskalkulie und ADHS referiert sowie rechtliche Rahmenbedingungen aufgezeigt. Die Themen haben für Erzieher, Lehrer, Therapeuten und Eltern einen hohen Praxisbezug. Für Eltern gibt es zusätzlich ein Elternsymposium.

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