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Postbank: Deutschland auf dem Weg zur Vollbeschäftigung

Die Volkswirte der Deutschen Postbank AG sehen Deutschland auf dem Weg zur Vollbeschäftigung. Bei der Präsentation der Jahresprognose für 2008 am 15. November sagte Chefvolkswirt Dr. Marco Bargel: "Im kommenden Herbst könnte die Arbeitslosenzahl erstmals wieder unter drei Millionen sinken. So niedrig war der Wert seit 1992 nicht mehr." Allerdings gebe es auf der Deutschland-Karte Licht und Schatten. "Von echter Vollbeschäftigung kann man nur in einigen Regionen Westdeutschlands sprechen, im Osten ist die Beschäftigungssituation dagegen vielerorts nach wie vor nicht zufriedenstellend." Unter den westlichen Industrienationen konnte Deutschland 2007 die Arbeitslosigkeit am deutlichsten senken. Die Zahl der Arbeitslosen verringerte sich um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Italien ging sie um 13 Prozent zurück, in Frankreich um 11 Prozent, in Großbritannien um neun Prozent. In den USA blieb die Beschäftigung unverändert.

Postbank Research sieht die deutsche Konjunktur auf einem guten Weg. Zwar wird das Bruttoinlandsprodukt mit voraussichtlich 2,6 Prozent im laufenden Jahr und mit 2,1 Prozent im Jahr 2008 nicht mehr ganz so rasant wachsen wie im Boomjahr 2006. Die Aufschwungkräfte bleiben allerdings intakt. Dabei dürften die Wachstumstreiber ihre Rollen tauschen: Während der Außenhandel wegen des starken Euro an Bedeutung verliert, tragen Konsum und Investitionen den Aufschwung im kommenden Jahr.

Beim Konsum rechnet die Postbank für 2008 mit einem kleinen Feuerwerk. Die verfügbaren Einkommen dürften - begünstigt durch stärker steigende Löhne und Gehälter sowie durch die zunehmende Beschäftigung - mit rund 3,5 Prozent so kräftig zunehmen wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Postbank Research erwartet deshalb 2008 einen Zuwachs des Privaten Verbrauchs um 2,4 Prozent. Für Deutschland wäre das nach Jahren der Zurückhaltung ein erfreulich hoher Wert.

Mit Zuversicht sehen die Volkswirte der Bonner Bank auch die Entwicklung an den Aktienmärkten. Im Unterschied zu anderen Kapitalmarktprodukten sind gerade die sonst als risikoträchtig gescholtenen Aktien aus der jüngsten Krise relativ ungeschoren davongekommen. Wichtige Indizes befinden sich bereits wieder fast auf dem Niveau vor Ausbruch der Krise. Aktien sind - gemessen an den Unternehmensgewinnen - heute nicht viel teuerer als am Tiefpunkt der Marktentwicklung im Jahr 2003. Anleger können sich über eine entsprechend hohe Dividendenrendite freuen, zumal die börsennotierten Unternehmen einen größeren Anteil ihrer Gewinne an die Aktionäre ausschütten als noch vor ein paar Jahren. Den DAX30 sieht die Postbank in drei Monaten bei 8.000 Punkten. Bis zum Jahresende 2008 sollen 9.000 Punkte erreicht werden.

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