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Die elektronische Gesundheitsakte wird künftig über die elektronische Karte verwaltet. Der Vorteil: Versicherte können auf Wunsch ihre Gesundheitsdaten zum ersten Mal selbst managen, das heißt auf der elektronischen Gesundheitsakte medizinische Daten und Berichte von Ärzten oder Krankenhäusern archivieren - und dabei selbst bestimmen, wer welche Informationen einsehen darf. "Dies sind die ersten handfesten Beispiele, an denen Versicherte und andere Akteure im Gesundheitswesen erkennen können, welche Vorteile die neue Karte bietet", berichtet Claus Moldenhauer, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der DAK.
Durch das neue Online-Aktualisierungsverfahren werden Änderungen automatisch an die Karte übermittelt und gespeichert, zum Beispiel wenn sich nach einem Umzug die Adresse des Versicherten geändert hat. Bei Aktualisierungen ist es dann nicht mehr - wie bei der bisherigen Krankenversichertenkarte (KVK) - notwendig, eine neue Karte auszustellen. Die DAK setzt diese Funktion im April bereits in den Testregionen in Sachsen und Flensburg ein, Monate vor dem geplanten Termin.
Die elektronische Gesundheitsakte wurde von der DAK gemeinsam mit dem Klinikbetreiber Asklepios und IBM entwickelt. Dabei gehen die Partner über die vom Gesetzgeber definierten Basisfunktionen der eGK hinaus und setzen bereits weiter reichende Funktionen um: Versicherte können ihre Akte nicht nur mit eigenen Angaben füllen, etwa mit Angaben zur Medikamenteneinnahme. Sie können auch bestehende Berichte von Ärzten und Krankenhäusern oder Informationen vom Versicherer über die Akte abrufen und für die weitere Behandlung verfügbar machen.
Erst wenn der Versicherte selbst oder der behandelnde Mediziner mit dessen Zustimmung die Akte online aufruft, werden die Daten zur Verfügung gestellt. Die neue elektronische Karte ist dabei der sichere Zugangsschlüssel. Welche Informationen über die Akte zugänglich gemacht werden sollen und wer welche Dokumente einsehen kann, entscheidet der Versicherte selbst. "Wir stellen dem Patienten eine Dokumentationsplattform zur Verfügung, die er sein Leben lang nutzen kann", erklärt Michael Martinet, Projektleiter eGK bei der DAK. "Dabei ist uns wichtig, dass die Beziehung zwischen Patient und Arzt vertraulich bleibt. Auch als Kasse können wir ohne Zustimmung des Versicherten nicht auf die Daten zugreifen."
Die DAK ist in vielerlei Hinsicht Vorreiter, wenn es um Einführung der elektronischen Gesundheitskarte geht: Sie hat schon jetzt ihre Prozesse und Systeme auf die bundesweite Einführung vorbereitet. "Die Beteiligten des Gesundheitswesens müssen schnellstmöglich vernetzt werden, damit die Anwendungen zum Wohle des Versicherten eingesetzt werden könnten", sagt Martinet. "Mit den Funktionen, die über die Basisdienste hinausgehen, zeigen wir nicht nur, dass wir von der telematischen Infrastruktur her bestens vorbereitet sind. Wir konkretisieren auch, wie die Karte mit Hilfe sinnvoller Einsatz-möglichkeiten zu mehr Komfort und Patientenautonomie führen kann."
Die DAK-Lösungen bedienen alle definierten Schnittstellen zur Datenübergabe. Die Systeme sind damit unabhängig vom Kartenhersteller, das heißt andere Kassen können sie problemlos einsetzen. Ihr Know-how und die nötige technische Infrastruktur stellt die DAK auch anderen interessierten Krankenversicherungen zur Verfügung. "Auch wenn die Prozesse rund um die elektronische Gesundheitskarte sehr komplex sind, konnten wir doch innerhalb relativ kurzer Zeit sehr gute Ergebnisse erzielen", berichtet Martinet. "Mit zusätzlichen leistungsfähigen Partnern möchten wir unser Netzwerk jetzt weiter stärken - und in Kürze noch mehr Dienste anbieten."
Schon ab April 2007 können Versicherte in den Testregionen das Online-Update für die Karte an Terminals in den DAK-Geschäftsstellen selbst ausprobieren.
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