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Rivaroxaban wird von Bayer HealthCare AG und Johnson & Johnson Pharmaceutical Research & Development, L.L.C gemeinsam entwickelt.
Im NEJM wurde außerdem von Dr. Jens Lohrmann und Dr. Richard C. Becker ein Leitartikel veröffentlich mit dem Titel "New Anticoagulants -The Path from Discovery to Clinical Practice", der eine unabhänige Perspektive aufzeigt, wie die Zukunft des klinischen Thrombosemanagements aussehen könnte.
"Die Veröffentlichungen bestätigten, dass Rivaroxaban das Potenzial hat, die klinische Praxis zu verändern", sagte Dr. Bengt Eriksson, orthopädischer Chirurg am Sahlgrenska University Hospital/Östra, Göteborg, Schweden, und Leiter der RECORD1-Studie. "Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass wir nun auch mit einem oralen Gerinnungshemmer wirksam und sicher venösen Thromboembolien vorbeugen können. Dies ist von großer Bedeutung, da Patienten nach Knie- und Hüft-TEP Operationen auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ein hohes Risiko für solch lebensbedrohliche Komplikationen haben."
In der ersten Studie, RECORD1 (REgulation of Coagulation in major Orthopedic surgery reducing the Risk of DVT and PE), wurde nach der Behandlung mit dem direkten Faktor-Xa-Inhibitor Rivaroxaban eine 70-prozentige relative Risikoreduktion (RRR) für alle VTE-Ereignisse und Gesamtmortalität nach einer Hüft-TEP Operation im Vergleich zu Enoxaparin festgestellt (1,1% gegenüber 3,7%) - ohne dass dabei die Blutungsraten erhöht waren. Erste Ergebnisse von RECORD1 wurden bereits bei der Jahrestagung der American Society of Hematology im Dezember 2007 vorgestellt.
RECORD3, eine weitere, ähnlich angelegte Studie bei Patienten nach elektiver Knie-TEP Operation mit einer kürzeren Behandlungsdauer, zeigte, dass Rivaroxaban eine 49-prozentige RRR des primären Wirksamkeitsendpunkts (bestehend aus allen VTE-Ereignissen und Gesamtmortalität) bewirkte (9,6% gegenüber 18,9%) - ebenfalls ohne eine Erhöhung der Blutungsraten. Erste Resultate von RECORD3 wurden beim Kongress der International Society on Thrombosis and Haemostasis (ISTH) im Juli 2007 vorgestellt.
"Die Resultate der RECORD1- und RECORD3-Studie zeigen, dass Rivaroxaban das Potenzial hat, in der Behandlung von Thrombosen einen neuen klinischen Standard zu setzen und die weltweite Belastung durch VTE zu senken", sagte Dr. med. Frank Misselwitz, Leiter Klinische Entwicklung Hämatologie/Herz-Kreislauf bei der Bayer HealthCare AG. "Die Tatsache, dass die Wirksamkeit von Rivaroxaban einer derzeitigen Standardtherapie signifikant überlegen ist - und das bei vergleichbaren Blutungsraten - eröffnet nicht nur Patienten eine Verbesserung gegenüber den heutigen Möglichkeiten. Sie deutet darauf hin, dass wir das richtige Ziel innerhalb der komplexen Gerinnungskaskade gefunden haben könnten."
Therapien, wie etwa Heparine und auch Vitamin-K-Antagonisten (z.B. Warfarin und Phenprocoumon), bilden seit vielen Jahren das Fundament der gerinnungshemmenden Behandlung. Sowohl im ambulanten Bereich als auch im Langzeiteinsatz haben die jeweils einsetzbaren Medikamente jedoch Nachteile. Entsprechend ist die Entwicklung neuer Antikoagulanzien von großer Bedeutung, die wirksam und sicher sind, aber weder Injektionen noch eine routinemäßige Überwachung der Blutgerinnung erfordern.
Neue Daten werden am 27. Juni auf dem International Congress on Thrombosis (ICT) vorgestellt Auf dem 20. ICT (25. bis 28. Juni 2008 in Athen, Griechenland) werden in fünf Vorträgen und neun Posterpräsentationen Daten zu Rivaroxaban vorgestellt. Einer der Höhepunkte wird eine zusammenfassende Analyse der Studiendaten aus RECORD1, 2 und 3 sein: "A meta-analysis of three pivotal studies of rivaroxaban - a novel, oral, direct Factor Xa inhibitor - for thromboprophylaxis after orthopedic surgery" von Alexander Turpie, Michael Lassen und Ajay Kakkar et al., die am Freitag, dem 27. Juni von 08:30-10:00 Uhr präsentiert wird.
Alle Abstracts werden in einer Beilage der Zeitschrift Pathophysiology of Haemostasis and Thrombosis veröffentlicht.
Medizinischer Bedarf bei venösen Thromboembolien (VTE) In der EU treten jährlich über 1,5 Millionen venöse Thromboembolien auf, die für den Tod von 544.000 Menschen pro Jahr verantwortlich sind - das sind zum Beispiel mehr Todesopfer als Brustkrebs, Prostatakrebs, HIV/AIDS und Verkehrsunfälle insgesamt pro Jahr fordern.
Zu den VTE gehören die tiefe Venenthrombose, ein Blutgerinnsel in einer tiefen Vene (normalerweise im Bein), und die Lungenembolie, ein Gerinnsel in der Lunge. Beides sind ernste, potenziell lebensbedrohliche Erkrankungen. Diese Thromben können sich häufig von dem Ort an dem sie sich gebildet haben lösen und werden vom Blutstrom durch den Körper transportiert, so dass sie die Blutversorgung lebenswichtiger Organe blockieren können. Patienten, die sich einem größeren orthopädischen Eingriff unterziehen, haben ein hohes VTE-Risiko, denn während der Implantation einer Knie- oder Hüftgelenkprothese werden die großen Beinvenen beschädigt, die das Blut zum Herzen zurücktransportieren. Bei 40-60 % aller Patienten, bei denen keine präventiven Maßnahmen ergriffen werden, bildet sich im Rahmen eines größeren orthopädischen Eingriffs ein Blutgerinnsel.
Im Jahr 2005 wurden in den USA und Europa rund 815.000 Hüftgelenk-TEPs implantiert, die Anzahl der eingesetzten Kniegelenk-TEPs wird auf 761.000 geschätzt. Die Gefahr einer Thrombose besteht jedoch nicht nur bei orthopädischen Eingriffen. Thrombosen sind eine der häufigsten Krankheits- und Todesursachen weltweit. Gefährdet sind Patienten mit Vorhofflimmern, mit akutem Herzinfarktrisiko sowie stationär behandelte Patienten - beispielsweise aufgrund von Krebserkrankungen.
Mehr über VTE erfahren Sie unter www.thrombosisadviser.com.
Über RECORD1 RECORD1 verglich die Sicherheit und Wirksamkeit von Rivaroxaban mit Enoxaparin bei 4.541 Patienten nach einer elektiven Hüft-TEP Operation. Die Patienten erhielten fünf Wochen lang entweder Rivaroxaban (10 mg einmal täglich als Tablette verabreicht) oder Enoxaparin (40 mg einmal täglich subkutan).
Die RECORD1-Studie zeigte die Überlegenheit von Rivaroxaban: Die Studie ergab eine 70-prozentige relative Risikoreduktion (RRR) (p<0,001) für den primären Wirksamkeitsendpunkt, zusammengesetzt aus tiefer Venenthrombose, nicht-tödlicher Lungenembolie und Mortalität aller Ursachen im Vergleich zu Enoxaparin und eine 88-prozentige RRR (p<0,001) für schwere VTE-Ereignisse. Dies ist einer der sekundären Wirksamkeitsendpunkte, der proximale VTE, nicht tödliche Lungenembolien, sowie VTE-Mortalität abbildet.
Der primäre Sicherheitsendpunkt war schwere Blutungen. Die bessere Wirksamkeit von Rivaroxaban ging in RECORD1 nicht mit signifikanten Unterschieden im Auftreten schwerer Blutungen zwischen der Rivaroxaban- und der Enoxaparin-Gruppe einher (0,3% bzw. 0,1%, p=0,178). Rivaroxaban wurde auch nicht mit einer Beeinträchtigung der Leberfunktion in Verbindung gebracht.
Über RECORD3 RECORD3 verglich die Sicherheit und Wirksamkeit von Rivaroxaban mit Enoxaparin bei 2.531 Patienten nach einer elektiven Knie-TEP Operation. Die Patienten erhielten 10-14 Tage lang entweder Rivaroxaban (10 mg einmal täglich als Tablette verabreicht) oder Enoxaparin (40 mg einmal täglich subkutan).
Die RECORD3-Studie ergab eine 49-prozentige relative Risikoreduktion (RRR) (p<0.001) für den primären Wirksamkeitsendpunkt, zusammengesetzt aus tiefer Venenthrombose, nicht-tödlicher Lungenembolie und Mortalität aller Ursachen, für Rivaroxaban im Vergleich zu Enoxaparin und eine 62-prozentige RRR (p=0,016) für schwere VTE-Ereignisse. Dies ist einer der sekundären Wirksamkeitsendpunkte, der proximale VTE, nicht-tödliche Lungenembolien, sowie VTE-Mortalität abbildet.
Der primäre Sicherheitsendpunkt war schwere Blutungen. Die bessere Wirksamkeit von Rivaroxaban ging in RECORD3 nicht mit signifikanten Unterschieden im Auftreten schwerer Blutungen zwischen der Rivaroxaban- und der Enoxaparin-Gruppe einher (0,6% bzw. 0,5%, p=0,774). Rivaroxaban wurde auch nicht mit einer Beeinträchtigung der Leberfunktion in Verbindung gebracht.
Über das RECORD-Studienprogramm RECORD (REgulation of Coagulation in major Orthopedic surgery reducing the Risk of DVT and PE) ist ein globales klinisches Studienprogramm mit 12.729 Patienten. Im Rahmen dieses Programms wurde Rivaroxaban mit Enoxaparin zur Prävention von VTE bei Patienten verglichen, denen eine totale Knie- oder Hüftgelenk-Endoprothese (Knie-TEP / Hüft-TEP) implantiert wurde.
• RECORD1 ergab eine 70-prozentige RRR durch Rivaroxaban im Vergleich zu Enoxaparin für den primären Wirksamkeitsendpunkt bei Patienten, denen eine Hüft-TEP implantiert wurde. Das Sicherheitsprofil war bei beiden Substanzen vergleichbar. Die Dauer der Thromboprophylaxe betrug bei beiden Behandlungen fünf Wochen. • In RECORD2 ergab sich bei Patienten, bei denen eine Hüft-TEP implantiert wurde, unter einer verlängerten Therapie mit Rivaroxaban (35 +/- 4 Tage) eine 79-prozentige RRR für den primären Wirksamkeitsendpunkt und eine ähnliche Rate schwerer Blutungen im Vergleich zu Patienten unter kurz dauernder Therapie mit Enoxaparin (10-14 Tage) und anschließender Gabe von Placebo. Die Ergebnisse von RECORD2 wurden am 25. Juni online in The Lancet veröffentlicht. • In RECORD3 erzielte Rivaroxaban im Vergleich zu Enoxaparin eine 49-prozentige RRR für den primären Wirksamkeitsendpunkt bei Patienten, denen eine Knie-TEP implantiert wurde. Das Sicherheitsprofil war bei beiden Substanzen vergleichbar. Beide Behandlungen wurden 10-14 Tage lang fortgesetzt. • In RECORD4 wurde eine Therapie mit Rivaroxaban 10 mg einmal täglich mit dem derzeitigen in den USA zugelassenen Therapieschema für Enoxaparin (30 mg s.c. zweimal täglich) verglichen. Rivaroxaban erzielte im Vergleich zu Enoxaparin eine 31-prozentige RRR für den primären Wirksamkeitsendpunkt bei Patienten, bei denen eine Knie-TEP Implantation durchgeführt wurde. Das Sicherheitsprofil war bei beiden Substanzen vergleichbar. Beide Behandlungen wurden 10-14 Tage lang fortgesetzt. Ergebnisse dieser Studie wurden im Mai beim 9. Jahreskongress der European Federation of National Associations of Orthopaedics & Traumatology (EFORT) in Nizza (Frankreich) vorgestellt.
Über Rivaroxaban Rivaroxaban wird von der Bayer HealthCare AG und Johnson & Johnson Pharmaceutical Research & Development, L.L.C gemeinsam entwickelt. Aufgrund des umfangreichen klinischen Studienprogramms, ist Rivaroxaban der zurzeit am intensivsten untersuchte orale, direkte Faktor-Xa-Inhibitor weltweit. Die RECORD-Studien sind Teil eines Studienprogramms der fortgeschrittenen klinischen Entwicklung für die Thromboseprävention und -therapie in einem breiten Spektrum von Indikationen. Nach den derzeit vorliegenden Daten, die an über 20.000 Patienten gewonnen wurden, ist kein Zusammenhang zwischen der Rivaroxaban-Behandlung und einer Beeinträchtigung der Leberfunktion erkennbar. Genauere Angaben hierzu können gegeben werden, wenn Daten aus den Langzeit-Untersuchungen mit Rivaroxaban bei der Behandlung von VTE sowie bei der Schlaganfall-Prävention bei Patienten mit Vorhofflimmern zur Verfügung stehen. Voraussichtlich werden im Rahmen des geplanten klinischen Entwicklungsprogramms nahezu 50.000 Patienten untersucht werden.
Bayer HealthCare hat Ende Oktober 2007 bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) für Rivaroxaban einen Antrag auf Marktzulassung unter dem Handelsnamen Xarelto® in der EU zur Prävention von VTE bei Patienten eingereicht, die sich einem größeren orthopädischen Eingriff an den unteren Extremitäten unterziehen. Bislang wurden in mehr als 10 weiteren Ländern, darunter auch Kanada und China, Zulassungsanträge für dieses Medikament gestellt. In den USA wird ein vergleichbarer Antrag voraussichtlich Mitte 2008 eingereicht werden. Nach seiner Zulassung in den USA soll Rivaroxaban von Scios Inc. und Ortho-McNeil, Inc. vermarktet werden - beide sind Tochtergesellschaften von Johnson & Johnson.
Über Bayer HealthCare Die Bayer AG ist ein weltweit tätiges, forschungsbasiertes und wachstumsorientiertes Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Bayer HealthCare ist eine Tochtergesellschaft der Bayer AG und gehört zu den weltweit führenden innovativen Unternehmen in der Gesundheitsversorgung mit Arzneimitteln und medizinischen Produkten. Das Unternehmen bündelt die Aktivitäten der Divisionen Animal Health, Consumer Care, Diabetes Care sowie Pharma. Die Aktivitäten des Pharmageschäfts firmieren unter dem Namen Bayer Schering Pharma. Ziel von Bayer HealthCare ist es, Produkte zu erforschen, zu entwickeln, zu produzieren und zu vertreiben, um die Gesundheit von Mensch und Tier weltweit zu verbessern. Mehr Informationen finden Sie unter www.bayerhealthcare.com.
Bayer Schering Pharma ist ein weltweit führendes Spezialpharma Unternehmen, dessen Forschung und Geschäftsaktivitäten sich auf vier Bereiche konzentrieren: Diagnostische Bildgebung, General Medicine, Specialty Medicine und Women's Healthcare. Bayer Schering Pharma setzt auf Innovationen und will mit neuartigen Produkten in speziellen Märkten weltweit führend sein. So leistet Bayer Schering Pharma einen Beitrag zum medizinischen Fortschritt und will die Lebensqualität der Menschen verbessern. Mehr Informationen finden Sie unter www.bayerscheringpharma.de.
Zukunftsgerichtete Aussagen Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns bzw. seiner Teilkonzerne beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.
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