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universal design auf der CeBIT 2006

Das hat jeder schon einmal erlebt: Den Augenblick der Hilflosigkeit, wenn es darum geht, einen DVD-Rekorder anzuschließen, einen Drucker zu in­stallieren oder die Kontaktdaten eines alten auf ein neues Handy zu übertragen. Es gibt zahlreiche Produkte, die ein oder mehrere Benutzer­gruppen ausschließen.

Das reicht von der vielleicht etwas zittrigen Hand eines Älteren, die keine kleinen Tasten bedienen kann oder nicht genü­gend Kraft für einen erforderlichen Mechanismus hat über den jungen Menschen, der trotz aller Anstrengungen nicht hinter die Lösung der Konfiguration einer schnellen DSL-Verbindung kommen will. Eine Her­ausforderung, vor der viele Unternehmen stehen. Es geht also nicht nur um die altersgerechte Bedienung von Produkten, sondern um eine gene­rell einfachere Bedienbarkeit. Wer diese Marktpotenziale nutzen will, der sollte sich während der CeBIT 2006 vom 9. bis 15. März auf dem Stand C 88 der universal design Initiative in Halle 13 informieren.

In Halle 13 ist ein Produkt-Parcours aufgebaut. Wer schon immer einmal wissen wollte, wie man sich im Alter fühlt, der kann mit einem so ge­nannten 'Age Explorer' das Körpergefühl eines 70jährigen erleben. Das Meyer-Hentschel-Institut, Saarbrücken, ein Berater im Seniorenmarke­ting, hat einen Anzug entwickelt, der die Verfassung eines 70jährigen simuliert. Dieser 'Age-Explorer' erzeugt mit Hilfe einer Spezialbrille und Gehördämpfern nachlassendes Hörvermögen und Alterssichtigkeit. Ge­wichte und Verstärkungen im Anzug und spezielle Handschuhe simulie­ren eine verringerte Beweglichkeit. Der 'Age Explorer' ist bisher an 7 500 Mitarbeiter verschiedener Firmen verliehen worden, die bei der Produkt­entwicklung auf die Bedürfnisse älterer Kunden eingehen wollen.

Der Begriff 'universal design', geprägt in den USA, bedeutet 'Design für eine möglichst breite Anwendergruppe', so Ralph Wiegmann, Organisa­tor des renommierten internationalen iF Designpreis. Die Produkte sollen so konzipiert sein, dass sie in allen Altersstufen benutzbar sind. Produkt­designer und vor allem das Marketing müssen verstehen, dass die gebur­ten- und einkommensstarken Jahrgänge, die bald Senioren sind, es nicht mehr hinnehmen, was man zum Beispiel der heutigen älteren Genera­tion an Produkten vorsetzt. Anders als die Nachkriegsgeneration haben die heute 50jährigen hohe Ansprüche. Diesen müssen Produktentwickler und -designer mit einem solchen 'universellen' Design begegnen. Mit der 'universal design Initiative' können neue Märkte erschlossen und neue Marktpotenziale entdeckt werden. Es geht um Produkte und Le­bensräume von morgen. Hier finden Besucher gebündelte Kompetenz in den Bereichen Beratung, Entwicklung und Realisierung.

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