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GfK Ärzteklima-Index für das dritte Quartal 2007

Viele Hausärzte in Deutschland beklagen nach wie vor ihre wirtschaftliche Lage und sehen kaum Spielraum für Investitionen. Unzufriedene Patienten und veraltete Praxen sind die Folge. Zusätzlich lastet der Mehraufwand im Rah- men des neuen Hausarztmodells auf ihren Schultern. Dennoch hat sich die schlechte Stimmungslage unter den Allgemeinmedizinern leicht aufgehellt, wie der aktuelle GfK Ärzteklima-Index zeigt. Mit minus 9 Punkten liegt der Index im dritten Quartal 2007 weiterhin im negativen Bereich, konnte sich allerdings um einen Punkt gegenüber der letzten Erhebung im Sommer verbessern. Damit setzt sich ein leichter Auf- wärtstrend bei der Grundstimmung unter den Hausärzten fort, der bereits seit vier Quartalen anhält. Noch vor einem Jahr, als die Kontroversen um die Gesundheitsreform ihren Höhepunkt erreicht hatten, zeigte das GfK- Barometer mit 15 Minuspunkten ein deutlich trüberes Ärzte-Klima an. Etwas aufgeheitert hat sich auch der Indikator für die Zukunftserwartungen der Allgemeinmediziner in das Gesundheitssystem. Von minus 20 Punkten im letzten Jahr kletterte der Indikator auf minus 13 Punkte in der aktuellen Umfrage. Knapp jeder dritte Arzt schaut derzeit mit Zuversicht auf die künf- tige Entwicklung des Gesundheitswesens. Als Hauptursache für den ge- bremsten Pessimismus können die Nachwirkungen der jüngsten Gesund- heitsreform vom April dieses Jahres gesehen werden. Insbesondere das Abebben der teils heftig geführten Diskussionen in der Öffentlichkeit wie auch die verbesserte finanzielle Lage der Krankenkassen dürften die Ge- mütslage der Ärzte aufgehellt haben. Die Einzelindikatoren des GfK Ärzteklima-Indexes erlauben diese Entwick- lung sehr differenziert nachzuvollziehen. Die Bewertung der Gesundheitspo- litik liegt bei minus 11 Punkten und hat sich im Jahresvergleich nur leicht gebessert, denn vor einem Jahr lag dieser Einzelindikator bei minus 13 Punkten. Demgegenüber haben sich die anderen Einzelindikatoren des Ärz- teklima-Indexes deutlich positiver entwickelt. Die aktuelle Lage des deut- schen Gesundheitssystems beurteilen die Mediziner derzeit mit 7 Minus- punkten (Quartal 3/2006 minus 15 Punkte) und bemängeln vor allem die überbordende Bürokratie sowie die hohe Arbeitsbelastung in ihren Praxen. Die Zufriedenheit der Patienten bewerten sie in der aktuellen Erhebung mit minus 11 Punkten deutlich besser als im dritten Quartal des letzten Jahres, als der Indikator noch bei 15 Minuspunkten stand. Nach Angaben der Ärzte sind die Patienten insbesondere mit der medizinischen Versorgung, den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen sowie der Gesundheitspolitik zufriedener. Kaum Spielraum für Investitionen Am besten schneidet aus Sicht der Ärzte die wirtschaftliche Situation ihrer eigenen Praxen ab. Von 14 Minuspunkten im zweiten Quartal 2007 kletterte der Indikator auf nur 6 Minuspunkte in der jüngsten Untersuchung. Das neue Honorierungssystem für Ärzte könnte diese leichte Erholung der finan- ziellen Lage beflügelt haben. Jedoch hat die Entwicklung bislang nicht zu einer neuen Investitionswelle in den Praxen geführt. Nicht einmal jeder zweite Hausarzt hat im vergangenen Quartal in seine Ausstattung investiert. Die Aufwendungen, die vorgenommen wurden, blieben überwiegend gering. Allerdings dürften gut ausgestattete Praxen gerade bei Allgemeinmedizinern eine herausragende Rolle spielen. Sollen sie doch im Rahmen des Haus- arztmodells erste Anlaufstelle und Wegweiser für Patienten durch das Ge- sundheitsdickicht sein. Die GfK-Studie zeigt deutlich, dass die Ärzte bereit sind, diese Aufgabe zu übernehmen. Denn neun von zehn Allgemeinmedizi- nern sehen sich selbst als „Lotse" der Patienten. Eine große Herausforderung für das Gesundheitssystem ist der hohe Anteil an Ärzten, die in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen werden. Gerade in ländlichen und weniger attraktiven Regionen besteht die Gefahr, dass es zu einer Unterversorgung der Bevölkerung mit Ärzten kommt. Die- ses Problem spiegelt auch der GfK Ärzteklima-Index wider. Drei von fünf der befragten Hausärzte geben an, ihre Praxis weniger als zehn Jahre weiter- führen zu wollen. Zur Studie Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK Ärzteklima-Index" und basieren auf vierteljährlichen Onlinebefragungen von aktuell insgesamt 424 Allgemeinmedizinern und Internisten in Deutschland. Dieses von der GfK HealthCare entwickelte Stimmungsbarometer dient zur Bewertung des deutschen Gesundheitssystems aus Sicht der Ärzte.

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