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Eröffnungsrede Christian Wulff

'CeBIT in Hannover'. Das heißt erneut: Viele tausend Menschen arbeiten, um die weltweit größte Messe für Informations- und Kommunikationstechnologien zu ermöglichen.

Menschen aus der ganzen Welt kommen nach Hannover, um sich über neueste Ent­wicklungen zu informieren und Geschäftskontakte zu knüpfen, nicht online, sondern von Mensch zu Mensch.

Ich begrüße besonders herzlich Seine Exzellenz, den Präsidenten der Republik Frankreich: Bei aller notwendigen Globalisierung und weltweiten Netzwerken ist uns die deutsch-französische Freundschaft besonders wertvoll. Seine Exzellenz, den Präsidenten der Europäischen Kommission: Europa ist heute ein Raum der Freiheit, des Friedens, der Sicherheit und des Wohlstandes. Meine Eltern haben den Krieg erlebt. Meine Kinder haben dank Europa eine bessere Perspektive. Das sollten wir nie vergessen - auch nicht bei der IKT-Messe. Wir sind proeuropäisch. die sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin: Deutschland ist wieder Motor in Europa von Wachstum bis zu den Maastricht-Kriterien, das ist ein gutes Umfeld. den Vorstandsvorsitzenden des Weltkonzerns Microsoft, Herrn Steve Ballmer: Alle Großen der Branche präsentieren hier und sie beeindrucken mit Wachs­tumstreibern. den Präsidenten der Branchenvereinigung BITKOM, Herrn Professor Scheer: Deutsche Aussteller haben Beachtliches im Bereich Hardware aber vor allem Software geleistet und Jahr für Jahr weiterentwickelt.

Ich heiße Sie alle auch im Namen des Oberbürgermeisters Stephan Weil herzlich will­kommen bei uns in Niedersachsen, in unserer Landeshauptstadt. Nicht nur, weil es für uns eine sehr große Ehre ist, so hochkarätige Gäste aus dem In- und Ausland hier begrüßen zu dürfen. Sie unterstreichen damit die Bedeutung der CeBIT.

Die CeBIT ist der internationale Branchentreffpunkt für die wichtigsten Unternehmen aus der Branche der Informations- und Telekommunikationsindustrie. Nahezu alle Branchengrößen sind auf dem Messegelände in Hannover vertreten: Die 15 größten Aussteller der CeBIT 2008 beschäftigen in ihren Unternehmen weltweit mehr als 1,9 Millionen Menschen. Sie machen einen Umsatz von weit mehr als 430 Mrd. Euro im Jahr.

Die Unternehmen auf der CeBIT sind ohnehin ein erheblicher Wirtschaftsfaktor der Welt. Hier in Hannover präsentieren sie vor allem ihre Innovationskraft. Die Produkte und Lösungen der IKT-Branche sind aus keinem Wirtschafts- und Lebensbereich mehr wegzudenken. IKT ist überall, in Fabriken und Büros, in Autos, ja selbst zu Haus und in der Freizeit. Weder die Energieversorgung noch irgendein Medium würden heute ohne IKT-Technologie funktionieren.

Die CeBIT zeigt sich in diesem Jahr mit einem neuen Gesicht. Der internationale IKT-Markt hat sich rasant gewandelt und damit auch die Anforderungen von Ausstellern und Besuchern. Das neue Konzept der CeBIT ist konsequent auf diese Anforderungen ausgerichtet. Die Besucher wollen Antworten auf komplexe Fragen. Sie sind auf der Suche nach den entscheidenden Wettbewerbsvorteilen in einer globalen Wirtschaft. Sie suchen nach Lösungen.

Die Macher der CeBIT haben dies aus meiner Sicht ganz hervorragend umgesetzt. Die CeBIT ist klarer in ihrer Struktur und bietet dem Besucher noch mehr Inhalte.

Sie wird mit ihren veränderten Angebotsschwerpunkten erneut den Anforderungen an eine internationale Leitmesse gerecht. Daher gilt: Wer die CeBIT verpasst, verliert.

Bei einer derart internationalen Veranstaltung wie der CeBIT geht es auch um Networ­king - über die Grenzen hinweg. Auch zukünftig gilt: Die Menschen und die Entscheide­rinnen und Entscheider müssen sich treffen. Jeder benötigt den Austausch, den per­sönlichen Wissenstransfer - innerhalb der eigenen Branche, aber auch über Bran­chengrenzen hinweg.

Die CeBIT-Macher haben diesen Punkt aufgegriffen und starten mit den CeBIT Global Conferences ein hochkarätiges Konferenz-Programm. Hier treffen sich führende Köpfe aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, um sich über global relevante Fragen, Trends und Herausforderungen auszutauschen.

Eine aktuelle Frage ist beispielsweise der verantwortungsvolle Umgang mit natür­lichen Ressourcen. Unter dem Begriff 'Green IT' präsentieren Aussteller ihre Bei­träge zum Ressourcenschutz. Das Green IT-Village auf dieser CeBIT bietet einen kom­pakten Überblick.

Zum einen kann die IKT-Industrie den internationalen Klimaschutz voranbringen. Intelligente Steuerungen sind heute in der Lage, die CO2-Emissionen im Maschinen- und Anlagenbau in ganzen Industriebereichen erheblich zu reduzieren. Auf der anderen Seite sehen wir, dass sich die IKT-Branche auch mit der eigenen Energieeffizienz be­schäftigt - und hier bemerkenswerte Antworten parat hat.

Neben den unzähligen spannenden diesjährigen Inhalten, die 5845 Aussteller aus 77 Ländern mitgebracht haben, liegt mir ein Thema ganz besonders am Herzen. Das ist der Mangel an Fachkräften und geeignetem Nachwuchs. Wir alle - Politik, Wirtschaft und auch die Wissenschaft - sind gefordert, diese zukünftige Wachstumsbremse zu lösen. Es ist daher richtig, dass die CeBIT auch diesem Thema breiten Raum einräumt. Deshalb kann man eine Aktion, wie sie die Deutsche Messe und die Wirtschaftsinitiative IT Fitness am CeBIT-Wochenende mit ihrem IT-Fitness-Campus starten, nur unterstützen.

Es muss uns stärker gelingen, die Jugend für die spannenden Berufe der digitalen Wirtschaft zu begeistern, damit wir auch in Zukunft auf epochale Innovationen hoffen können.

In diesem Zusammenhang begrüße ich besonders den Nobelpreisträger Prof. Grünberg, der mit seinen Forschungen die heutige Festplattenarchitektur erst mög­lich gemacht hat! Ganz herzlich willkommen. Sie sind eines der Vorbilder, über die wir mehr lesen und hören möchten. Es wäre zu verschmerzen, wenn für andere dann in den Zeitungen etwas weniger Raum wäre.

Innovationen haben hier bei uns in Niedersachsen Tradition: Die erste funktionsfähige Rechenmaschine mit allen vier Grundrechenarten wurde hier konstruiert von Gottfried Wilhelm Leibniz, das PAL-Farbfernsehen erfand in Hannover Professor Walter Bruch. Was sagt uns dies? Der Boden für diese Messe und die IKT-Branche ist fruchtbar!

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Schönste habe ich mir für den Schluss meiner Begrüßung aufgehoben. Zum Gelin­gen der diesjährigen CeBIT trägt ganz entscheidend das Partnerland Frankreich bei. Mehr als 150 Unternehmen und Institutionen aus Frankreich zeigen der ganzen Welt auf der CeBIT ihre Lösungen, Ideen und Produkte. Eine Reihe von Veranstaltungen, zu der insbesondere der Französisch-Deutsche IKT-Gipfel gehören, schaffen den Raum, um diese wichtige Zusammenarbeit unserer beiden Länder auf dem Gebiet der Zu­kunftstechnologien zu fördern.

Ermuntern möchte ich insbesondere mittelständische Unternehmen nicht nur in Frank­reich und Deutschland, die Chance zu nutzen, aufeinander zuzugehen; denn die gro­ßen Unternehmen zeigen, dass die Überwindung nationaler Grenzen Kreativität frei­setzt und Ungeahntes möglich macht.

Sehr geehrte Damen und Herren,

für uns ist es eine große Ehre, Gastgeber der Welt zu sein. Ich wünsche Ihnen allen eine erfolgreiche CeBIT 2008.

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