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ITB Berlin: Eine kleine Chronik der großen Messe

ITB Berlin, Internationale Tourismus-Börse - das ist der in allen Kontinenten bekannte Name für die weltweit führende Fachmesse der internationalen Tourismuswirtschaft und die größte Reisemesse für Privatbesucher. An nur fünf Tagen werden in jedem Jahr auf der ITB Umsätze von rund fünf Milliarden Euro generiert.Die Messe zieht stets weit mehr als hunderttausend Besucher in die deutsche Hauptstadt und gilt zu Recht als internationaler Treffpunkt, denn von über 10.000 Ausstellern reisen drei Viertel aus aller Welt an. Auch knapp ein Drittel der Fachbesucher kommt aus dem Ausland, um sich auf der ITB über aktuelle Marktentwicklungen zu informieren und Geschäfte abzuschließen. Die hervorragende Erfolgsgeschichte des einzigartigen touristischen Marktereignisses dokumentierten von Anfang an steigende Aussteller- und Besucherzahlen. Jeweils im März versammeln sich Repräsentanten von über 180 Ländern und Regionen in den 26 Hallen unter dem Berliner Funkturm. Authentisch gebaute landestypische Stände vermitteln dem Publikum eindrucksvoll Urlaubsflair. Handelspartner aus allen Kontinenten tätigen ihre Geschäftsabschlüsse für das kommende Tourismusjahr. Fachleute aus allen touristischen Quell- und Zielgebieten der Welt informieren sich auf dem begleitenden ITB-Kongress über die neuesten Trends der Branche und diskutieren Geschäftsstrategien.

Ein Blick auf den Beginn in den 60er Jahren

In diesem Jahr findet die ITB Berlin zum 40. Mal statt. Ihre Geschichte ist eine Erfolgsstory made in Berlin. Doch noch 1965, ein Jahr vor der ersten Durchführung, war man kurioserweise seitens der Spitzenverbände des deutschen Fremdenverkehrsgewerbes nicht begeistert von der Idee, in Berlin eine Fachmesse für diesen Wirtschaftszweig zu etablieren. In den Archiven der Messe Berlin befindet sich ein Briefwechsel, in dem von der Veranstaltung einer „Börse des Tourismus“ wegen „vollständiger Zwecklosigkeit“ dringend abgeraten wird. Die „Berliner Morgenpost“ hingegen beschrieb die Idee einer „Reiseausstellung“ als „äußerst originell“, besonders unter dem Aspekt der eingeschränkten Reisemöglichkeiten der Westberliner. Sie räumte jedoch einer Messe unter rein deutscher Beteiligung weit mehr Chancen ein, als einer internationalen Ausstellung. Ohne sich von den zweifelnden Stimmen verunsichern zu lassen, hob der Gründungsvater der ITB Berlin, Prof. Dr. Manfred Busche, 1966 die erste Veranstaltung aus der Taufe. Sie fand im Rahmen einer Übersee-Importmesse statt: Neun Aussteller aus fünf Ländern, nämlich Ägypten, Brasilien, die Bundesrepublik Deutschland, Guinea und der Irak, stellten auf einer Ausstellungsfläche von 580 Quadratmetern auf dem Messegelände ihr Angebot 250 Fachbesuchern vor. In der Kongresshalle im Tiergarten wurde in einem Seminar gemeinsam mit 24 mittel- und westafrikanischen Staaten über „Neue Urlaubsziele in neuen Kontinenten“ diskutiert.

Erfolgreicher Start in den goldenen Jahren der Tourismusbranche

Der sprunghafte Anstieg der Angebote für Urlauber und die schnell zunehmende Zahl von Firmen und Organisationen dieser Branche in den 60er Jahren bescherten 1968 auch der zweiten Veranstaltung großen Erfolg. Die „2. Internationale Börse des Tourismus“ fand zeitgleich mit der Internationalen Boots- und Freizeitschau Berlin statt. Das „Superreisebüro“ auf Zeit, nun auf 4.700 Quadratmetern, hatte bereits 1.250 Fachbesucher. 123.500 Berliner ließen sich fremde Reiseziele näher bringen. Mit Rumänien und Ungarn präsentierten sich in der Zeit des kalten Krieges zwei Staaten des Ostblocks. Die ITB Berlin sollte auch in allen Folgejahren eine Präsentationsplattform über politische Grenzen hinweg bleiben, in der sich Aussteller aus der DDR oder der Sowjetunion genauso wie Ägypten und Israel in friedlicher Koexistenz während des Sechstagekrieges präsentierten.

Wachsende Ausstellungsfläche und großes Medieninteresse

Die Ausstellungsfläche der ITB Berlin wuchs rasant: Mit 13.400 Quadratmetern war 1972 erstmals eine fünfstellige Zahl erreicht. 1974 übersprang die Ausstellungsfläche die 20-tausender Marke. 1976 standen bereits 35.500 Quadratmeter zur Verfügung. Fünf Tagungsräume für Veranstaltungen und Pressekonferenzen wurden eingeweiht und bis zur Eröffnung des ICC Berlin 1979 genutzt. Die ITB Berlin war längst zu einem Medienereignis geworden. Erstmals vergab der Verband Deutscher Reisejournalisten den von nun an jährlich verliehenen Preis für Personen, die sich um den Tourismus verdient gemacht haben. 1980 umfasste die ITB Berlin knapp 52.500 Quadratmeter und wurde von der Bootsausstellung abgekoppelt. Heute sind die 26 Hallen unter dem Funkturm komplett belegt, das entspricht einer Fläche von rund 150.000 Quadratmetern.

ITB Berlin als Spiegel der Tourismusbranche

Die ITB Berlin ist der „Siebenmeilenstiefel“ der gesamten Branche. Sie gehört zum festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders der großen internationalen Tourismusverbände PATA, WTO, WTTC, COTAL und ASTA und des Marketingkalenders der touristischen Unternehmen. Die weltweit größte Reisemesse antizipiert neue Markttrends und setzt kontinuierlich neue Konzepte um. Die Gliederung der Hallen nach Ländern und die spätere Einführung von Marktsegmenten machte die Welt des Tourismus übersichtlicher. Gesellschaftliche Strömungen und wirtschaftliche Entwicklungen spiegeln sich auf der Messe. In den 80er Jahren erklangen kritische Stimmen zur problematischen Seite des Tourismus und führten zu neuen, alternativen Reiseangeboten. Trends wie sanfter Tourismus oder Gesundheitstourismus in den 90er Jahren, später die Wellnesswelle – sie alle wurden auf der ITB Berlin aufgegriffen und mitgeprägt.

Stets neue Angebote und Themen für unterschiedlichste Zielgruppen

Geschäftsreisen sind bereits 1985 ein wichtiges Thema auf der ITB Berlin. 2006 wird mit den ITB Business Travel Days an allen fünf Messetagen das gesamte Spektrum dieses Segmentes abgedeckt, inklusive eines breit gefächerten Weiterbildungsangebotes. Immer neue Angebote für unterschiedlichste Gruppen, ob Jugendliche, Senioren, Behinderte, Familien oder Wanderfreunde befriedigten auf der ITB Berlin die Nachfragen von zunehmend diversifizierteren Zielgruppen. Stets wurden neue Technologien präsentiert. Seit 2000 bilden die Aussteller des Bereiches „Travel Technology“ den Fortschritt mit ihren Produkten ab. Mit einem wachsenden Online-Reisemarkt finden in diesem Segment große Umbrüche statt. In diesem Jahr werden unter dem Titel „Travdex@ITB“ gemeinsam mit PhoCusWright Inc., dem weltweit renommierten, amerikanischen Beratungs- und Researchunternehmen im Technologiebereich, Trends aus den USA und die Anpassung an europäische Verhältnisse diskutiert.

Weltweit größter Tourismuskongress

Seit 2004 präsentiert die ITB Berlin den weltweit größten Tourismuskongress, den ITB Kongress „Market Trends & Innovations“. Der Titel ist Programm. In den unterschiedlichsten Veranstaltungen zu Themen wie Aviation, Hotellerie oder Tourismus-Marketing werden aktuelle Trends und die Auswirkungen auf den weltweiten Tourismus erörtert. Mit diesem Think Tank bietet die Messe Berlin eine optimale Plattform für einen Dialog der internationalen Tourismuswirtschaft. Neue Herausforderungen verlangen nach neuen Visionen. Die globalen Gewichte in der touristischen Nachfrage verschieben sich. Deutschland könnte schon bald nicht mehr Reiseweltmeister sein. Indien, China und Russland sind die aufstrebenden Quellmärkte. Wie begegnet man dem? Touristische Krisen durch Naturkatastrophen, Krankheiten und terroristische Anschläge sind beinahe schon normale Begleiterscheinungen in der Branche. Welche Auswirkungen haben sie? Die Sättigung der Märkte bewirkt eine immer stärkere Produktdifferenzierung. Wo liegen die Erfolgsfaktoren? Auf diese und viele weitere Fragen hilft die ITB Berlin Antworten zu finden.

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