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Neues Buch: „Charisma-Coaching"

„Charisma-Coaching. Von der Ausstrahlungskraft zur Anziehungskraft“ von Martina Schmidt-Tanger.Was ist Charisma?
Wie entsteht der Eindruck einer charismatischen Persönlichkeit?
Und ist Charisma für jeden von uns erlernbar?

Die Wirtschaftspsychologin Martina Schmidt-Tanger hat sich in den 25 Jahren als Trainerin, Management-Beraterin, Buchautorin und Coach über die Weiterbildungsszene hinaus einen Namen gemacht. Ihre Themen-Schwerpunkte sind Kommunikation, Charisma und Coaching. Charisma ist ein Schlüssel zum Erfolg für Führungs-Persönlichkeiten, um andere Menschen von seinen Zielen zu überzeugen und zu begeistern. Im September erscheint ihr neustes Fach-Buch: „Charisma-Coaching. Von der Ausstrahlungskraft zur Anziehungskraft.“. Die Autorin stellt in diesem die wichtigsten Erkenntnisse zur persönlichen Wirkung vor.

Frage: Frau Schmidt-Tanger, wie wichtig ist es denn im Leben Charisma zu haben?

M. S. T.: Charismatische Menschen werden als Persönlichkeiten wahrgenommen, die die Sehnsüchte, Hoffnungen und Wünsche anderer Menschen in sich tragen und das Potenzial haben, die Verwirklichung dieser Sehnsüchte, Hoffnungen und Wünsche bei anderen anzustoßen. Allein mit ihrer Anwesenheit berühren sie Menschen in sensiblen Punkten, erzeugen Vertrauen und machen sie zu Gefährten, oft auch auf dem eigenen Weg zu sich selbst.
Sie haben auch die Fähigkeit, zu motivieren und die Richtung vorzugeben, auch ohne dass es ihre ausgesprochene Absicht ist.

Frage: Ist Charisma nur für andere da oder auch für einen selbst?

M.S.T.: Viele Menschen lieben es ihre eigenen charismatischen Anteile ins Leben zu bringen, denn bei vielen gibt es den Wunsch ihr Potential zu verwirklichen und zu strahlen. Die meisten wissen jedoch nicht wie das geht, halten sich künstlich zurück oder projizieren ihre Sehnsüchte auf nicht wirklich charismatische Personen, die zufällig in der Öffentlichkeit stehen. Dabei kommt es dann zu second hand life, das nicht wirklich befriedigend ist. Die eigene Wirkkraft muss mutig aktiviert werden, um lustvoll zu leben.

Frage: Kann man das Charisma erlernen oder ist es angeboren?

M. S. T.: Wissenschaftler in der ganzen Welt haben das Phänomen Charisma und dessen Auswirkungen seit vielen Jahren erforscht. Lange galt es als quasi natürliche Eigenschaft, die bestimmten Personen unveränderlich in die Wiege gelegt ist (great man theory). Erlernen, so war die allgemeine Auffassung, lasse sich diese Anziehungskraft nicht. Das zeigt schon die Herkunft des Begriffs: Unter der Bezeichnung „Göttliche Gnadengabe“ führten christliche Theologen das Wort vor Hunderten von Jahren in den europäischen Sprachgebrauch ein.
Heute sehen wir das etwas anders. Jeder trägt charismatische Anteile in sich und kann diese auch zutage fördern. Hirnforschung und Psychologie haben da einiges beizutragen.

Frage: Und wie schafft man sich Charisma?

M. S. T.: Das erfordert viel, viel Ausdauer, doch die ersten Schritte sind oft ganz leicht. Die wichtigen psychologischen Mechanismen sollte man kennen: Spiegelneuronen (zwischenmenschliches nonverbales Verhalten), Status (der Umgang mit Macht und Dominanz) und Priming (die Wichtigkeit der Sprache, die wir benutzen). Persönliche charismatische Anteile wollen gelebt werden und dafür gibt es im zwischenmenschlichen Bereich exakte Regeln, wie etwas wirkt und man gesehen wird. Charisma ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von persönlicher Reife und psychologischen Know-How. Dann passiert oft Charisma als Zuschreibung, d.h. andere machen einen zum Charismatiker.
Ein guter Charisma-Cocktail hat auf jeden Fall folgende Zutaten: Inspiration, Individualität, psychologisches Know-How und Mut.
Für diese vier Faktoren gibt es Kriterien. Und daran kann jeder arbeiten. Weitere Details und mehr Informationen zum Thema kann man in meinem neuen Buch lesen, das im September herauskommt.

Frage: Können Sie uns sagen, welche Person in der Welt hatte Ihrer Meinung nach das größte Charisma? Was genau hat dieses ausgemacht?

M. S. T.: Der am häufigsten als charismatisch deklarierte Mensch zurzeit ist Barack Obama. Seine Auftritte in Berlin und Kairo zum Beispiel umwehte eine Größe und Gelassenheit, die den Eindruck erweckte, er spräche stets mit der ganzen Welt und doch mit jedem einzelnen Menschen. Doch auch europäische Politiker zeigen sich heute mehr denn je als starke Einzelpersönlichkeiten. So kann man eingefleischte SPD Wähler sagen hören, dass sie Frau Merkel gern wieder als Kanzlerin sähen, nicht jedoch die CDU an der Macht. Die innere und auch äußere Entwicklung dieser Frau sind Zeichen einer eindrucksvollen Verwandlung, heraus aus der Mittelmäßigkeit der sonst zurückhaltenden deutschen Politik.

Frage: Warum gibt es diese Zurückhaltung und wohin sollte es gehen?

M.S.T.: Diese Zurückhaltung und Angst vor Glorifizierung ist geschichtlich bedingt, sollte aber mittlerweile den Weg zu positiven charismatischen Verhaltensweisen nicht mehr versperren. Während man auf der einen Seite die sehr deutsche „Zurückhaltungsdemokatie“ auf jedem Klassenpflegschaftsversammlung beobachten kann, greift andererseits der Narzissmus der sich überschätzenden Manager mehr und mehr um sich. Das ist schade und sollte sich ändern.
Mein Anliegen ist es zu zeigen, wie man mit Charisma den eigenen Karriere- und Lebensweg reicher und auch genussvoller gestalten kann und zum anderen welche Verantwortung aus dem persönlichen Charisma für andere erwächst.

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