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Insgesamt haben die Wechselkurse keinen dominanten Einfluss auf die deutsche Exportwirtschaft. Das ist erstaunlich. Denn theoretisch müsste der steigende Euro deutsche Produkte für Kunden außerhalb der Eurozone verteuern und damit die Nachfrage drosseln. Genau das aber lässt sich empirisch nicht belegen. Im Gegenteil: In den Jahren 1995 bis 2001, in denen die D-Mark und später der Euro gegenüber dem Dollar kontinuierlich an Wert verloren, lag das durchschnittliche Exportwachstum bei 8,4 Prozent. Das ist nur ein Prozentpunkt über dem Durchschnitt der Jahre 2002 bis 2007, die durch eine massive Euro-Aufwertung geprägt waren. Der Export ist also trotz der Euro-Aufwertung nahezu unvermindert weiter gewachsen.
Noch bemerkenswerter ist ein anderes Ergebnis. In sechs Jahren des be-trachteten Zeitraums notierte der Euro (respektive die D-Mark) über sei-nem Durchschnittswert, der in den letzten dreizehn Jahren bei ca. 1,14 Dollar lag. In diesen Jahren lag das durchschnittliche Wachstum der Ausfuhren bei 8,4 Prozent. In den vier Jahren, in denen der Euro (respektive die D-Mark) deutlich niedriger bewertet wurde, stiegen sie um durch-schnittlich 7,2 Prozent und in den verbleibenden drei Jahren mit durchschnittlicher Euro-Bewertung wurde ein mittleres Wachstum von 7,7 Prozent erreicht. Scheinbar eine verkehrte Welt!
Eine wichtige Rolle für die Resistenz der Exporte Deutschlands gegenüber der Aufwertung des Euro in den letzten Jahren spielt die regionale Struk-tur des Außenhandels: Rund 43 Prozent der Exporte gehen in die EWU-Partnerländer, 22 Prozent in die anderen EU-Länder und weitere knapp 11 Prozent in die restlichen Länder Europas. Drei Viertel der deutschen Ausfuhren sind damit für Europa bestimmt. Hinzu kommt, dass die deutsche Wirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit infolge gesunkener Lohnstückkosten kontinuierlich verbessert hat.
Die Ära der Euro-Aufwertung geht nach Einschätzung von Postbank Research ihrem Ende entgegen. Die außergewöhnlich kräftigen Kursgewinne und vor allem die starken Kurssprünge der letzten Wochen sprechen dafür, dass sich der Euro im finalen Stadium einer Übertreibungsphase befin-det und kurz vor einem Trendwechsel steht.
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